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Fernsehwoche, 9. - 15. August : Heimweh, Fernweh, Herzensdinge und schnelles Glück

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Daheim im schönen Schonen: Star-Autor Henning Mankell Bild: ZDF

Eine Frau will zurück nach drüben, eine andere nur schnell weg. Ein Auslandsreporter wird gefeiert. In der Hauptstadt der Liebe lassen sich Aktivisten in die Karten schauen. Die Fernsehwoche von FAZ.NET.

          Eine junge Frau will zurück nach drüben, eine andere nur schnell weg. Ein Auslandsreporter wird gefeiert, fast eine ganze Handvoll Casting-Sieger werden gekürt. In der Hauptstadt der Liebe lassen sich Aktivisten in die Trickkiste schauen. Man begleitet Lou Reed durch sein bewegtes Leben und besucht Henning Mankell im schönen Schonen: Die Fernsehwoche im Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 9. August

          RBB, Spielfilm, 22.05 Uhr: Der geteilte Himmel

          Der Defa-Klassiker aus dem Jahr 1964 nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf ist ein passendes Gegenstück zur „Good Bye, Lenin!“-Begeisterung der vergangenen Monate. Kurz vor dem Mauerbau flüchtet der Chemiker Manfred, von der Sturheit des Parteiapparats enttäuscht, nach West-Berlin. Seine Geliebte Rita folgt ihm zunächst, findet sich aber im Westen nicht zurecht und kehrt nach Ost-Berlin zurück. Trotz klar erkennbarer positiver Grundhaltung ist der Film mit seiner genauen Beobachtung auch der Schattenseiten der sozialistischen Arbeitswelt in der DDR zunehmend kritisiert worden.

          ARD, Geburtstags-Special, 22.10 Uhr: Gerd-Ruge-Nacht

          „Heute würde mich kein Sender mehr nehmen“, erklärte Gerd Ruge, Grandseigneur der Auslandsreportage für die ARD, jüngst in einem Interview. Er ist schon ein Original. Sein charakteristisches Nuscheln habe er sich allerdings nie abgewöhnen wollen, weil eine zu deutliche Aussprache „so etwas Lehrerhaftes“ habe. Zu seinem 75. Geburtstag widmet das Erste dem ehemaligen Rußland- und Amerikakorrespondenten, der seit seiner Pensionierung 1993 fürs Erste Reisereportagen dreht, eine ganze Sendenacht. Was das heißt, ist klar: Ruge-Reportagen aus knapp 40 Jahren Fernsehgeschichte, von den Kennedy-Morden bis zu "Gerd Ruge unterwegs", von kurz nach zehn bis kurz vors Morgenmagazin.

          Sonntag, 10. August

          Sat.1, Show, 20.15 Uhr: Star Search - Finale

          Dann hätten wir auch das wieder hinter uns: An diesem Sonntag abend schickt auch Casting-Show-Nachzügler Sat.1 seine Sternchen von morgen ins letzte Rennen, ein letztes Mal (in dieser Staffel) fiebert Moderator Kai Pflaume mit dem Nachwuchs in den Kategorien „Comedian“, „Model“. Music Act 10-15“ und „Music Act ab 16“, ein letztes Mal wird abgestimmt, gibt's Tränen und Trost, dann geht es noch ein bisschen durchs Boulevard und durch die Charts. Das war's.

          Bayern, Dokumentation, 22.30 Uhr: Lou Reed - Rock 'n' Roll Heart

          Musik ist anderswo, nämlich später am Fernsehabend beim Bayerischen Rundfunk. Der sendet Timothy Greenfield-Sanders' Lou-Reed-Porträt, die unbedingt sehenswerte Dokumentation, die der Starphotograph über Leben und Werk des Rockpoeten gedreht hat, von den Anfängen mit „Velvet Underground“ im Umfeld von Warhols „Factory“ bis zu den Solo-Arbeiten der letzten 30 Jahre.

          Montag, 11. August

          3Sat, Familiendrama, 22.55 Uhr: Ein Sommer in Hanoi

          Trotz des internationalen Erfolgs seines Filmes „Cyclo“ vier Jahre zuvor hatte der französisch-vietnamesische Regisseur Tran Anh Hung 1998 große Schwierigkeiten, seinen neuen Film „A la verticale de l'été“ (deutsch: „Ein Sommer in Hanoi“) in der vietnamesischen Hauptstadt zu drehen. Neun Monate lang mußte er die örtlichen Kulturkommissare davon überzeugen, daß seine Geschichte „weder einen politischen Diskurs noch eine moralische Betrachtung“ enthält. Schließlich begleitete ein Zensor die Dreharbeiten. Dennoch ist Tran mit „Ein Sommer in Hanoi“ ein leises, melancholisches Panorama der vietnamesischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne, Aufbruch und Nostalgie gelungen.

          Dienstag, 12. August

          Arte, Themenabend, 20.40 Uhr: Baggern, Graben, Stechen - Schürzenjägern auf der Spur

          Der hohen Kunst des Flirtens, ihren Risiken und Nebenwirkungen widmet Arte gleich einen ganzen Themenabend. Ein Dokumentarfilm der Pariser Regisseurin Sophie Jeaneau eröffnet das Thema. Die 28jährige hat sich in ihrer Heimatstadt umgeschaut und die unterschiedlichen Formen der Anmache, ihre Intention, ihre Reaktion mit der Kamera festgehalten. Entstanden ist ein „offenherziges Tagebuch der Kunst des Verführens“, wie der Sender verspricht. Ein zweiter Beitrag des Themenabends widmet sich der Grauzone zwischen harmlosem Flirt und sexueller Belästigung (ab 21.30 Uhr), bevor ab 22.10 Uhr Deutsche und Franzosen mit Moderator Daniel Leconte auch über die kulturellen Unterschiede in der Schürzenjagd sprechen werden.

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