https://www.faz.net/-gqz-2yfq

Fernsehwoche, 28.12.-4.1.2002 : Dinner vorm Fernsehen

  • Aktualisiert am

Mario Adorf stellt Robert Atzorn die Gretchenfrage - Szene aus „Die Affäre Semmeling” Bild: ZDF / Uwe Ernst

Das Jahreswechsel-Fernsehprogramm: zwischen „The same procedure as every year“ und neuen Mehrteilern, unter anderem von Dieter Wedel.

          Die Berufe neuer deutscher Fernseh-Serien-Helden werden immer abwegiger. Ab Samstag mimt Karsten Speck („Ein Kessel Buntes“) den geschiedenen Meeresbiologen Dr. Jens Lennart, der eine Aufzuchtstation für Seehunde auf Rügen leitet. Vielversprechend wie meist hört sich Dieter Wedels neuer Mehrteiler an, der am 2. Januar anläuft: „Die Affäre Semmeling“.

          Samstag, 29. Dezember

          PRO 7, Fantasy, 20.15 Uhr: Animal Farm (Deutsche Erstausstrahlung)

          Das Jahr 2001 war auch ein Jahr der geschundenen Tiere, denen oft nichts anderes übrig blieb, als an Wahn oder Pest zu erkanken. In George Orwells „Animal Farm“ hingegen wehren sie sich. Die Unterdrückten revoltieren erfolgreich und setzen gleichberechtigte Strukturen durch, bis das Schwein Napoleon sich zum Führer aufschwingt. Die mehrfach für den „Emmy“ nominierten Tier-Animationen erinnern an „Ein Schweinchen namens Babe“.

          Sonntag, 30. Dezember

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Polizeiruf 110: Fliegende Holländer

          Die „Polizeiruf 110“-Krimis der ARD untermauern regelmäßig den Qualitätsanspruch des Deutschen Fernsehspiels. Die Folgen um die Polizisten-„Landeier“ aus dem Bergischen Land - Kalle und Sigi - sind meist besonders gelungen. In der neuen Folge scheint ein Drogenkrieg in Volpe ausgebrochen zu sein. Wieder mal zeigt sich: Die deutsche Provinz hat es faustdick hinter den Ohren!

          Um 20.45 Uhr zeigt ARTE erstmals im Deutschen Fernsehen Wim Wenders' „Buena Vista Social Club“.

          Montag, 31. Dezember (Silvester)

          An Silvester versuchen die Sender alljährlich, mit allen Mitteln besonders unterhaltsam zu sein und in irgendwelchen zusammengewürfelten Galas und „Spezials“ gute Laune zu verbreiten. Karl Moik versucht's ebenso wie Stefan Raab. In der Regel geht das aber daneben, so dass man froh ist, wenn es wieder heißt: „The same procedure as every year“

          NDR, BR, SWR, MDR, WDR, ORB, TV-Klassiker, zu verschiedenen Zeiten: Dinner for One

          Dienstag, 1. Januar 2002 (Neujahr)

          Am Neujahrstag dirigiert Seiji Ozawa die Wiener Philharmoniker (ZDF, ab 11.15 Uhr), Martin Schmitt schwebt in Garmisch durch die Lüfte (RTL, ab 13.45 Uhr), Clark Gable küsst Vivian Leigh in „Vom Winde verweht“ (NDR, ab 15.45 Uhr), Kevin Costner tanzt mit dem Wolf (SAT.1, ab 20.15 Uhr) und das Traumschiff sticht wieder in See (ZDF, ab 20.15 Uhr).

          Mittwoch, 2. Januar

          ZDF, Familiensaga, 20.15 Uhr: Die Affäre Semmeling (1)

          Dieter Wedel hat wieder seine Schauspieler angeschrieen, diesmal vor allem Heike Makatsch, einen neuen Budget-Rekord aufgestellt und von der ARD ein weiteres Mal die Überlängen bewilligt bekommen. Mit von der Partie sind mal wieder Stefan Kurt („Der Schattenmann“), Heinz Hoenig, Maja Maranow und Mario Adorf. Fortgeführt wird die in den 70er Jahren von Wedel begonnene Familienserie um die „Semmelings“, die plötzlich zu Opfern von Bürokratie und politischen Ränkespielen werden. Man muss kein Hellseher sein um vorauszusagen, dass das Ganze ein Quoten-Erfolg werden wird. Den zweiten Teil zeigt das ZDF am 4. Januar.

          Donnerstag, 3. Januar

          ARD, Familiendrama, 20.15 Uhr: Liebe, Lügen, Leidenschaften (1)

          Auch die ARD wuchert in einem mehrteiligen Familiendrama mit großen Namen. Maximilian Schell und Barbara Sukowa, die sich in letzter Zeit im Fernsehen sehr rar gemacht haben, konnten für das Drama um eine Dessous-Firmen-Familie gewonnen werden. Bekamen sie ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten? Das Drehbuch jedenfalls dürfte den Ausschlag für ihre Zusage nicht gegeben haben. Das Ganze ist eine Ansammlung schon hundertmal gesehener TV-Intrigen.

          Freitag, 4. Januar

          ARTE, Psychothriller, 20.45 Uhr: Auge um Auge

          In dieser holländischen Produktion versucht ein arbeitsloser Kunsthistoriker mit allen Mitteln, eine Stelle als Konservator im Amsterdamer Rijksmuseum zu bekommen. Nicht einmal vor der Entführung eines aussichtsreichen Mitbewerbers schreckt er zurück. Onno, so der Name des gefährlichen Ehrgeizlings, hat Erfolg. Doch kommt ihm nach einigen Jahren sein Opfer auf die Schliche und beginnt einen ausgeklügelten Rachefeldzug.

          Weitere Themen

          Moleküle gegen Staaten

          Istanbul-Biennale : Moleküle gegen Staaten

          Die Kulturszene der Türkei lässt die Knochen knacken: ein Besuch in Istanbul, wo auf der Biennale und im neuen Museum Arter die Teilchen den Aufstand proben.

          Zwei Kerle für Ronja

          Literaturfestival Berlin : Zwei Kerle für Ronja

          Wenn die Podien immer politischer werden, wird die Literatur an den Rand gedrängt: Beim Berliner Literaturfestival gab es dennoch Lohnendes zu entdecken.

          Topmeldungen

          Künast hat sich bei zahlreichen Gelegenheiten von der früheren Position mancher Grüner distanziert.

          Hass-Posts gegen Renate Künast : Erlaubt ist alles

          „Stück Scheiße“, „Schlampe“, „Drecksau“ – solche und noch krassere Kommentare prasselten auf Renate Künast ein. Das Landgericht Berlin sieht darin keine persönliche Schmähung, sondern nur zulässige Sachkritik.
          Simon Fujiwaras „It’s a Small World (The Square)“ (2019) auf der Istanbul Biennale

          Istanbul-Biennale : Moleküle gegen Staaten

          Die Kulturszene der Türkei lässt die Knochen knacken: ein Besuch in Istanbul, wo auf der Biennale und im neuen Museum Arter die Teilchen den Aufstand proben.

          Baden-Württemberg : Grüne mit 38 Prozent auf Rekordhoch

          Winfried Kretschmann will bei der kommenden Landtagswahl wieder als Spitzenkandidat antreten. Bei den Wählern im Südwesten stößt das auf große Zustimmung.
          Retourkutsche: Oliver Bierhoff reagiert auf die Angriffe aus München.

          Torwartdebatte : Bierhoff weist Hoeneß-Kritik zurück

          Der DFB reagiert auf die Angriffe aus München: DFB-Direktor Oliver Bierhoff weist die Kritik von Uli Hoeneß zurück. Der Bayern-Aufsichtsratschef hatte den DFB wegen der Haltung in der Torwartdebatte um Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen kritisiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.