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Wissenschaftspolitik : Deutschland hat seine Nationale Akademie der Wissenschaften

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Bundespräsident Horst Köhler, Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der Präsident der Leopoldina, Volker ter Meulen, beim Festakt. Bild: AP

Sie wurde 1652 in Schweinfurt gegründet und darf sich seit heute erst recht auf gleicher Augenhöhe mit später gegründeten Institutionen wie der Londoner Royal Society und der Pariser Académie des Sciences fühlen: die Leopoldina in Halle ist nun Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften.

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          Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle an der Saale ist seit heute Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften. Bundesforschungsministerin Annette Schavan übertrug der weltweit ältesten bestehenden naturwissenschaftlich-medizinischen Akademie bei einem Festakt in Halle offiziell Aufgaben und Funktion einer Nationalakademie.

          An der feierlichen Zeremonie mit sechshundert Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nahm auch Bundespräsident Horst Köhler als Schirmherr teil. Er sagte in seinem Grußwort, dass die deutsche Teilung die Gelehrtenrepublik zwar belastet, aber nicht zerstört habe: „Mit welch Beharrlichkeit die Leopoldina zur DDR-Zeit ihre innere Unabhängigkeit, ihre gesamtdeutsche Ausrichtung und ihre Internationalität wahrte, verdient großen Respekt.“ Köhler würdigte die mehr als 350-jährige Tradition der Leopoldina, herausragende Wissenschaftler aus ganz Deutschland und darüber hinaus zu versammeln. Als Nationale Akademie lägen nun neue und anspruchsvolle Aufgaben vor ihr.

          Aufgaben einer Nationalakademie

          Im Februar hatten Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihre Kollegen aus den Ländern entschieden, der Leopoldina die Aufgaben einer Nationalakademie zuzusprechen, wie es sie in anderen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten in ähnlicher Weise gibt. Zusammen mit acht von Ländern getragenen Akademien der Wissenschaften sowie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften soll die Nationalakademie die Politik zu wichtigen gesellschaftlichen Themen beraten und die deutschen Akademien in internationalen Gremien vertreten.

          In der Ernennungsurkunde wird auf die Traditionen der 1652 in Schweinfurt gegründeten und 1677 von Kaiser Leopold I. zur Reichsakademie erhobenen Leopoldina verwiesen. Seit 1878 hat diese ihren Sitz in Halle. Als überregionale Akademie der Wissenschaften wird sie seit der deutschen Wiedervereinigung vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt getragen. Gegenwärtig gehören ihr 1300 Wissenschaftler aus aller Welt an.

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