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Festivals : Das größte Theatertreffen der Welt

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Knapp 400 Premieren in drei Wochen: Das Fringe-Festival, das größte Theatertreffen der Welt, hat im schottischen Edinburgh begonnen.

          In der schottischen Hauptstadt Edinburgh hat am Sonntag das „größte Festival der Welt“ begonnen: Das Fringe-Festival umfasst nach Angaben der Veranstalter etwa 1.500 Produktionen und über 20.000 Vorstellungen in den Sparten Theater, Tanz, Dichtung und Musik. Im Prinzip kann jeder auftreten, der Lust hat: Er muss nur eine geringe Gebühr entrichten und einen Platz für seine Darbietung finden, notfalls irgendwo auf der Straße. Erwartet werden aber auch die Hollywood-Stars Susan Sarandon und Tim Robbins, die in dem Stück „The Guys“ auftreten.

          Zu den skurrilsten Programmpunkten gehören diesmal Genitalien-Akrobaten und ein Schlangenmensch, der sich vor jeweils nur einem einzigen Zuschauer in einem Lift verknotet. Viele Künstler haben sich von den Terroranschlägen des 11. September inspirieren lassen. Die Komikerin Chris Green erregte mit einem Plakat Unmut, auf dem ihre beiden Beine über der Skyline von Manhattan ein gekapertes Flugzeug abwehren. Der britische Schauspieler Steven Berkoff, der den USA nach persönlichem Ärger mit den Einwanderungsbehörden eine „Post- September-Hysterie“ vorwirft, hat sich mit der Uraufführung seines Solo-Stücks „Requiem für Ground Zero“ angekündigt. Die Universität Kalifornien verbindet Videobilder des Anschlags mit rituellen japanischen Tänzen.

          Größe spielt keine Rolle

          Das Fringe-Festival entwickelte sich Ende der 40er Jahre aus dem Internationalen Festival in Edinburgh, das sich stärker auf die „Hochkultur“ konzentriert. Die Eintrittspreise sind traditionell niedrig - sonst gehen die Besucher einfach zur nächsten Bühne. Insgesamt lockt das Fringe etwa eine Million Menschen nach Edinburgh - doppelt so viele, wie die Stadt Einwohner hat. Der wirtschaftliche Nutzen wird auf 72 Millionen Euro geschätzt.

          In letzter Zeit melden sich allerdings auch Kritiker, die das Spektakel für zu „aufgeblasen“ halten. Ihnen entgegnet der Direktor des Festivals, Paul Gudgin: „Die Größe spielt keine Rolle, solange die Qualität weiter dermaßen hoch ist. Ein Viertel der Vorstellungen in diesem Jahr sind britische, Europa- oder Weltpremieren, und so was ist wirklich sehr selten.“

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