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Ein Zwischenruf : Studiengebühren? Was sonst!

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Auf alle Fälle sollte die Entscheidung dezentral getroffen werden können. Das wäre Hochschul- und Fachbereichsautonomie. Auf alle Fälle würden zusätzliche Finanzmittel gezielt dorthin gelenkt, wo sie wegen erhöhter Nachfrage auch am dringlichsten benötigt werden.

Um welche Beträge geht es? Sind 33 Euro im Monat unzumutbar?

Nun darf aber keinesfalls eine Fehlsteuerung der Art einsetzen, dass rein aus dem Motiv der Vermeidung von Studiengebühren Fächer studiert werden, die nicht den eigenen Talenten und Neigungen entsprechen. Damit gewinnt die absolute Höhe von Studiengebühren große Relevanz. Sie muss so gewählt werden, dass Studieninteressierte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wahl des Studienfachs und des Studienorts nicht von diesem Betrag abhängig machen. Daher soll konkret eine Studiengebühr in Höhe von 200 Euro je Semester zur Diskussion gestellt werden.

Über ein gesamtes Bachelor-Studium von sieben Semestern (3,5 Jahre) addieren sich so Gesamtkosten für die Studierenden von 1400 Euro. Heruntergebrochen auf einen einzelnen Monat, reden wir über 33 Euro. Dafür gibt es an den Hochschulen ein tagesfüllendes Bildungsprogramm samt guter Chancen auf ein erhöhtes Lebenseinkommen. Etliche Handy-Flatrates oder Beiträge für Fitness-Studios kosten mehr. Studiengebühren in dieser Höhe sind sozialverträglich. Sollte jemand die Entscheidung zum Studium tatsächlich von diesem Betrag abhängig machen, müsste man an der Ernsthaftigkeit des Studienwunschs zweifeln.

Die Nachteile nachgelagerter Studiengebühren

Andererseits reden wir hier über einen Betrag, der zumindest für die nichttechnischen Fachbereiche mittelgroßer Fachhochschulen einen wichtigen Finanzierungsbeitrag darstellen kann. Am konkreten Beispiel unseres Fachbereichs mit 750 Studierenden käme es pro Jahr zu zusätzlichen Einnahmen von 300.000 Euro. Das reicht für die Finanzierung von drei zusätzlichen Professuren auf W2-Niveau. Diese kämen den Studierenden über ein verbessertes Lehrveranstaltungsangebot und verkleinerte Seminargruppen unmittelbar zugute.

Diskutiert werden immer wieder sogenannte „nachgelagerte Studiengebühren“. Eine Zahlungspflicht an die Hochschule setzt dabei erst nach erfolgreichem Studienabschluss ein und auch erst dann, wenn ein Arbeitseinkommen einer bestimmten Mindesthöhe erzielt wird. Im Rahmen des hier vorgeschlagenen Modells wird ein solches Verfahren aus drei Gründen abgelehnt. Erstens soll durchaus schon die Chance auf ein hohes Lebenseinkommen moderat „bepreist“ werden.

Zweitens würden nachgelagerte Studiengebühren ein Verwaltungsmonster schaffen. Und drittens ist es psychologisch gesehen ungeschickt, ehemalige Studierende für etwas zahlen zu lassen, von dem sie selbst nicht mehr unmittelbar profitieren. Viel motivierender ist es, schon während des eigenen Studiums den Nutzen aus den gezahlten Beträgen ziehen zu können. Die Hochschulen wären dann in der Pflicht, die Mittelverwendung auch hinreichend transparent zu machen.

Eine wichtige Anmerkung zum Abschluss: Studiengebühren verbessern die Situation im Hochschulbetrieb natürlich nur, wenn sie auch ungekürzt an der „Werkbank“, also in den Fachbereichen ankommen. Sie müssen „on top“ zur staatlichen Hochschulfinanzierung erhoben werden und dürfen kein Anlass sein, dass sich die öffentliche Hand parallel als Finanzier zurückzieht.

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