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Film : Wie wertvoll ist die Filmbewertungsstelle?

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Das Grauen hört auf den Namen „Hannibal” und trägt Sonnenbrille Bild: Berlinale

Dass der König tanzt, ist „besonders wertvoll“ für die deutschen Kinozuschauer - behauptet die FBW.

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          Der Psychoschocker „Hannibal“ zeigt in Großaufnahme, wie ein Gehirn ausgelöffelt wird - ein schwieriger Fall für die Filmbewertungsstelle (FBW). Seit fast 50 Jahren stellt sich die Behörde im Biebricher Schloss in Wiesbaden der schwierigen Aufgabe, Qualitätsprädikate für Kinofilme zu vergeben.

          Ihre Entscheidungen zahlen sich für Filmverleiher, Produzenten und Kinobetreiber auch in Mark und Pfennig aus: Für Prädikatsfilme müssen sie keine Vergnügungssteuern zahlen. Dem im Februar angelaufenen Horrorstreifen verlieh die FBW das Prädikat „wertvoll“.

          Die FBW ist eine Art „Stiftung Warentest“ für Kinofilme. Gegründet wurde sie am 20. August 1951 als Gemeinschaftsprojekt der Länder. Die Kultusminister wollten Regisseure und Produzenten mit Steuernachlässen zu Qualitätsfilmen anspornen und so die Kinozuschauer vor allzuviel Trivialität bewahren.

          Dancing King: Louis XIV.
          Dancing King: Louis XIV. : Bild: helkon

          Das Gießkannenprinzip

          Seit Anbeginn steht die FBW deshalb auch in der Kritik: Feuilletonisten wetterten gegen den „Amtsschimmel im Kino“ und sahen die grundgesetzlich verbriefte Freiheit der Kunst in Gefahr. Sie warfen der Filmbehörde vor, sie wolle sich nur selbst erhalten.

          Dabei droht die grössere Gefahr von der Beliebigkeit der Auszeichnung: Im Jahresschnitt stehen 300 Filme auf dem Prüfstand, 200 davon werden ausgezeichnet. So sind in letzter Zeit neben „Hannibal“ sowohl „Emil und die Detektive“ als auch „Brot und Tulpen“ oder „Die purpurnen Flüsse“ prämiert worden. Es ist deshalb aufschlussreich, die Beurteilungskriterien der FBW zu kennen: „Bei der Beurteilung eines Films ist der Anspruch zu beachten, den er nach Stoff und Gattung erhebt.“ Das heisst, der Qualitätsmaßstab richtet sich nach dem jeweiligen Genre des Filmes - und ist deshalb ein sehr dehnbarer Begriff.

          Das Verfahren

          Jeder Streifen wird, meist zwei Wochen vor dem Kinostart, von einem fünfköpfigen Gremium begutachtet. Journalisten und Theaterleute finden sich darin ebenso wie Wissenschaftler und Psychologen. Eine besondere Ausbildung brauchen die 54 von den Ländern benannten ehrenamtlichen Prüfer nicht. Nur viel Sitzfleisch: Sie schauen die Filme in einem Kinomarathon der Reihe nach an: Vier Tage am Stück, elf Stunden pro Tag. Nach 60 Minuten Diskussion pro Film fällt das Urteil.

          Die Gutachten muss die Filmwirtschaft selbst bei der FBW beantragen. Dafür zahlen die Antragsteller je nach Länge des Films bis zu 5.000 Mark, denn die FBW muss ihre Ausgaben von jährlich rund einer Million Mark selbst finanzieren.

          Wird ein Film ausgezeichnet, profitiert er davon in vielerlei Hinsicht. Neben dem Wegfall der Vergnügungssteuer, die allerdings nur noch in Nordrhein-Westfalen, Bremen und im Saarland erhoben wird, bekommen ausgezeichnete Filme eher Fördermittel vom Bund. Das Geld fließt dann nicht erst nach 100.000, sondern bereits nach 50.000 Besuchern. Außerdem lässt sich ein Film mit Prädikat besser vermarkten.

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