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Festspiele : Adorf und Wedel: Krach wegen Nibelungen

  • Aktualisiert am

Verstimmt: Wedel, Adorf Bild: dpa

Verstimmungen zwischen Schauspieler Mario Adorf und Regisseur Dieter Wedel: Wedel soll neuer Intendant der Nibelungen-Festspiele werden. Deren Initiator Adorf wurde nicht gefragt und will nun nicht mehr mitmachen.

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          Schauspieler Mario Adorf und Regisseur Dieter Wedel sind seit vielen Jahren ein erfolgreiches Gespann. Für Verstimmungen zwischen beiden sorgen nun die Nibelungen-Festspiele in Worms, deren neuer Intendant Wedel wird. Adorf, der nicht gefragt wurde, will nun nicht mehr mitmachen.

          Wedel, der seit Beginn der 2002 gestarteten Open-Air-Festspiele Regie führt, soll am 26. September vom Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und Kulturdezernent Gunter Heiland als Nachfolger von Klaus Naseband vorgestellt werden. Schauspieler Mario Adorf, einer der drei Initiatoren der Wormser Festspiele und der „Hagen“ des Premierensommers, reagierte verstimmt auf die Intendantenwahl. „Dann trete ich nicht mehr bei den Nibelungen auf“, sagte der Schauspieler der Münchner „Abendzeitung“.

          „Alles geklärt“

          Er gehe davon aus, daß er für fünf Jahre Intendant werde, sagte Wedel am Donnerstag der dpa. Die Verträge sollen in den kommenden Tagen unterzeichnet werden, „aber es ist alles soweit geklärt.“ Dramaturg Naseband hatte zu Beginn die Intendanz übernommen, erhielt nach dem Premierenjahr aber keinen neuen Vertrag. In diesem Jahr lief die Wiederaufnahme des Nibelungen-Stückes vor dem Dom ohne Intendanten.

          Daß die Stadt Adorf und die beiden anderen Initiatoren - Bettina Musall und ihren Ehemann, den Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, Hans Werner Kilz - bei der Besetzung der Intendanz überging, hatte bereits in den vergangenen Wochen für erhebliche Verstimmungen in Worms gesorgt. Adorf hatte in Worms mit dem „Gläsernen Drachen“ eigens einen Schauspiel-Preis ins Leben gerufen. „Es ist ja nicht Wedels Schuld, daß er gefragt wurde“, sagte Adorf, der den Regisseur erst nach Worms geholt hatte, der Zeitung. „Aber daß er in dieser Posse die Hauptrolle spielt und jetzt den merkwürdigen Ehrgeiz hat, Intendant zu werden, das finde ich sehr bedauerlich.“

          Wedel betonte dagegen am Donnerstag, er sehe sein Verhältnis zu Adorf nicht getrübt. Den 73jährigen, der in Wedel-Filmen wie „Der große Bellheim“ und anderen Fernseh-Mehrteilern große Rollen spielte, habe er auch für seinen nächsten Film vorgesehen.

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