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Fernsehwoche, 6. bis 12. März : Für Frühaufsteher, von Frühlingsboten und Winterschläfern

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Problemkind aus gutem Hause - Szene aus Dominik Grafs „Kalter Frühling” Bild: ZDF/Uwe Strathmann

Filme von Tom Tykwer, Dominik Graf und Fatih Akin zeigt das Fernsehen in dieser Woche. Dokumentationen widmen sich Rußland und der Gentechnik. Und in Melbourne gibt man Gummi. Der Überblick von FAZ.NET.

          Filme von Tom Tykwer, Dominik Graf und Fatih Akin zeigt das Fernsehen in dieser Woche. Dokumentationen widmen sich Rußland vor der Präsidentenwahl und der Gentechnik. Und in Melbourne gibt man wieder Gummi. Der Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 6. März

          Arte, Dokumentarreihe, 20.15 Uhr: Italienische Skizzen (1/6)

          Man muß tatsächlich von einer Malerwanderung sprechen, wenn es um den Aufbruch vieler mittel- und nordeuropäischer Künstler geht, die Ende des 18. Jahrhunderts nach Italien gezogen sind. Das Ziel ihrer Reise war dabei so verlockend wie der Weg selbst beschwerlich. In sechs Teilen widmet sich die Filmreihe "Italienische Skizzen" dieser künstlerischen Pilgerschaft und den mit ihr verbundenen Impulsen und Ausdrucksformen.

          Sonntag, 7. März

          RTL, Motorsport, 9.00 Uhr: Formel 1 - Das Rennen

          In Melbourne geht es wieder rund mit der Formel 1, und wer sich nicht den Wecker für die Live-Übertragung ab vier Uhr in der Früh hat stellen wollen, für den bietet RTL mit der Wiederholung des Rennens um den großen Preis von Australien Frühstücksfernsehen der besonderen Art. Zum Start in die neue Saison ist die Hoffnung groß, daß Michael Schumacher nicht mehr der Größte ist. Nicht nur Bruder Ralf will ihm den Rang ablaufen, auch Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen kommen für den Weltmeistertitel in frage. Außerdem sollen Regeländerungen, Premieren und Debütanten für zusätzliche Spannung sorgen.

          ARD, Drama, 0.00 Uhr: Winterschläfer

          In seinem zweiten Langfilm aus dem Jahr 1997 zeigt sich Tom Tykwer als phantasiestarker Meister des Verrätselns. Vier Figuren, Rebecca und Marco, Laura und René, schlingern in bergiger Abgeschiedenheit orientierungslos durch die Tage zwischen Weihnachten und Silvester. Mit ihnen erzählt Tykwer von Lebensangst und Gier nach dem Leben, von Bindungsfurcht und dem Ersehnen von Nähe, von Egozentrik und Sorge um den anderen. Dabei gelingen dem Regisseur faszinierende Gleichsetzungen der seelischen Zustände seiner Figuren mit den unberührt weißen und zugleich schrundigen Schneelandschaften, mit den unendlich weiten und gefährlich zerklüfteten Felspanoramen.

          Montag, 8. März

          Arte, Melodram, 20.40 Uhr: Alles über meine Mutter

          Der junge Mann Estéban bei einem Autounfall stirbt, ist seine Mutter der Verzweiflung nah. Aber die Leerstelle in ihrem Leben und in den Bildern Pedro Almodóvars wird gefüllt: mit der Transsexuellen La Agrado, die auf dem Straßenstrich ihr Geld verdient, mit Schwester Rosa, die sich um die Prostituierten der Stadt kümmert, und mit der Schauspielerin Huma, die auf der Bühne Triumphe feiert, privat aber von der weit jüngeren drogensüchtigen Nina abhängig ist. "Alles über meine Mutter" erzählt von einer Verschwörung der Frauen gegen die Trübsal.

          "Alles über meine Mutter" ist Teil einer Reihe mit Filmen von Pedro Almodóvar. Als weiteren Film des Regisseurs zeigt Arte am Montag, den 15. März um 20.45 Uhr "Kika".

          Dienstag, 9. März

          Arte, Themenabend, 20.45 Uhr: Vorwärts, Genosse, zurück!

          Der Themenabend, den Arte vor den in diesem Monat anstehenden Präsidentschaftswahl in Rußland programmiert hat, verbindet einen Bericht über den Druck und die Gefahren, denen die Presse im heutigen Rußland ausgesetzt ist, am Beispiel der letzten russischen Präsidentschaftswahlen, mit dem Portrait einer Provinzgemeinde 300 km südlich von Moskau, das die russische Seele und ihre Verwerfungen zeigt, mit einer abschließenden Diskussionsrunde.

          Mittwoch, 10. März

          BR, Dokumentarfilm, 23.45 Uhr: Denk ich an Deutschland - Wir haben vergessen zurückzukehren

          Regisseure wie Dominik Graf, Katja von Garnier oder Doris Dörrie sind vor ein paar Jahren der Einladung von WDR und Bayerischem Rundfunk gefolgt und haben unter dem Titel "Denk ich an Deutschland" ihre subjektive Sicht auf ihre Heimat filmisch festgehalten. Auch Fatih Akin, dessen Film „Gegen die Wand“ den Goldenen Bären der diesjährigen Berlinale gewann und in dieser Woche in die Kinos kommt, war unter den eingeladenen Regisseuren. Zum Kinostart von „Gegen die Wand“ hat der BR den „Einwanderungsfilm“, wie der 1973 als Sohn türkischer Eltern in Hamburg geborene Regisseurs seinen Beitrag nannte, ins Programm genommen.

          Donnerstag, 11. März

          Arte, Dokumentation, 22.40 Uhr: Leben außer Kontrolle

          In einer dreiteiligen Dokumentationsreihe widmet sich Arte dem Thema Gen-Technik. Zum Auftakt geht es um die sogenannte grüne Gentechnik, die Manipulation pflanzlichen Erbguts, die folgenden Teile beleuchten Wissenschaft, Technik und Geschäft mit tierischem und menschlichem Genmaterial. In Indien hatte im Jahr 2002 der Einsatz erstmals zugelassener sogenannter BT-Baumwolle vielen Bauern eine katastrophale Ernte beschert. Sie hatten auf höhere Erträge und weniger Chemieeinsatz gehofft und deshalb das vier mal so teure Gen-Saatgut gekauft. Der Film stellt die Umweltaktivistin Vandana Shiva vor, die sich seit mehr als 20 Jahren für die Belange indischer Kleinbauern engagiert.

          Freitag, 12 März

          Arte, Melodram, 20.40 Uhr: Kalter Frühling

          Als die 24jährige Sylvia zum 65. Geburtstag ihres Vaters auf den Landsitz ihrer Eltern kommt, zerbricht ihre Gewißheit, nach Abschluß ihres Studiums das väterliche Dentallabor zu übernehmen. Ihre Cousine fordert den Platz in der Firmenleitung, verspricht eine Finanzspritze ihres Lebensgefährten, und Sylvias Eltern zeigen Interesse. Sylvia flüchtet sich in eine konfliktreiche Beziehung. Nach einer Zeit des Rausches, der Abgründe und der Suche nach Geheimnissen in der Familienvergangenheit gelingt es ihr, wieder Fuß zu fassen. Mit „Kalter Frühling“ beschließt der Regisseur Dominik Graf seine Trilogie mit Geschichten um junge Frauen aus behüteten und wohlhabenden Verhältnissen.

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