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Filmpolitik : Ganz Paris schwärmt von der Quote

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Frankreichs Kulturministerin Cathérine Tasca und EU-Kommissarin Viviane Reding fordern eine Initiative für den europäischen Film.

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          Das erfolgreichste europäische Filmland war im letzten Jahr Frankreich. Und nicht nur im letzten. Der französische Film bürgt seit Jahrzehnten für eine umfangreiche Film-Produktion bei insgesamt hoher Qualität.

          Frankreichs Kulturministerin Cathérine Tasca führt diesen Erfolg nicht nur auf die Kreativität der Filmemacher zurück, sondern auch auf eine erfolgreiche Filmpolitik. In einem Gespräch mit dem französischen Magazin „L'Express“ preist Tasca die positive Wirkung von Quoten, nach denen immer ein bestimmtes Quantum an einheimischer Kulturproduktion garantiert werden müsse. Solche Quoten seien geeignet, die Neugier des Publikums auf europäische Filme zu wecken.

          Als typisch für das französische Modell bezeichnet Tasca die "Redistribution", die Zurückführung von Kino-Einnahmen an die Förderstellen des französischen Kinos. Die jüngste Entwicklung in anderen europäischen Staaten habe gezeigt, dass Frankreich hier für viele ein Vorbild sei.

          Gleichzeitig plädiert Tasca dafür, die Film-Distribution in Europa insgesamt zu verbessern. „Die Frage der Distribution darf nicht erst am Ende des Parcours gestellt werden, wenn der Film fertiggestellt ist, sondern schon am Anfang... Die ernsthaften Produzenten - zumal die jüngsten unter ihnen - sind in dieser Hinsicht sehr sensibel. Wenn Filme auf dem nationalen Markt rentabel wären (wie das auf dem großen amerikanischen Markt der Fall ist, d.Red.) würde sich die Frage nicht stellen“, sagt Tasca.

          Viviane Reding, EU-Kommissarin für Kultur und Audiovisuelles, fordert in demselben Gespräch: "Die Zeit ist reif für eine konzentrierte Aktion der Kulturminister, um unsere Jugendlichen an dieses audiovisuelle Kulturerbe heranzuführen, etwa durch eine Woche des europäischen Kinos.“

          Cathérine Tasca spricht sich zwar gegen den "Euro-Pudding" aus - paneuropäische Produktionen mit unklarer Identität. Doch auf die Frage, welcher europäische Film ihr im letzten Jahr am besten gefallen habe, antwortet sie: "Tosca, ein Film von einem französischen Regisseur mit italienischen Darstellern und einem englischen Orchester, der in Deutschland gedreht wurde."

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