https://www.faz.net/-gqz-8te

Zukunftspotentiale : Bildung ist das letzte Reservat

  • -Aktualisiert am

Es gibt auch keinen Grund, warum Schüler auf der ganzen Welt nicht Zugang zu dem Physiker Stephen Hawking haben sollten, der ihnen seine Wissenschaft erklärt, zu dem Cellisten Yo-Yo Ma, der über Harmonien spricht, zu dem Historiker Andrew Roberts, der ihnen Churchill vorstellt, zu dem Nobelpreisträger Amartya Sen, der über Wirtschaftswissenschaften spricht, und so weiter. All diese Leute könnten überall auf der Welt in einem Klassenzimmer versammelt werden für den Preis, den wir für den Download eines Songs bezahlen.

Von Kritikern wird eingewendet, dass auf diese Weise der Lehrer nur durch den Computer und die Tafel durch Bildschirme ersetzt werden. Das trifft nicht zu. Die Technik kann keinen Lehrer ersetzen. Wir können ihm aber einiges von seiner öden Routine abnehmen. Und dank besserer Hilfsmittel hat der Lehrer dann mehr Zeit für die wesentlichen Dinge, die uns menschlicher machen und unsere Kreativität verbessern.

Mein Online-Lehrer in Bombay

Wohlgemerkt, ich skizziere hier keine ferne, fiktive Zukunft. Alles, was ich anführe, habe ich gesehen. In Korea habe ich erfahren, wie ein lebhafter Nachhilfemarkt im Wert von dreißig Milliarden Dollar dafür gesorgt hat, dass die fähigsten Lehrer Prominentenstatus genießen und so viel Geld verdienen wie Spitzensportler und Filmstars. In Schweden habe ich eine innovative Schule besucht, die IKEA-Schule. Der Unterricht wird durch ein Wissensportal unterstützt, das den gesamten Lehrplan enthält. In dieser Schule wird nach den individuellen Bedürfnissen des Schülers unterrichtet - und die Lehrer haben viel Zeit für den einzelnen Schüler. Dies ist möglich dank eines Systems, das Eltern die Möglichkeit bietet, diejenige Schule auszuwählen, die ihnen als die beste für ihre Kinder erscheint, ganz gleich, ob eine staatliche oder eine private Schule. In New York habe ich die „School of One“ besucht. Täglich wird dort ausgerechnet, was jeder einzelne Schüler zu lernen hat und wie das am besten geschieht. Ich habe einen Schüler gefragt, wer ihm bei seiner Arbeit hilft, und erfuhr, dass er mit einem Online-Lehrer in Bombay zusammenarbeitet. Ein anderer Schüler war so gut in Rechnen, dass er gegen Jahresmitte in diesem Fach in die nächsthöhere Klasse aufrücken konnte.

All das sind Einzelbeispiele. Wir müssen herausfinden, was am besten funktioniert, und alles zusammentragen. Mein Unternehmen ist fest entschlossen, sich dafür zu engagieren. So werden wir der Wirtschaft all die Talente und Energien zur Verfügung stellen, die sie braucht, um zu florieren. So werden wir dafür sorgen, dass das arme Kind in Manila die gleichen Chancen hat wie ein reiches in Manhattan. So werden wir überall das Ansehen von guten Lehrern steigern, die brachliegende Phantasie der jungen Generation anregen und dafür sorgen, dass kein Kind marginalisiert zurückbleibt.

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork.

Weitere Themen

Topmeldungen

Geht es bergauf für die SPD? Olaf Scholz bei einer Veranstaltung des DGB zum Tag der Arbeit in Cottbus

Parteitag vor Bundestagswahl : Was der SPD noch Hoffnung macht

Seit Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, bleibt die Zustimmung für die Sozialdemokraten mau. Mit dem virtuellen Parteitag am Sonntag soll sich das ändern.

Bayerns 6:0-Meistergala : „Campeones, Campeones!“

Die Münchner werden schon vor dem eigenen Spiel Meister. Beim 6:0-Sieg über Gladbach glänzt der FC Bayern. Und Robert Lewandowski fehlt nur noch ein Tor bis zum legendären Rekord von Gerd Müller.
Joana Cotar und Joachim Wundrak in Frankfurt

Parteitag in Frankfurt : General-Probe im AfD-Richtungsstreit

Joana Cotar und Joachim Wundrak wollen als AfD-Spitzenduo in den Wahlkampf ziehen – und sich gegen das bekanntere Duo Weidel und Chrupalla durchsetzen. Beim Nominierungsparteitag in Frankfurt müssen die beiden noch zueinander finden.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.