https://www.faz.net/-gqz-38uj

Film : Ein Schlag ins Wasser: Hallströms “Schiffsmeldungen“

  • -Aktualisiert am

Kevin Spacey und Lauren Gainer in Lasse Hallströms „Schiffsmeldungen” Bild: Internationale Filmfestspiele Berlin

Lasse Hallströms Film „Schiffsmeldungen“ kommt in die Kinos. Die Verfilmung eines Buches von E. Annie Proulx ist leider ein Schlag ins Wasser.

          „Schiffsmeldungen“ heißt Lasse Hallströms Hollywood-Verfilmung eines Buches von E. Annie Proulx, die in dieser Woche in die deutschen Kinos kommt.

          Ein Film, der viele emotionale Topoi zusammenbringt und am Ende in Gefühlsduselei ertrinkt.

          Angst vor dem Nass

          Zunächst aber ertrinkt erst einmal der junge Quoyle, jedenfalls beinahe. Fortan wird er sich, dem man nichts zutraut und den die anderen folglich demütigen, mit seiner Angst vor dem Nass herumschlagen. Als ihn sein Weg als Erwachsener (gespielt von Kevin Spacey) nach dem Tod seiner Frau zusammen mit seiner Tochter auf die Insel Neufundland vor der Küste Kanadas führt, bekommt er es dort schon wieder mit dem Wasser zu tun.

          In der lokalen Redaktion darf er die Schiffsmeldungen schreiben, eine Kolumne über Menschen und Boote. Er lernt die attraktive Wavey kennen, die ihren Mann verloren hat und mit ihrem leicht behinderten Sohn zurückgezogen lebt. Drama perfekt - wenn's nur eins wäre!

          Witzchen und Streitereien

          Mit epischem Atem wird ausgeholt. Am Anfang ist Cate Blanchett, die man unter ihrer Schwarzhaarmähne kaum wiedererkennt. Sie bereitet dem Loser Quoyle eine so schöne Nacht, dass dieser sie sogleich heiratet. Später stirbt sie bei einem Autounfall und hinterlässt ihm eine gemeinsame Tochter. Der aufgenommene Spannungsbogen müsste sich nun eigentlich weiter biegen, doch stattdessen verschwendet Hallström Kraft an unnötige Rückblick-Flashes - hin zur Geschichte der Piratensippschaft Quoyles oder zum Unfallort seiner früheren Frau -, an Witzchen unter Männern und Streitereien in der Redaktion.

          Überkleistert wird die amerikanische Produktion von der Musik Christopher Youngs, die pathetisch ihre Segel bläht. Die Liebe zwischen dem Loser und der einsamen Mutter Wavey (Julianne Moore) entwickelt sich spannungslos wie die ganze Geschichte: Kevin Spacey in der Rolle des Quoyle ist ein Ritter von trauriger Gestalt, kein liebender Vater, kein engagierter Reporter, kein wirklich Verzweifelter. Mit ihm ist kein Drama zu schreiben, auch wenn dafür alle Zutaten aufgeboten werden.

          Weitere Themen

          Woher weht der alte Wind?

          Die große Mommsen-Tagung : Woher weht der alte Wind?

          Auf der großen Mommsen-Tagung in Berlin zogen die Altertumswissenschaftler eine Bilanz der „turns“ der vergangenen drei Jahrzehnte. Auch die Forschungsförderung nimmt Einfluss auf die Forschungstrends.

          Topmeldungen

          Amt des Kommissionspräsidenten : Wer folgt auf Juncker?

          Das Gerangel um die Besetzung der EU-Spitzenposten geht an diesem Donnerstag in die entscheidende Runde. Am Ende müssen sich Berlin und Paris einigen. Doch Merkel und Macron verfolgen unterschiedliche Strategien.
          Eine Drohne vom Typ Northrop Grumman RQ-4 (Global Hawk) der amerikanischen Streitkräfte

          Verschärfte Spannungen : Iran meldet Abschuss amerikanischer Drohne

          Die Revolutionsgarden des Regimes teilen mit, eine Aufklärungsdrohne des Typs „Global Hawk“ über eigenem Gebiet vom Himmel geholt zu haben. Das amerikanische Zentralkommando dementiert. Eine anonyme Regierungsquelle bestätigt den Abschuss – an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.