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Filmförderung : Junger europäischer Film braucht Selbstbewusstsein

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Flott und heiter: Götz Alsmann und Susann Atwell kurz vor ihrer Präsentation des Deutschen Filmpreises in Berlin Bild: obs

Kino bildet kulturelle Identitäten. Kulturstaatsminister Nida-Rümelin spricht sich für den Europäischen Film und gegen Hollywood aus.

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          Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat die deutschen und europäischen Filmemacher dazu ermutigt, mit ihren eigenen künstlerischen Handschriften und kulturellen Traditionen der Übermacht des Hollywood-Films zu begegnen.

          In Deutschland gebe es zurzeit eine interessante jüngere Generation von Filmemachern, denen man auch Zeit geben müsse, sich zu entwickeln und möglicherweise sogar über die Grenzen des Landes hinaus Aufmerksamkeit zu finden, sagte Nida-Rümelin in einem dpa-Gespräch vor der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 22. Juni.

          Steigerungsraten möglich

          „Natürlich ist es illusorisch zu versuchen, den US-amerikanischen Film global zurückdrängen zu wollen, aber mehr als die gegenwärtigen mageren 10 bis 15 Prozent Marktanteil des deutschen Films im Inland sind möglich“, meinte der SPD-Politiker. In Frankreich habe es beispielsweise zu Beginn dieses Jahres einen sprunghaften Anstieg der einheimischen Filme bis auf zeitweise 50 Prozent gegeben. Das sei bisher einmalig in Frankreich. „Das zeigt, dass es noch Spielräume gibt, ohne dass man dem Hollywood-Film hinterher laufen muss.“

          Nida-Rümelin sieht „faszinierende Potenziale“ unter den jungen deutschen Filmemachern, die durchaus noch ein größeres Publikum als bisher in die Kinos locken könnten und auch internationalen Beifall erhalten. Als Beispiele nannte er Filme wie „Die innere Sicherheit“ von Christian Petzold, der vom internationalen Kritikerverband als „Entdeckung des Jahres“ gefeiert wurde, oder „Lola rennt“ von Tom Tykwer. Petzolds Film und Tykwers „Der Krieger und die Kaiserin“ erhielten die meisten Nominierungen für den 51. Deutschen Filmpreis 2001. Man könne nicht damit zufrieden sein, dass der deutsche Film seit acht Jahren im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes nicht mehr vertreten sei, sagte Nida-Rümelin.

          Mehr europäisches Selbstbewußtsein

          Auch auf der Berlinale sollten die hoffnungsvollen neuen Kräfte des deutschen Films noch stärker als bisher in Erscheinung treten, sagte der Politiker. Bei der geplanten Optimierung der Filmförderung, zu der er im Herbst seine Vorschläge vorlegen will, gehe es ihm auch um die „kulturelle Filmförderung“, wobei die nach diesen Kriterien geförderten Filme natürlich auch ihr Publikum finden müssten. „Gerade junge Menschen gehen ins Kino und sollten nicht nur mit Geschichten aus Hollywood oder New York konfrontiert werden, die bei uns keinen Sinn machen. Mit Filmen werden auch kulturelle Identitäten geprägt.“

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