https://www.faz.net/-gqz-2ru1

Filmfestival : In Locarno ist Deutschland mit von der Partie

  • Aktualisiert am

Locarno am Tag vor dem Festival Bild: AP

An diesem Donnerstag beginnt das 54. Filmfestival von Locarno - das kleinere, aber nicht minder spannende unter den europäischen Festivals.

          2 Min.

          An diesem Donnerstag beginnt das Filmfestival von Locarno. Das nach Cannes, Venedig und Berlin vierte bedeutende internationale Filmfestival in Europa fährt auch in diesem Jahr wieder zweigleisig. Während das Wettbewerbsprogramm dem Autorenfilm vorbehalten ist, läuft im Rahmenprogramm auch mancher „Blockbuster“-Film.

          Zu den Großproduktionen, die in Locarno auf der „Piazza“ im Freien zu sehen sind, gehört „Final Fantasy - The Spirits Within“. Er eröffnet das Festival an diesem Donnerstag. Der Schöpfer dieses ersten vollständig computergenerierten Films, der Japaner Hironobu Sakaguchi, hat schon das gleichnamige Videospiel entwickelt.

          Dem Film eilt der Ruf voraus, zwar technisch eindrucksvoll zu sein, aber unter einem schwachen, wenn überhaupt existenten Drehbuch zu leiden. Auf der Piazza wird auch die Mega-Produktion „Planet of the Apes“ von Tim Burton gezeigt - ein Remake des Science-Fiction-Films von 1967. Daneben werden ein neuer Film von Peter Bogdanovich „The Cat's Meow“, die Almodóvar-Produktion „El espinoza del diablo“ und der Streifen „My Napoleon“ gezeigt. Zum ersten Mal ist auch ein Film aus der indischen Produktionsstätte „Bollywood“ vertreten: „Lagaan“ von Ashutosh Gowariker.

          Lang erwartete Italiener

          Den Kontakten der künstlerischen Leiterin des Festival, Irene Bignardi - im Hauptberuf Kritikerin der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, wird es zugeschrieben, dass diesmal im Wettbewerb die oft vermissten italienischen Filme laufen: drei an der Zahl. Einer davon ist der Film „Non è giusto“ von Antonietta De Lillo. Er erzählt die Geschichte der beiden Kinder Sofia und Valerio, die den Sommer bei ihren Eltern im ausgestorbenen Neapel verbringen müssen.

          Der Film schildert, wie sich die Kinder gegen das Unverständnis der Erwachsenenwelt zu schützen versuchen. Ein anderer italienischer Film. „Alla rivoluzione sulla due cavalli“ stammt von Maurizio Sciarra und ezählt im Stil eines Road-Movies von jungen Leuten, die nach dem Ausbruch der Nelkenrevolution in Portugal 1974 mit einem 2 CV von Paris nach Lissabon fahren. Alberto Rondallis Film „Dervis“ handelt von einem Oberhaupt des Derwisch-Ordens in einer osmanischen Provinzstadt um 1900, der in Konflikt gerät mit den Menschen im Ort, deren Probleme er nicht versteht.

          Deutschland kann nicht klagen

          Im Wettbewerb laufen Filme aus der ganzen Welt: von Frankreich über den Iran bis Brasilien und Indien. Auch die deutschen Filmemacher haben keinen Grund zur Klage: Deutschland ist mit zwei Filmen vertreten: „Love The Hard Way“ von Peter Sehr, eine internationale Produktion mit hochkarätiger Besetzung, erzählt die Geschichte einer brillianten Studentin, die im Kino einen geheimnisvollen jungen Mann kennenlernt. Der hat eine Vorliebe für alte Bücher. Es entwickelt sich eine komplexe und komplizierte Romanze. „Ich werde Dich auf Händen tragen“ von Iain Dilthey ist der zweite Teil einer Trilogie über die Nostalgie. Der erste hieß „Sommer auf Horlachen“, der dritte Teil soll den Titel „Glaube, Liebe, Hoffnng“ tragen.

          „Ich werde Dich auf Händen tragen“ spielt im Wien unserer Zeit und erzählt die Geschichte einer junge Frau, die ihr Glück auf eigene Faust sucht, nachdem der Vater des Kindes sich aus dem Staub gemacht hat.

          Insgesamt werden während der elf Festivaltage bis zum 12. August 250 Kurz- und Spielfilme zu sehen sein.

          Mit dem diesjährigen Festival beginnt die Amtszeit des neuen Präsideten, des Schweizers Marco Solari. Die Jury ist hochkarätig besetzt: Ihr gehören unter anderem an der chilenische Schriftsteller und Botschafter Chiles in Deutschland, Antonio Skarmeta, die Filmkritikerin der „New York Times“, Janet Maslin, die Schweizer Schrifststellerin Zoe Jenny und die Schauspielerinnen Laura Morante (Italien), Kerry Fox (Neuseeland) und Debra Winger (USA).

          Weitere Themen

          Gestohlenes Klimt-Werk nach 20 Jahren wieder aufgetaucht Video-Seite öffnen

          Sensationsfund : Gestohlenes Klimt-Werk nach 20 Jahren wieder aufgetaucht

          Ein durch Zufall gefundenes Gemälde wurde als das vor mehr als 20 Jahren gestohlene Werk von Gustav Klimt "Bildnis einer Frau" identifiziert. Das Gemälde wurde im Dezember in der Außenmauer eines italienischen Museums in Piacenza entdeckt. Nun bestätigt die Museumsleitung, dass es sich bei dem Fund tatsächlich um das Original handelt.

          Fit für die Welt

          Überwachung der Gesundheit : Fit für die Welt

          Selbstoptimierung war gestern, heute verkaufen Apple und Google Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker als Dienst an der Menschheit.

          Topmeldungen

          Handball-EM im Liveticker : Deutschland packt zu

          Mit vollem Einsatz spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen starke Kroaten. Das bringt viele Zeitstrafen – doch Deutschland führt zur Halbzeit. Wer setzt sich am Ende durch? Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.
          IBMs Quantencomputer „System Q“ ist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu sehen.

          Quantencomputer : Die nächste Revolution

          Quantencomputer können Verschlüsselungen knacken, neue Batterien entdecken und an Finanzmärkten Geld verdienen. Und das sind nur die Möglichkeiten, die bisher bekannt sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.