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Film : Nordkorea fühlt sich durch Bond beleidigt

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Bond-Plakat in Seoul. Auch in Südkorea ruft der Film Proteste hervor Bild: AP/Ahn Young-joon

Auch in Südkorea ruft der Film Proteste hervor, weil eine Sexszene in einem buddhistischen Tempel spielt.

          Das kommunistische Nordkorea hat den neuen James-Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ als eine Beleidigung aller Koreaner bezeichnet.

          Das nordkoreanische „Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes“ fordert die Vereinigten Staaten in einer Erklärung auf, den Film unverzüglich zurückzunehmen. Er sei eine „schmutzige und verwünschte Posse, durch die (Nordkorea) verleumdet und das koreanische Volk beleidigt“ werde.

          In dem Film steuert der von Pierce Brosnan gespielte britische Agent „007“ ein Luftkissenfahrzeug durch die schwer bewachte innerkoreanische Grenze. Er fällt Nordkorea in die Hände, wo er gefoltert und erst nach mehr als einem Jahr bei einem Gefangenenaustausch frei kommt.

          „Amerika, die Wurzel aller Katastrophen“

          Der Film-Hit des MGM-Studios beweise deutlich, dass Amerika „die Wurzel aller Katastrophen und Unglücke der koreanischen Nation“ und „ein Reich es Bösen“ sei, hieß es in der von der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

          Auch in Südkorea, wo der Film noch nicht angelaufen ist, stieß er auf Kritik. Dort wird besonders eine Sexszene in einem buddhistischen Tempel als anstößig empfunden. Im Internet riefen zahlreiche Südkoreaner zum Boykott des Streifens auf, da er die koreanische Kultur beleidige. In Südkorea sorgt auch der Tod von zwei Mädchen, in den zwei amerikanische Soldaten verwickelt sind, für Proteste gegen den Film.

          Nordkorea will Atomprogramm wieder starten

          Unterdessen haben sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea weiter verschlechtert. Washington wirft Pjöngjang vor, entgegen einer Vereinbarung von 1994 in seinen Atomanlagen waffenfähiges Plutonium zum Bau mindestens einer Atombombe produziert zu haben. Deshalb setzten die USA vertraglich vereinbarte Heizöllieferungen seit November aus. Die dadurch verschärfte Energiekrise will Nordkorea jetzt nach eigener Darstellung zum Anlass nehmen, die Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Die Regierung in Pjöngjang kündigte etwa an, UN-Überwachungskameras und -Siegelmarken an den Anlagen notfalls eigenmächtig zu entfernen.

          Das unter einer Hungersnot leidende Land wirft Amerika außerdem vor, im Konflikt über das umstrittene Atomprogramm humanitäre Hilfe als Druckmittel zu missbrauchen. Sein Land weise jede Hilfe zurück, die an einen „bösen politischen Zweck“ und politische Bedingungen gebunden sei.

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