https://www.faz.net/-gqz-43rb

Fernsehwoche, 8. bis 14. März : Böse Geister im Haus des Herrn

  • Aktualisiert am

Von welchen Geistern ist Pfarrer Christoph Wagner besessen? Pastorin Ruth Sundermann versucht, das herauszufinden. Bild: ZDF

Den Höhepunkt der Fernsehwoche bildet der Horror-Klassiker „Der Exozist“, der als „Director's Cut“ gezeigt wird. Aber auch der Pfarrer im ZDF-Drama „Mord im Haus des Herrn“ scheint von bösen Geistern besessen zu sein.

          Den Höhepunkt der Fernsehwoche bildet der Horror-Klassiker „Der Exozist“, der als „Director's Cut“ gezeigt wird. Ein Teil der Handlung spielt im Irak, wo das Böse seine archäologisch verbürgten Spuren hinterlässt. Der Film über die verborgenen Ängste der Zivilisation war die Antwort auf den Ölschock von 1973.

          Samstag, 8. März

          RTL, Show, 21.15 Uhr: Deutschland sucht den Superstar. Das große Finale

          Juliette und Alexander treten als Finalisten gegeneinander an. Dann haben wir es endlich hinter uns. Deutschland findet seinen angeblichen Superstar. Wird es ihn auch lieben? Uns graut es schon vor den unvermeidlichen Nachahmersendungen. Immerhin: Vielleicht haben wir einen Einblick bekommen, wie Popmusik gemacht wird.

          Sonntag, 9. März

          ZDF, Drama, 22.00 Uhr: Berlin Is In Germany

          Hannes Stöhrs brillantes Kinodebüt "Berlin is in Germany" erzählt von dem Häftling Martin Schulz, für den die Wende zehn Jahre später kam. Gerade aus dem Knast entlassen, holt ihn schon bei der Prüfung zum Taxiführerschein die Vergangenheit ein: Wer wegen schwerer Verbrechen vorbestraft ist, darf nicht als Taxifahrer arbeiten. Es kommt noch schlimmer. Seine Frau Manuela lebt inzwischen mit einem Wessi zusammen. Ihr eifersüchtiger Lebensgefährte ruft die Polizei, als der verstörte Schulz die Wohnung belagert, und der kommt er gerade recht - wird er doch als Mitarbeiter eines nicht ganz sauberen, weil mit Rauschgift handelnden Erotikladens dringend gesucht. Scheinbar gibt es kein Entrinnen.

          Montag, 10. März

          ZDF, Drama, 20.15: Mord im Haus des Herrn

          Am 16. April 1998 wurde der evangelische Pfarrer Klaus Geyer in einem Indizienprozess zu acht Jahren Haft verurteilt: Er soll seine Frau erschlagen haben. Die Richter erkannten einen Ehestreit um die Geliebten des Pfarrers als Motiv für die Tat. Der Pastor und Vater von drei Kindern hatte für die Tatzeit kein Alibi, beteurte aber seine Unschuld. "Mord im Haus des Herrn" rekonstruiert die wichtigsten Etappen der Geschichte mit Rudolf Kowalski in der Rolle des Pastors Christoph Wagner und Ulrike Kriener als dessen Ehefrau Margareta.

          Dienstag, 11. März

          Arte, Komödie, 23.00 Uhr: My Sweet Home

          Die bunten Vögel dieser Komödie von Filippos-Tsitos wissen längst, daß sie gescheitert sind. Aber der Polterabend in der billigen Kneipe, auf den sie unerwartet geladen wurden, gibt allen noch einmal Gelegenheit, aufzutrumpfen, was das Zeug hält. Eine Kapelle vom Balkan spielt Wiener Walzer und Evergreens mit schrillem Schwung (wir kennen die Truppe aus Emir Kusturicas "Schwarze Katze, weißer Kater") und animiert die Habenichtse, auf Tisch und Bänke zu steigen, an der Spitze der amerikanische Bräutigam. Am Abend zuvor hat er Anke, die er noch gar nicht lange kennt, auf der Straße das Jawort abgerungen - unter dem Versprechen, sie nie zu verlassen. Nun, auf dem vor allem wegen Ankes schwieriger Mutter improvisierten Polterabend, läuft er weg - Voraussetzung einer rührenden Wiedervereinigung.

          Mittwoch, 12. März

          ARD, Komödie, 20.15 Uhr: Gnadenlose Bräute

          Im Urlaub an der Nordsee wacht Fine eines Morgens in einem blutverschmierten Kleid auf. Hat sie ihren Freund Holger ermordet? Ihr Richter ist davon überzeugt, Fine behauptet hartnäckig das Gegenteil. Nach drei Jahren im Knast bricht sie gemeinsam mit der Kleinkriminellen Luzzi aus. Fine wird zur verfolgenden Unschuld - gemeinsam mit Luzzi ist sie dem wahren Mörder auf der Spur. Ingo Naujoks spielt den Dorftrottel, der die Wahrheit enthüllt.

          Donnerstag, 13. März

          ARD, Politikmagazin, 20.15 Uhr: Monitor

          Das Magazin „Monitor“ ging erstmals vor 38 Jahren auf Sendung und strahlt jetzt seine 500. Folge aus. Im WDR moderiert Sonia Mikich ab 23 Uhr außerdem „Die lange 'Monitor'-Nacht“. Mit dabei sind unter anderem die drei Monitore: Claus Hinrich Castorff, Gerd Ruge und Klaus Bednarz.

          Freitag, 14. März

          Kabel 1, Horrorfilm, 22.25 Uhr: Der Exorzist - Director's Cut

          Genau genommen handelt es sich um den „Writer's Cut“ dieses Horrorklassikers, der 1973 zum zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten wurde. Der Film entspricht der Fassung des Autors William Blatty, der die Romanvorlage und das Drehbuch geschrieben hatte. Vor zwei Jahren kam diese ungekürzte Fassung in die Kinos. Sie erzählt immer noch und etwas plausibler die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, von dem der Teufel Besitz ergreift und die sich in ein schreckliches Monster verwandelt. Die Methoden der Aufklärung durch Medizin und Polizei sind machtlos, ein Priester muss den Dämon austreiben. Die Schockeffekte sind subtil gesetzt und mit größter technischer Klang- und Bildraffinesse inszeniert. Die Perfektionsbessenheit des Regisseurs William Friedkin erinnert an diejenige Stanley Kubricks, dessen Filme Arte in einer Retrospektive gerade zeigt.

          Eine dramaturgische Nebensächlichkeit gibt dem Film, der mit den verborgen gehaltenen Ängsten unserer allzu aufgeklärten und technisch scheinbar beherrschten Welt spielt, zusätzliche Aktualität: Für zehn Minuten spielt der Film im Irak, wo der Teufelsaustreiber bei Ausgrabungen auf die Nachbildung eines Dämons stößt: Das Böse zeigt „seine archäologisch verbürgte und phallisch bekräftigte Fratze“, hieß es in einer Rezension. Als der Film im Dezember 1973 in den Vereinigten Staaten anlief, standen die Amerikaner geschockt von der Ölkrise erst in den langen an den leeren Tankstellen und dann an den noch längeren ebensolangen Kassen der Kinos, um sich das Geheimnis ihrer Ängste erklären zu lassen. Selbst Kongressabgeordnete witzelten teuflisch zur Amtenthebung ihres diabolischen Präsidenten Nixon: „If you can't impeach Nixon, exorcize him!“ Ähnliches könnten Zyniker dem frömmelnden Präsidenten Bush heute bei seinem Versuch entgegenrufen, Saddam Hussein aus dem Amt zu jagen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.