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Fotografie : Gefunden: Das Mädchen mit den grünen Augen

  • -Aktualisiert am

Das berühmte Foto von 1984 und Sharbat Gula 2002 Bild: AP

Der Fotograf Steve McCurry will das afghanische Flüchtlingsmädchen wiedergefunden haben, dessen Bild um die Welt ging.

          Wer ihr Foto sah, vergisst es nicht: das Bild eines afghanischen Flüchtlingsmädchens, das 1985 die Titelseite von „National Geographic“ schmückte, ging um die Welt. Im Januar dieses Jahres kursierte das Gerücht, der CIA suche das Mädchen. Jetzt wurde es wirklich gefunden, aber nicht vom CIA, sondern von dem Fotografen und dem Magazin, die das Mädchen damals berühmt machten: Steve McCurry und „National Geographic“.

          1984 bereiste der amerikanische Fotograf Steve McCurry das vom Krieg mit der Sowjetunion geschundene Afghanistan. Im Auftrag von „National Geographic“ sollte McCurry auch das Flüchtlingselend fotografisch dokumentieren. In einem Flüchtlingslager bei Peschawar stieß er auf eine Mädchenschule. Er machte dort mehrere Fotos. Eines davon schaffte es auf die Titelseite. Es war das Bild eines Mädchens mit stechend grünen Augen. Für McCurry verkörperte dieser Blick das ganze Elend dieses durch Krieg und Vertreibung verängstigenden Volkes.

          Das Bild wurde weltberühmt. Manche meinen, es gehöre zu den meistreproduzierten Gesichtern der Fotografie. Selbst auf Vasen und Tätowierungen ist es bis heute ein gefragtes Motiv. Es bekam den Beinamen einer neuen „Mona Lisa“. Wichtiger aber war, dass es viele Menschen animierte, sich für das Flüchtlingselend der Afghanen zu interessieren und sogar an Ort und Stelle mitzuhelfen.

          Im Flüchtlingscamp fündig geworden

          Jahrelang hatte McCurry nach dem Mädchen gesucht, zuletzt 1997. Doch die Suche verlief immer im Sande. Unlängst kursierten in Pakistan Gerüchte, wonach der CIA das Mädchen suche. Nach der Beseitigung des Taliban-Regimes und der damit zu erwartenden Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat, wollten der Fotograf und das Magazin es im Januar noch einmal wissen. Ein Team um McCurry suchte das Flüchtlingscamp von damals noch einmal auf - und bekam dort den entscheidenden Hinweis, der sie zu dem Mädchen von damals führte.

          Wie erst jetzt bekannt wurde, fanden sie Sharbat Gula in einem Dorf in Afghanistan unweit der pakistanischen Grenze. Dorthin kehrte sie Mitte der 90er Jahre zurück. Sie ist heute um die Dreißig - ihr genaues Alter kennt sie nicht - und lebt dort mit ihrem Mann und ihren drei Kindern.

          Von dem Foto und seinem Erfolg wusste sie bis heute nichts. Aber an den Fotgrafen erinnerte sie sich - denn er war der einzige, der jemals, die Kamera auf sie gerichtet hatte.

          Biometrische Nachhilfe

          Zum ersten Mal hörte jetzt auch McCurry ihre Geschichte, die er bis dahin nicht kannte. Sharbat Gula erzählte ihm, wie sie Anfang der 80er Jahre vor den sowjetischen Bomben, durch die ihre Eltern ums Leben kam, nach Pakistan geflohen war.

          McCurry durfte sie noch einmal fotografieren - und sandte die Ergebnisse in die Zentralredaktion von „National Geographic“ nach Washington. Dort wurden die charakteristischen Augen von damals über biometrische Verfahren, wie sie das FBI verwendet, mit denen von heute verglichen. Das Ergebnis war positiv: Sharbat Gula, so das Testergebnis, ist das Mädchen von damals.

          Das Magazin will die Geschichte in seiner April-Ausgabe naturgemäß nach allen Regeln der Zunft vermarkten. Es besteht zumindest die Hoffnung, dass diese Geschichte die Leser auf das Elend der rund fünf Millionen afghanischen Flüchtlinge aufmerksam machen wird.

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