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Film : Nach sieben Jahren - ein deutscher Film für Cannes

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Deutschlands Hoffnung: Hans Weingartner Bild: BECKER&BREDEL

Es ist fast schon eine kleine Sensation. Nach sieben Jahren hat es wieder ein deutscher Film in den Wettbewerb des Festivals von Cannes geschafft: „Die fetten Jahre sind vorbei“ des jungen Regisseurs Hans Weingartner.

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          Im Filmwettbewerb von Cannes ist nach sieben Jahren erstmals wieder ein deutscher Beitrag im Kampf um die Goldene Palme vertreten. „Die fetten Jahre sind vorbei“ von Hans Weingartner mit „Good-Bye Lenin“-Star Daniel Brühl in einer Hauptrolle gehört zu den insgesamt 18 Wettbewerbsfilmen, deren Namen am Mittwoch in Paris bekanntgegeben wurden.

          Weingartner ist Österreicher (Jahrgang 1970), er lebt aber in Deutschland und feierte gleich mit seinem ersten Film „Das weiße Rauschen“ einen Erfolg. Das Festival dauert vom 12. bis 23. Mai; die Preise werden am 22. Mai vergeben.

          „Ich bin überglücklich, meinen zweiten Film auf diesem wichtigen Filmfestival im Wettbewerb vorstellen zu können“, freute sich Weingartner. „Neben so bedeutenden Regisseuren wie Wong Kar-Wai, Walter Salles, den Coen-Brüdern oder Emir Kusturica in einem Programm zu laufen, ist einfach etwas ganz Besonderes“, hieß es in einer im Internet verbreiteten Stellungnahme des Regisseurs.

          Wenders war der letzte

          Zuletzt war 1997 Wim Wenders' Film „Am Ende der Gewalt“ in Cannes als deutscher Beitrag im Rennen um die Goldene Palme. Frankreich und die Vereinigten Staaten sind in Cannes diesmal mit je drei Filmen am stärksten vertreten, Asien stellt mit sechs Filmen ein Drittel aller Beiträge. Eröffnet wird der Filmreigen außer Konkurrenz von Pedro Almódovars Film „La Mala Educación“. Im Nebenrennen um den besten Kurzfilm tritt in diesem Jahr der Deutsche Klaus Hüttmann mit „Der Schwimmer“ gegen neun Konkurrenten aus acht Staaten an.

          „Die fetten Jahre sind vorbei“ handelt von drei jungen Idealisten, die mit ihrem Willen zur Veränderung in Konflikt mit den Mächtigen geraten. Wie schon bei „Das weiße Rauschen“ entwickelte Weingartner die Dialoge und Szenen erst während der Dreharbeiten. In den Hauptrollen sind neben Daniel Brühl - der schon beim „Weißen Rauschen“ mitspielte - Julia Jentsch und Stipe Erceg zu sehen. Der Film ist eine deutsch-österreichische Koproduktion. Weil der deutsche Anteil an der Produktion größer sei, laufe er als deutscher Beitrag, erklärte ein Sprecher der Produktion.

          Keine Chance für Schlöndorff

          Insgesamt wurden aus der Rekordzahl von 1335 Bewerbungen 18 Wettbewerbsfilme ausgewählt. Dabei hatten Altmeister wie Volker Schlöndorff diesmal wenig Chancen gegen die Nachwuchsregisseure. Oscar-Preisträger Schlöndorff („Die Blechtrommel“) zeigte Verständnis für die Jury, die seinen neuen Film „Der neunte Tag“ für Cannes nicht annahm. Ihm sei gesagt worden, man wolle nach so langer Abwesenheit des deutschen Films nicht wieder bei jenen Regisseuren anknüpfen, die schon früher dabei gewesen seien. Der amerikanische Dokumentarfilmer Michael Moore („Bowling for Columbine“) zieht mit „Fahrenheit 9/11“ über die Anschläge von New York und Washington in den Wettbewerb. Der Serbe Emir Kusturica ist mit „Das Leben ist ein Wunder“ dabei. Im britischen Beitrag „The Life and Death of Peter Sellers“ erzählt Stephen Hopkins das Leben des Schauspielers Sellers. Mit „Tropical Malady“ von Apichatpong Weerasethakul ist erstmals Thailand vertreten.

          Im offiziellen Programm außer Konkurrenz läuft die französisch- belgisch-deutsch-spanische Koproduktion „Salvador Allende“ von Patricio Guzmán. Der Dokumentarfilm schildert den Sturz der demokratisch gewählten Regierung Salvador Allendes am 11. September 1973 in Chile. Ein weiterer deutscher Beitrag ist in der Reihe „Un Certain Regard“ zu sehen: „Marseille“ von Regisseurin Angela Schanelec, die Geschichte einer jungen Fotografin. In der gleichen Reihe läuft außerdem die österreichisch-deutsche Koproduktion „Hotel“ von Jessica Hausner.

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