https://www.faz.net/-gqz-30lo

Film : "Herr der Ringe" in London uraufgeführt

  • Aktualisiert am

Szene aus: „Der Herr der Ringe” Bild: warner

"Besser als Harry Potter". Englands Kritiker sind seit Montagnacht im "Herr-der-Ringe-Fieber".

          2 Min.

          "Viel besser als Harry Potter". Das war der Tenor der Kritiken nach der Premiere des "Herren der Ringe" Montagabend in London. Das dreistündige Epos des neuseeländischen Regisseurs Peter Jackson mit dem Untertitel "Die Gefährten" erzählt den ersten Teil des Tolkienschen Epos' aus dem Fantasiereich "Mittelerde".

          Er handelt von dem jungen Hobbit Frodo, der von seinem Onkel Bilbo einen außergewöhnlichen Ring als Geschenk erhält. Von Zauberer Gandalf erfährt Frodo, dass es sich um den mächtigen Ring des bösen Sauron handelt. Um Saurons Rückkehr zur Macht zu verhindern, muss der Ring in Saurons Reich Mordor vernichtet werden. Frodo bricht auf in dieses Reich.

          Im Dezember 2002 soll der zweite Teil der Trilogie" Zwei Türme", Ende 2003 dann "Die Rückkehr des Königs" in die Kinos kommen.

          Etwa 2000 begeisterte Fans jubelten am Montagabend den Hauptdarstellern Liv Tyler und Elijah Wood zu, als sie zu der Premiere am Londoner Leicester Square kamen. Die Darsteller selbst waren sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Tyler. Schauspielkollege Ian McKellen, der den Zauberer Gandalf darstellt, nannte das neue Werk einen „Meilenstein der Filmgeschichte". "Es ist biblisch", schwärmte er.

          Erste Online-Reaktionen

          Enthusiastisch gab sich auch Darsteller Christopher Lee: „Keiner hat je etwas Vergleichbares gesehen“, schwärmte er von dem dreistündigen Epos, das die Zuschauer mit aufwändigen Kostümen und visuellen Effekten in die Zeit des Mittelalters zurückführt. Soviel zum Marketing.

          Die englischen Kritiker waren von dem Film durchaus angetan. Im Vergleich zu dem anderen Medien-Hype dieses Jahres, Harry Potter, sei "Der Herr der Ringe" ein beachtlicher Film, hieß es in ersten, rasch geschriebenen Kritiken in den Online-Ausgaben des "Guardian" und des "Independent". Der Film sei "altmodisch" und ehre den literarischen Text, ohne sich von ihm versklaven zu lassen, schreibt Xan Brooks im "Guardian". Brooks vergleicht den Film mit "Tiger and Dragon", er sei nur düsterer.

          Wo ist Seite 53?

          Im "Independent" nennt Thomas Sutcliffe den Film eine beeindruckende Fabel, aber keine für Puristen und zitiert einen Filmzuschauer, der während der Presse-Vorführung ausrief: "Und was ist mit Seite 53?"

          Regisseur Peter Jackson drehte den ersten Teil für 122 Millionen Euro in seiner Heimat Neuseeland und bietet dem Zuschauer nach Auffassung der Kritiker spektakuläre Landschaftsaufnahmen, die Neuseeland einen Tourismus-Boom bescheren könnten.

          In den 15 Monaten dauernden Dreharbeiten wurden zugleich die anderen beiden Teile der Trilogie von J.R.R. Tolkien verfilmt. Die Gesamtkosten aller drei Filme belaufen sich auf rund 306 Millionen Euro. Der erste Teil kommt am 19. Dezember in die deutschen Kinos.

          Weitere Themen

          Mann der Möglichkeiten

          Retrospektive Peter Weibel : Mann der Möglichkeiten

          Peter Weibel hört beim ZKM in Karlsruhe nicht auf. Warum auch? Seine Retrospektive zeigt, dass er stets vorausahnte, was der Gesellschaft blüht. Als nächstes wären das die „Biomedien“.

          Vordenker des Rundfunks

          Dietrich Schwarzkopf gestorben : Vordenker des Rundfunks

          Dietrich Schwarzkopf war im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein Mann der ersten Stunde. Er hatte Sinn fürs Historische, hintergründigen Humor – und blickte voraus. Nun ist der frühere ARD-Programmdirektor im Alter von 92 Jahren gestorben.

          Topmeldungen

          Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht.

          Coronavirus : Zahl der Toten auf 25 gestiegen

          Auch die Anzahl der Infizierten ist mit insgesamt über 800 Fällen seit gestern noch einmal deutlich angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation sieht dennoch bislang keinen internationalen Gesundheitsnotstand.
          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.