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Fernsehwoche, 9.-15.3. : Fellini-Filme und Freundschaften: die Fernsehwoche

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Dieses Leben ist auch nach vierzig Jahren noch süß: Anita Ekberg geht baden Bild: dpa

Fellini ist ein großer Lügner. Das behauptet zumindest der italienische Regisseur selbst von sich in einem Arte-Porträt. Einschalt-Tipps von FAZ.NET.

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          Am 14. März endet die Amtszeit von Dieter Stolte als Intendant des ZDF, und die Bestimmung seines Nachfolgers führt zu scheinbar endlosen politischen Querelen.

          In seinen 20 Amtsjahren hat Stolte den Wandel des Fernsehens von der kulturellen Institution mit unterhaltenden Elementen hin zur Fernseh-Unterhaltungs-Industrie mit geprägt. „Kann er mit seinem Lebenswerk zufrieden sein?“, fragt ihn Gero von Boehm in einer ZDF-Dokumentation am Mittwoch um 22.15 Uhr.

          Samstag, 9. März

          ZDF, Krimi, 20.15 Uhr: Sperling und der stumme Schrei

          Diesmal trägt Dieter Pfaff alias Kommissar Sperling Strohhut - er hat sich nämlich zum Wandern auf die Insel Usedom zurückgezogen. Aber wie das so ist mit den Fernsehkommissaren: Auch im Urlaub können sie das Ermitteln nicht lassen. Zufällig ist Sperling in der Nähe, als die Hütte von Paul Gehricke brennt, so dass er Gehrickes Tochter Mara retten kann. Wer hat die Hütte angesteckt? Wovor hat Mara Gehricke solche Angst? Warum sitzt Frau Gehricke seit einem Unfall verbittert im Rollstuhl? Worüber schweigen alle?

          Sonntag, 10. März

          VOX, Drama, 20.15 Uhr: Aimée & Jaguar

          Die jüdische Widerstandskämpferin Felice (Maria Schrader) verliebt sich im Berlin des Winters 1943/44 in Lilly (Juliane Köhler), die Frau des linientreuen Soldaten Günther (Detlev Buck), Mutter von vier Kindern. Zunächst schreiben sich die beiden unter den Pseudonymen „Aimée“ und „Jaguar“ nur Briefe, dann folgt der erste Kuss, und schließlich leben sie ihre Liebe kompromisslos aus. Die Hauptdarstellerinnen der authentischen Geschichte - Lilly Wust lebte zur Kinopremiere noch, Felice wurde 1948 als tot erklärt - erhielten den deutschen Filmpreis.

          Montag, 11. März

          K1, Roadmovie, 20.15 Uhr: Thelma & Louise

          Wie machen Ridley Scott, Susan Sarandon und Geena Davis das? Fast sämtliche Männer, die in dem Roadmovie vorkommen, sind Schweine - außer Harvey Keitel und Brad Pitt vielleicht -, und trotzdem gibt es für männliche Zuschauer keinerlei Identifikationsprobleme. So wird ein jeder zustimmend nicken, wenn der Tanklaster dieses schmierigen Truckers in die Luft geht (das ökologische Bewusstsein lassen wir mal beiseite). Offenbar funktionieren die klassischen, identifikationsträchtigen Heldenrollen - hier: der zu Unrecht Verfolgte, der sein Heil auf der Flucht suchen muss - geschlechtsunabhängig.

          ARTE, Gesellschaftssatire, 20.45 Uhr: Das süße Leben

          Skandalreporter Marcello (Marcello Mastroianni) ist genau so dekadent wie die von ihm verachtete Schickeria, wenn er auch nicht aufhören kann, seinen Idealen nachzustreben, zum Beispiel im Trevi-Brunnen.

          Dienstag, 12. März

          3SAT, Porträt, 22.25 Uhr: Achteinhalb

          Starfilmer Guido Anselmi (Marcello Mastroianni als filmisches Ebenbild Federico Fellinis) will in einem Kurhotel zu sich selbst kommen und hängt Fantasien und Erinnerungen nach. Doch schon nach kurzer Zeit brechen sein Beruf und sein Privatleben wieder über ihn hinein. Der Film gewann zwei Oscars.

          Mittwoch, 13. März

          ARD, Jugenddrama, 20.15 Uhr: Weil ich gut bin

          Es scheint bergauf zu gehen in den Leben von Mücke (Tom Schilling) und Sweta (Julia Hummer). Mücke bekommt trotz Jugendstrafe eine Lehrstelle, und Swetas Mutter (Nina Petri) nimmt sich vor, mit dem Trinken aufzuhören. Vielleicht bekommt sie jetzt auch mal mit, dass ihre jüngste Tochter, Swetas Schwester, auf den Strich geht. Ein Film über das Sich-Herausarbeiten.

          ARTE, Selbstporträt, 22.45 Uhr: Fellinis Intervista

          Bei den Dreharbeiten zu einem imaginären Film stellt Fellini ehemalige Weggefährten vor. Ein Höhepunkt des Films: Das Wiedersehen der Trevi-Freunde Marcello Mastroianni und Anita Ekberg.

          Donnerstag, 14. März

          ZDF, Drama, 1.05 Uhr: Endstation Sehnsucht

          Dieser Film hat die Kultur des 20. Jahrhunderts mitgeprägt: Marlon Brando machte in seiner Rolle als jähzorniger Prolet Stanley Kowalski nicht nur das T-Shirt (Size: S) hoffähig, sondern verhalf mit seinem realistischen Spiel auch dem „method acting“ zum endgültigen Durchbruch. So ungezügelt und zugleich charismatisch hatte bisher noch niemand gespielt, schon gar nicht in einem zu kleinen Unterhemd.

          Freitag, 15. März

          ARTE, Krimipersiflage, 20.45 Uhr: Gangster

          Der Kleinkriminelle Vincent (Frank Giering) wird vom Fleck weg verhaftet, als er den Antrittsbesuch bei den Eltern seiner neuen Freundin Mona (Laura Tonke) macht - ihr Vater, seines Zeichens Polizist, erkennt in ihm einen gesuchten Pfandhausräuber. Als Vincent nach einem Jahr aus dem Gefängnis kommt, verspricht er Mona, die auf ihn gewartet hat, neu anzufangen. Dummerweise beginnt er diesen Neubeginn am Pokertisch, wo er Mona an einen stadtbekannten Zuhälter verliert. In den für diesen irrsinnigen Film notwendigen zahlreichen Nebenrollen sind unter anderem Stefan Kurt, Rufus Beck und Peter Lohmeyer zu sehen.

          ARTE, Porträt, 23.05 Uhr: Fellini - Ich bin ein großer Lügner

          Bis kurz vor seinem Tod führte der Dokumentarfilmer Damian Pettigrew intensive Interviews, die zusammen mit unveröffentlichtem Filmmaterial und Gesprächen mit Fellini-Weggefährten wie Roberto Benigni erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen sind.

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