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Fernsehwoche, 29. Mai bis 4. Juni : Rausch und Ruhm

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Pfingstbesuch: Shrek und Esel in der ARD Bild: ARD/Degeto

Pfingsten mit Shrek, Jubiläum mit Maybrit Illner, Selbsterfahrung mit Benjamin von Stuckrad-Barre, Mördersuche mit Nadja Auermann und ein paar Sekunden Verona Feldbusch: die Fernsehwoche von FAZ.NET.

          Pfingsten mit Shrek, Jubiläum mit Maybrit Illner, Selbsterfahrung mit Benjamin von Stuckrad-Barre, Mördersuche mit Nadja Auermann und ein paar Sekunden Verona Feldbusch: die Fernsehwoche von FAZ.NET.

          Samstag, 29. Mai

          Arte, Dokumentation, 20.15 Uhr: Edward Hopper - Bilder der amerikanischen Seele

          Wem es an Zeit oder Geld mangelt, sich die gerade eröffnete Hopper-Retrospektive in London anzuschauen, für den ist diese Dokumentation über den „Nighthawks“-Schöpfer vielleicht ein kleiner Trost.

          Pro Sieben, Actionthriller, 22.25 Uhr: Kiss of the Dragon

          Jet Li ist ein Schlachtenbummler, der sich in die Schlacht stürzt, wo immer er sie findet. Das bekommt in diesem Film aus dem Jahr 2001 vor allem einer zu spüren: der korrupte Polizist Richard. Der Mitautor Luc Besson verzögert die Handlung, weil er den Herzschlag seiner Geschichte hören möchte: Zwischen Jet Li, einem Polizisten aus China, und Bridget Fonda, einer Hure aus den Staaten, entspinnt sich eine unschuldig-verquere Liebe, die den Kampf gegen das schier übermächtige Klischee mutig aufnimmt. Der Regisseur Chris Nahon und seine Darsteller nehmen die Szenen mit so viel Phantasie, Charme und Witz in Angriff, daß man sich gern dazu verführen läßt, sich der Illusion hinzugeben. „Kiss of the Dragon“ vergießt viel Blut. Das muß einem nicht gefallen. Aber einiges davon, das muß man zugeben, ist Herzblut.

          Sonntag, 30. Mai

          ZDF, Thriller, 20.15 Uhr: Dornröschens leiser Tod

          Weil man ja nicht ewig modeln kann, versucht sich nun auch Nadja Auermann als Schauspielerin. Im Fernsehfilm von Marcus O. Rosenmüller spielt sie eine Frau aus einem Dorf im Harz, die nach dem Mord an ihrer Tochter nach Berlin zieht und eines Tages zurückkehrt, um den Täter zu überführen.

          Pro Sieben, Rennfahrerfilm, 20.15 Uhr: Driven

          Wenn Sylvester Stallone ein Drehbuch schreibt, das von Rennfahrern handelt, wenn der Regisseur Renny Harlin seine Kamera in den Tempodromen dieser Welt aufbaut, dann kann daraus eigentlich nur ein Werk der Nostalgie werden - oder gleich ein Anachronismus: Ein junger Rennfahrer, davon erzählt Stallones Story aus dem Jahr 2001, ist zwar enorm begabt, aber noch nicht entschlossen und konzentriert genug, und natürlich braucht es ein paar Zusammenstöße mit Autos, Frauen, anderen Männern, damit aus dem Jungen ein Mann, aus dem Talent ein Könner wird. Leider ist aber der wunderbare Schauspieler Stallone als Autor kein Könner und noch nicht einmal ein Talent. Was vom Genre übrigbleibt, ist der Schrott am Rand der Rennbahn. Til Schweiger übrigens, soviel zu Michael Schumachers Weltwirkung, spielt einen deutschen Fahrer und heißt hier Beau Brandenburg. Und Verona Feldbusch ist auch ein paar Sekunden im Bild und sieht dabei ganz bezaubernd aus.

          RTL, Musical, 20.15 Uhr: Moulin Rouge

          Der Australier Baz Luhrmann ist ein Meister des Recyclings, ein Runderneuerungsspezialist für Genres, denen schon vor längerem die Luft ausgegangen ist. Ganz unbeschwert frönt er seiner Lust am Spektakel, indem er den alten Trott einfach neu choreographiert. Allein schon die Art, wie Don McAlpines Kamera übers Parkett fegt, durch die Boudoirs gleitet und sich über die Dächer erhebt, ist in diesem Film aus dem Jahr 2001 die reinste Schau. „Moulin Rouge“ spielt im Jahr 1899, als die Spaßgesellschaft des Fin de siècle allerlei Träumer anzog. Einer von ihnen ist Christian (Ewan McGregor), der sich in die schöne, aber schwindsüchtige Tänzerin Satine (Nicole Kidman) verliebt, die jedoch als Unterpfand einem Geldgeber versprochen ist, der in die neue Show des Moulin Rouge zu investieren bereit ist. Der Film besteht ausschließlich aus Versatzstücken, die neu montiert werden: „Roxanne“ von Police wird so zum Tango, „Material Girl“ von Madonna zur Hymne der Prostitution und „Your Song“ von Elton John zur Liebeserklärung. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, daß die Machart des Films an Dr. Frankenstein erinnert und das Ergebnis folglich nur ein Monster sein kann. Aber es ist eher so, daß man erstaunt dem Gelingen dieser Operation beiwohnt und jene Teile, die unbelebt bleiben, geflissentlich übersieht.

          Montag, 31. Mai

          Sat.1, Komödie, 16.35 Uhr: The Dish

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