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Plagiatsvorwurf gegen Historikerbuch : Doch zu viel Wiki

Zu viel Wikipedia-Wissen für ein wissenschaftliches Werk: der Beck-Verlag zieht die „Großen Seeschlachten“ zurück Bild: dpa

Der C.H. Beck Verlag hat angekündigt, das Buch „Große Seeeschlachten“ von Arne Karsten und Olaf B. Rader aus dem Verkehr zu ziehen. Einer der Autoren hat es nicht so genau genommen.

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          Eine Prüfung mit gravierenden Folgen: Der Verlag C.H. Beck hat das unter Plagiatsvorwurf stehende Buch „Große Seeschlachten“ von Arne Karsten und Olaf B. Rader mit Plagiats-Suchprogrammen (darunter iThenticate) sowie durch vergleichende Lektüre überprüft. Das Ergebnis wird in dem Münchner Traditionshaus keine Freude ausgelöst haben, denn nun hat sich der Verlag entschlossen, das Buch nicht mehr weiter auszuliefern.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Die Vorgeschichte: In einem öffentlichen Facebook-Eintrag hat der studierte Historiker Arne Janning vergangene Woche den Vorwurf erhoben, der Band sei „vollständig aus Wikipedia-Einträgen zusammenkopiert“. Diese Behauptung ist nach Darstellung des Verlags allerdings „abwegig“.

          Die von Arne Karsten, Junior-Professor für Geschichte der frühen Neuzeit in Wuppertal, verfassten Kapitel enthalten demnach keine Zitate ohne korrekten Nachweis. Anders sieht es offenkundig bei den von Olaf B. Rader, Mitarbeiter an den Monumenta Germania, geschriebenen Kapiteln aus. Rader habe sich häufiger bei Wikipedia bedient, allein im ersten Kapitel „Salamis“ wurden dreizehn Stellen gefunden, rund fünf Prozent des Textes sei eine Übernahme des Wikipedia-Artikels zur Seeschlacht von Salamis. Auch in anderen Kapiteln finden sich zahlreiche Versatzstücke aus der Internet-Enzyklopädie.

          Beck: Ungeschmälerte geistige Leistung

          Als gravierend bewertet der Verlag auch, dass sich Rader im neunten Kapitel „Trafalgar“ stark an einen 2003  im Netz veröffentlichten Aufsatz von Thomas Siebe „angelehnt“ hat. Die Quote der „sehr ähnlichen Formulierungen“ belaufe sich hier auf zehn Prozent. Olaf B. Rader bedauere „die nicht nachgewiesene Nutzung fremder Texte zutiefst“, mit dem Autor Siebe habe er sich über die Nutzung des Aufsatzes „Mythos Trafalgar“ verständigt.

          Die geistige Leistung der Autoren sieht der Verlag dennoch nicht geschmälert, auch weist er Jannings Vorwurf zurück, DFG-Mittel seien zweckwidrig verwendet worden: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft habe das Buch überhaupt nicht gefördert.
          Da für den Abend des 24. April 2014 angekündigte weitere Belege Jannings ausgeblieben seien, hätten Karsten und Rader nun ihrerseits rechtliche Schritte gegen Janning eingeleitet. Sie lehnen seine  „pauschalisierenden Vorwürfe“ als nicht akzeptabel ab.

          C.H. Beck vertraue weiterhin seinen Autoren, will aber dem Thema „mehr Aufmerksamkeit“ widmen und eine Debatte anstoßen über den Umgang mit Wikipedia in den Wissenschaften.

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