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Open Access in der Wissenschaft : Der Goldene und der Grüne Weg beim Publizieren

  • -Aktualisiert am

Die Vorteile von Open Access liegen auf der Hand: Auch die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek gibt ihre Schätze frei, hier ein französisches Reisebuch des frühen neunzehnten Jahrhunderts. Bild: Bode, Henning

Es geht nicht um „Freibier für alle“: Die deutschen Wissenschaftsorganisationen haben eine klare Strategie des offenen Zugangs zu Ergebnissen, die der Forschung und den Autoren dient. Verlage, die dagegen sind, behindern eine basisgetriebene Entwicklung.

          Wenn einzelne Vertreter von Verlagen ihren Interessen gemäß gegen Open Access argumentieren, ist das eine Sache. Sie sollten aber nicht behaupten, die Motive der deutschen Wissensorganisationen in Sachen Open Access seien unklar. Die Open-Access-Strategie der Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist nachvollziehbar und stringent. Sie will die Potentiale des Internets für die Forschung nutzen, gibt Antworten auf Fehlentwicklungen im Verlagswesen und zielt auf ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht.

          Mit dem Internet wurden neue Formen des wissenschaftlichen Arbeitens möglich. Der offene Austausch von Publikationen über die Datennetze führt zu einer schnelleren Verbreitung von Forschungsergebnissen. Das fördert nicht nur die Wissenschaft, sondern auch den Transfer von Erkenntnissen in die Gesellschaft. Kerngedanke von Open Access ist es, dass der Nutzer offenen Zugang zu wissenschaftlicher Information ohne technische, rechtliche oder finanzielle Barrieren hat. Dieses Potential gilt es zu fördern.

          Die Kosten tragen die Forschungsorganisationen

          Die Wissenschaftsorganisationen unterstützen Wissenschaftler, die ihre Publikationen im Open Access bereitstellen wollen, in vielfältiger Weise - durch Beratung und Diskussion, durch Hilfe beim Einstellen von Arbeiten in Repositorien, durch die Finanzierung von Publikationskosten für den Open Access. Im so genannten „Goldenen Weg“ des Open Access wird nicht mehr der Vertrieb einer Zeitschrift finanziert, sondern die Dienstleistung, die ein Verlag oder eine Zeitschrift für den produzierenden Autor erbringt.

          Die Kosten für diesen Service tragen allerdings auch weiterhin die Forschungsorganisationen. Es geht also keineswegs um „Freibier für alle“, wie von Verlagsseite gern formuliert wird. Der parallele „Grüne Weg“ zielt auf die Bereitstellung bereits erschienener Verlagspublikationen ab. Egal, ob „golden“ oder „grün“, die Vorteile von Open Access liegen auf der Hand: Erhöhte Sichtbarkeit, freier und schneller Zugriff, gute Auffindbarkeit, beschleunigte Kommunikation von Forschungsergebnissen und die Förderung von wissenschaftlicher Zusammenarbeit.

          Was tragen Verlage zur Wertschöpfung bei?

          Dass die bestehenden Publikationsstrukturen besonders für die deutschen Hochschulbibliotheken ins Unhaltbare führen, zeigt die Deutsche Bibliotheksstatistik: Die Erwerbsausgaben der Bibliotheken sind von 2003 bis 2011 um 38 Prozent gestiegen, die Ausgaben für elektronische Produkte sogar um sage und schreibe 325 Prozent! Sicher, Preissteigerungen an sich sind nichts Verwerfliches, insbesondere dann, wenn sie nachvollziehbar mit mehr Inhalt und besserer Leistung einhergehen. Wie aber sieht nun der Beitrag der Verlage in der Wertschöpfungskette aus? Die Wissenschaftler erzeugen die Forschungsergebnisse, tragen den wissenschaftlichen Begutachtungsprozess, den sogenannten Peer Review und bereiten die Druckvorlage nach Verlagsvorgaben weitgehend selbständig vor.

          Neben der Moderation dieses Prozesses leisten die Verlage vor allem die Vermarktung. Vermarktung und Preispolitik orientieren sich derzeit aber vorrangig daran, was aufgrund zum Teil marktbeherrschender Strukturen durchzusetzen ist. Die Steigerung der Umsatzrenditen der großen Spieler Wiley, Springer und Elsevier von 24 bis 38 Prozent in den letzten Jahren spricht eine deutliche Sprache.

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