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Fernsehwoche : ARD verbannt Almodóvar in die Nacht

  • -Aktualisiert am

Nicht Prime-Time-würdig? Penelope Cruz in „Alles über meine Mutter” Bild: El Deseo

Mittelmaß zur Prime Time, Spitzenqualität für Langschläfer: Auch in der Silvesterwoche staunt man über die Programmplanung der Öffentlich-Rechtlichen.

          7 Min.

          Merkwürdiges Programm zum Jahreswechsel. Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich entschieden, den Oscar-gekrönten Film "Alles über meine Mutter" von Pedro Almodóvar ins Nachtprogramm zu verbannen. Ansonsten gibt es aber auch Erfreuliches.

          Samstag, 28. Dezember

          Rosa Roth - Geschlossene Gesellschaft, ARD, 20.15 Uhr

          Marisa Paredes in Pedro Almodóvars Oscar-gekröntem Film „Alles über meine Mutter”, (Sonntag, ARD)

          Jinny, die Tochter des Schuldirektors, wird ermordet im See des Internats gefunden. Der Vater will Aufsehen um jeden Preis vermeiden. Warum? Liegt es daran, dass in dem angesehenen Internat die Kinder von Prominenten und Diplomaten zur Schule gehen? Peu à peu holt Kommissarin Rosa Roth so manche Leiche aus dem Keller. Unterrichtsleiter Maiwald hatte ein Verhältnis mit der Ermodeten. Und deren Freund Eric soll sich aus Eifersucht an Jinny beste Freundin Alexa (Joanna Kitzl) herangemacht haben. Jeder hat was zu verbergen. Spannender Krimi von Carlo Rola mit Iris Berben, Michael König, Andra Sawatzki und anderen.

          Kopfgeld - Einer wird bezahlen, ZDF 22 Uhr

          Am hellichten Tag wird der kleine Sohn von Kate und Tom entführt. Die Lösegeldforderung erscheint dem Airline-Magnaten zu gering. Vor laufender Kamera setzt er die zwei Millionen Dollar als Kopfgeld auf den Entführer aus. "Kopfgeld" beruht auf dem Film "Menschenraub", der 1956 mit Glenn Ford in der Hauptrolle unter der Regie von Alex Segal entstand. Lars-Olav Beier schrieb über den Film in der F.A.Z.: „Wenn Mullen bekanntgibt, dass er das Geld nicht zahlen wird, sehen wir unmittelbar hintereinander, wie seine Frau (gespielt von Rene Russo) und eine der Entführerinnen fast identisch reagieren, und wenn am Telefon die Verhandlungen zu scheitern drohen, zeigt der Film den Vater und den Drahtzieher der Erpressung aus gleicher Aufsicht in ähnlicher Pose. Zwischen den Bildern entsteht eine Grauzone, in der sich Opfer und Täter begegnen. Doch dann nimmt der Film in den letzten zehn Minuten alles zurück, was er bis zu dem Zeitpunkt riskiert hat, und fügt sich der schießeisernen Regel des amerikanischen Actionsfilms, nach der nur ein toter Verbrecher ein guter Verbrecher ist.“

          Alexandria, du Schöne! Arte 20.45

          Französischer Dokumentarfilm von 1998 über das sagenhafte Alexandria.

          Sonntag, 29. Dezember

          Alles über meine Mutter, ARD 23.05

          Oscar-gekrönte Tragikomödie von Pedro Almodóvar. E/F 1999 Mit Cecilia Roth, Maisa Paredes, Canela Pena, Penelope Cruz

          Der sensible Esteban feiert seinen 17 .Geburtstag mit Mutter Manuela. Hier verspricht sie, ihm endlich alles über die Identität seines angeblich toten Vaters zu erzählen. Doch zu der Aussprache kommmt es nicht. Auf der Jagd nach einem Autogramm von Bühnenstar Huma Rojo wird der Junge überfahren und stirbt. "Alles über meine Mutter" erzählt von einer Verschwörung der Frauen gegen die Trübsal. Die F.A.Z. schrieb über den Film: „Selten sah man so viele faszinierende Frauenporträts in einem einzigen Film. Die schrillen Töne der frühen Almodóvar-Filme sind gedämpft, die grellen Farben der Kostüme und Requisiten werden so eingesetzt, dass sie die Menschen besser zum Vorschein bringen. Man kann sich nicht satt sehen an den Gesichtern von Cecilia Roth, Marisa Paredes, Penélope Cruz und Antonia San Juan, an Frauen, die versuchen, das Leben nach dem Nervenzusammenbruch zu meistern.“

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