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Film : Die schönsten Bond-Schauplätze

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Noch so ein Bond-Drehort: Hotel Lake Palace in Udaipur, Indien Bild: dpa

Es gibt fast keinen Ort der Welt, wo 007 noch nicht im Einsatz war. Ein Überblick über berühmte „Locations“.

          In ihren besten Momenten taugen James-Bond-Filme als Merian-Hefte in bewegten Bildern. Weil sie zeigen, wo sich auf dieser Erde der Martini vor besonders schönen Kulissen trinken läßt. Und London, das Ziel so vieler deutscher Pauschalreisender, ist dabei ja immer nur der Ausgangspunkt für den Agenten, dessen Reisepauschale sich in den letzten vierzig Jahren stetig erhöht hat. Hier eine kleine Auswahl - schöner reisen mit James Bond.

          Liebesgrüße aus Moskau (1963): Das typisch englische Osteuropa-Programm, von Venedig nach Istanbul, im Orientexpress durchs sozialistische Jugoslawien, und am Schluß die weitgehend touristenfreie Ägäis.

          Goldfinger (1964): Das war das amtliche Bild von Miami vor dem Art-deco-Revival. Schicke, modernistische Architektur, mittendrin Bond, der auch niemals mehr nach Sixties aussah.

          Man lebt nur zweimal (1967): James Bond als erster alternativer Tourist. Er guckt sich Japan nicht bloß an, sondern verwandelt sich selbst in einen Japaner, lebt nach der Landessitte und heiratet ein japanisches Mädchen. Allerdings war er vorher - und lange vor dem Hype - schon in einem ultramodernen Hongkong, was ihm aber nicht gut bekommen ist.

          Diamantenfieber (1971): Jet-set ist, wer heute in Kairo, morgen in Amsterdam, übermorgen in Spanien und zwischendurch noch in Los Angeles und Las Vegas zu tun hat. Bei solcher Hektik sehnt sich selbst Bond nach London.

          Der Spion, der mich liebte (1977): Das Volksruhe-und-Erholungszentrum in der Sowjetunion, wo der Film beginnt, existiert nicht mehr; aber wer die Reize und Gefahren Kairos studieren will, muß diesen Film gesehen haben.

          Moonraker - Streng geheim (1979): Die Weltraumstadt des Hugo Drax war natürlich nicht als Touristenziel gedacht - aber wenn es etwas werden soll mit Pauschalreisen ins All, dann muß das All schon mehr zu bieten haben als die kleine internationale Weltraumstation, die zur Zeit im
          Orbit zusammengeschraubt wird.

          Octopussy (1983): Daß James Bond einmal mit einem Auto mit Nürnberger Nummernschild durch Deutschland fahren würde, damit hatte Nürnberg nicht wirklich gerechnet. Ansonsten heißt die Parole dieses Trips natürlich: Deutschland ist schön. Fast so schön ist Indien - das Hotel in Udaipur, wo die Crew unterkam, gibt es noch immer.

          Sag niemals nie (1983): In Villefranche-sur-mer, wo die Südfrankreich-Szenen gedreht wurden, sieht die Côte d'Azur selbst heute noch so aus wie die Côte d'Azur.

          Im Angesicht des Todes (1987): Bond tut hier, was normalen Paris-Touristen verboten bleibt - er turnt im Gestände des Eiffelturms herum.

          Goldeneye (1995): Soll man das kritischen Tourismus nennen oder Abenteuerurlaub - oder doch Vandalismus, wenn Bond im Panzer durch die schönen klassizistischen Straßen von St. Petersburg fährt, was so manche Fassade nicht übersteht.

          Der Morgen stirbt nie (1997): Bond fährt gegen die Einbahnstraße vor dem Hamburger Hotel Atlantic vor; so kann der Zuschauer schön die Alster sehen. Später macht Bonds BMW einen gewaltigen Sprung, vom Hotelparkhaus bis in die Mönckebergstraße, wofür man ganz gewaltig Gas geben muß.

          Die Welt ist nicht genug (1999): Baku ist vielleicht nicht die schönste aller Städte, aber an manchen Ecken doch sehr stimmungsvoll; und im örtlichen Kasino, zwischen Waffenhändlern und sehr billigen Mädchen, fällt Bonds Brioni-Anzug wenigstens noch auf.

          Stirb an einem anderen Tag (2002): Das Hemd, das Bond in Havanna trägt, ist unentschuldbar - die Stadt hingegen ist sehr schön gefilmt (obwohl im Süden Spaniens gedreht), und später, am Strand, ist die Aussicht noch besser. Auch London wirkt sehr stimmungsvoll in diesen nebligen Tagen, weil der graue Himmel einen idealen Hintergrund ergibt für die seriöse Garderobe der Herrn und die schicken Kleider der Damen.

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