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Archive und Museen in der Flut : Schäden an Kultur in Rheinland-Pfalz „erheblich“

In den Kursaal von Bad Neuenahr hatte die Flut einen Baum gespült. In Rheinland-Pfalz hat die Ermittlung der Schäden im Kulturbereich erst begonnen. Bild: dpa

In den Hochwassergebieten wird noch ermittelt, welche Schäden entstanden sind. In Rheinland-Pfalz zeichnet sich bereits ab: Die Kultur hat es schwer getroffen.

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          4,5 Millionen Euro: Auf diese Summe ­sollen sich die bislang in Rheinland-Pfalz gemeldeten Schäden, die durch das Hochwasser an Einrichtungen des kulturellen Lebens entstanden sind, belaufen. Dies teilte das rheinland-pfälzische Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration auf Anfrage der F.A.Z. mit. Vertreter des Landeshauptarchivs, des Landesbibliothekszentrums und des Museumsverbands Rheinland-Pfalz sammeln laut Ministerium derzeit Informationen zu Hochwasserschäden im Kultur­bereich und koordinieren erste Hilfsmaßnahmen.

          Anna Schiller
          Volontärin.

          In der Summe enthalten seien Kosten zur Bergung, Säuberung, Zwischenlagerung und Restaurierung von Objekten und Schriftgut aus Archiven, Museen und Bibliotheken. Betroffen seien unter anderem das Schützenmuseum in Ahrweiler, das Pfarrarchiv und das Stadtmuseum in Bad Neuenahr sowie das Technikmuseum in Sinzig/Bad Bodendorf.

          Das Ministerium sagt jedoch, dass es sich bei der Summe nur um eine Momentaufnahme handele, basierend auf eigenen Schätzungen und bereits eingeholten Kostenvoranschlägen. Die Schadensermittlung sei nicht abgeschlossen, denn von vielen Einrichtungen gebe es noch keine Rückmeldung. Daher seien Schäden an denkmalgeschützten Gebäuden, archäo­logischen Fundstätten und den Archiven der Kommunen noch nicht in der Summe enthalten.

          Immaterielle Verluste beim „Gedächtnis der Verwaltung“

          Schon jetzt zeichnet sich laut dem Ministerium jedoch ab, dass die Schäden im Kulturbereich erheblich sind. Insbesondere mit Blick auf die Archive rechnet man in Mainz auch mit immateriellen Verlusten. In den Registraturen seien Akten aufbewahrt, „die zum Gedächtnis der Verwaltung zählen und gleichsam das Archivgut von morgen darstellen“. Diese Bestände müssten gerettet werden, „damit für die Zukunft keine Überlieferungs­lücken entstehen“. Das Bundesarchiv in Koblenz habe beispielsweise beschädigte Akten aus Ahrweiler zum Einfrieren übernommen – damit diese aufgrund der Feuchtigkeit nicht verschimmeln.

          Eine Übersicht zu den an Denkmälern entstandenen Schäden stellt die General­direktion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz zusammen. In einer Stellungnahme der Landeskonservatorin Roswitha Kaiser heißt es, dass bislang 185 Meldungen zu geschädigten Denkmälern aus dem Landkreis Ahrweiler vorlägen. Aus dem Landkreis Bitburg-Prüm seien „etwa sechzig bis achtzig denkmalgeschützte Objekte als beschädigt gemeldet“. Die Generaldirektion arbeite zur Schadenserfassung mit den Denkmalschutzbehörden der Landkreise zusammen. Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude können Schäden über ein Onlineformular auch selbst melden. Zudem werden Hilfsangebote von Restauratoren und Ingenieuren gesammelt und an die Unteren Denkmalschutzbehörden weitergeleitet.

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