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Exzellenzinitiative : Leuchtturm und Lampion

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Wie viele Leuchttürme gibt es im Land? Bund und Länder beantworten diese Frage im Stillen. Bild: Picture-Alliance

Mit kleinen Schritten bewegt sich die Exzellenzinitiative in die nächste Förderphase. Die Entscheidungen werden im politischen Hinterzimmer getroffen. Ein großer Wurf wird es so kaum.

          Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, ein international vielbeachtetes und hochgelobtes Förderprogramm für die universitäre Forschung, läuft im Herbst 2017 aus. Inzwischen ist klar, dass sie fortgeführt werden soll, nicht aber, in welcher Form. Vorschläge aus Politik und Wissenschaft nähren immer neue Spekulationen. Die Entscheidungsprozesse sind wenig transparent. Die Zeit für die Einigung drängt. Wird es Bund und Ländern gelingen, die Impulse der Initiative zu verstetigen und ein solides Dauerspalier für künftige Erträge zu bauen?

          Blicken wir zurück: Nach langen Jahren der Mängelverwaltung und nach quälenden Dauerreformen ging im Sommer 2005 ein Ruck durch die Hochschullandschaft. Bund und Länder starteten eine „Exzellenzinitiative zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“, um den „Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbar zu machen“ - eine Jahrhundertaufgabe. 2009 wurde die Initiative um eine zweite Förderphase verlängert. Bis 2017 wird sie den Hochschulen rund 4,6 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln in die Kassen gespült haben.

          Zu drei Vierteln vom Bund und zu einem Viertel von den Ländern finanziert, werden die Exzellenzmittel für drei „Förderlinien“ verwendet. Aktuell sind das 45 Graduiertenschulen für die strukturierte Promotionsförderung, 43 Exzellenzcluster für die Spitzenforschung, oft in Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, und schließlich elf „Zukunftskonzepte“ für ganze Universitäten, die sich selbst gerne „Exzellenzuniversität“ nennen.

          Neun solcher Exzellenzen gab es in der ersten Phase der Exzellenzinitiative bis 2012, heute sind es elf. Unter ihnen fünf neu Gekürte, nachdem drei Gewinnern aus der ersten Runde eine Verlängerung versagt blieb. Das in zwei Jahren auslaufende Programm hat breite Beachtung gefunden. Es stand für einen hoffnungsfrohen Aufbruch in der Wissenschaftspolitik und hat, jenseits aller sonstigen Leistungen, die Sichtbarkeit der deutschen Universitäten und Forschung national und international erkennbar verbessert. Alle Projekte, für die sich keine alternativen Fördermöglichkeiten bieten, müssten jedoch 2017 abgewickelt werden. Das wird vermutlich auf die meisten zutreffen. Ist der Traum von Exzellenz an deutschen Hochschulen nach einem „kurzen Sommer“ vorbei?

          Klare Finanzen, unklare Absichten, knappe Zeit

          Wir wissen es noch nicht. Aber ganz schlechte Zeiten wird es zum Glück vorerst nicht wieder geben. Inzwischen ist bekannt, dass die im letzten Herbst beschlossene nächste Runde etwa denselben finanziellen Umfang wie die alte haben wird und bis 2028 reichen soll. Im April legten die Bundesfraktionsvorstände von Union und SPD einen Finanzrahmen von vier Milliarden Euro fest. Darüber hinaus wurde ein Programm zugesagt, das für eine Milliarde Euro einen Zuwachs an langfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten an den Universitäten schaffen soll.

          Der klare Finanzrahmen ist eine gute Nachricht. In jüngster Zeit wuchs nämlich das Unbehagen an den vielen, teilweise üppig ausgestatteten Pakten und Sonderprogrammen für Wissenschaft und Forschung, während die Grundfinanzierung der Hochschulen chronisch darbt. Und schon lange wird die Exzellenzinitiative dafür kritisiert, einseitig auf Forschungsleistungen abzustellen und einer verzerrten Rangordnung von Hochschulen Vorschub zu leisten. Ihre Fortsetzung war daher alles andere als ausgemacht.

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