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Fernsehwoche, 27.5.-3.6. : „Schwierige Patienten“

Götz George in „Der Totmacher” Bild: dpa

Das Programm der Fernsehwoche ist diesmal ziemlich schwierig. Nicht nur Reich-Ranicki beschäftigt sich mit „schwierigen Patienten“.

          2 Min.

          Die Fernsehwoche vom 28. Mai bis zum 3. Juni kann als „schwierig“ bezeichnet werden. Günter Jauch stellt in „Wer wird Millionär?“ letzmalig schweißtreibende Fragen vor der Sommerpause.

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          MONTAG, 28. Mai

          RTL, Quizshow, 20.15 Uhr: Wer wird Millionär?

          Das Fernsehspiel am Montag kann in den nächsten Wochen aufatmen: WWM - wie die Kenner sagen - geht in die Sommerpause. Ein FAZ.NET-Tipp, wie die WWM-freie Zeit sinnvoll zu nutzen ist, folgt.

          ARTE, Drama, 22.35 Uhr: Der Geschmack der Kirsche

          Die iranische „Ode an das Leben“ wurde 1997 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Herr Badii will nicht mehr und sucht jemanden, der dazu bereit ist, seinen Körper nach erfolgreichem Selbstmord zu vergraben. Das stellt sich jedoch als schwieriges Unterfangen heraus. Schließlich findet er einen alten Mann, der auch einmal versucht hatte, sich umzubringen, dem aber plötzlich die Schönheit der Natur bewusst wurde.

          DIENSTAG, 29. Mai

          ARTE, ab 21.40 Uhr: Themenabend Bob Dylan

          S. den TV-Tipp „Bob Dylan 1965“.

          MITTWOCH, 30. Mai

          BAYERN, ab 21.45 Uhr: John-Huston-Special

          Zwei Klassiker: „Misfits- Nicht gesellschaftsfähig“ mit Marilyn Monroe (21.45-23.45 Uhr) und „Asphalt-Dschungel“ mit Sterling Hayden (0.00-01-50 Uhr).

          SWR, Talk, 23.15 Uhr: „Lauter schwierige Patienten“

          Erster Teil eines sechsteiligen Literatur-Talks mit dem Bindestrich-Kritikerpapst. Marcel Reich-Ranicki plaudert aus dem Nähkästchen - heute über Bertolt Brecht - und SWR-Intendant Peter Voß versucht, ihn gelegentlich zu unterbrechen. MR-R wird bereits mit der Aussage zitiert, über Brecht habe sich „keine einzige Frau je beschwert“. Zum Glück ist Sigrid Löffler nicht dabei!

          DONNERSTAG, 31. Mai

          Interessanter Doppelpass zwischen dem „Südwestfunk“ und „Vox“:

          SW, Drama, 22.15 Uhr: Der Totmacher

          Götz George als Massenmörder Fritz Haarmann, Regie: Romuald Karmakar.

          VOX, Vampirfilm, 0.10 Uhr: Die Zärtlichkeit der Wölfe

          Fassbinder-Darsteller Kurt Raab als Haarmann. Regissuer Ulli Lommel machte aus dem Stoff 1973 einen grellen Vampirfilm.

          Leider parallel läuft ein absoluter Klassiker:

          ZDF, Kriminalfim, 0.05 Uhr: Der Dritte Mann.

          Man hat die Zitter schon im Ohr, die Abwasserkanäle vor Augen.

          FREITAG, 1. Juni

          3SAT, Filmessay, 23.15 Uhr: Der kleine Godard

          Mehrfach preisgekrönter Super-8-Essay über Autoren-Filme-Macher - seltsames Wort. Zu sehen sind u.a. Godard, Fassbinder, Ballhaus, Hark Bohm. Zu erwarten ist wohl eine geballte Ladung Perfektionismus.

          SAMSTAG, 2. Juni

          Zwei interessante Dokumentationen gegen 20 Uhr:

          HR, 20.15 Uhr: Indianer (1)

          Der erste Teil beschäftigt sich mit den "Inuit", einem "Volk in Eis und Fels". Vor etwa 28.000 Jahren zogen die ersten Indianer von Asien nach Amerika.

          ARTE, Naturdokumentation, 20.45 Uhr: Der Vesuv

          Momentan hat er eine Höhe von 1281 m.ü.d.M. Sie verändert sich jedoch von Ausbruch zu Ausbruch.

          N3, Thriller, 23.45 Uhr: Die Rechnung ohne den Wirt

          Hinter diesem verunglückten deutschen Titel verbirgt sich die erste "The Postman Always Rings Twice"-Verfilmung mit Lana Turner und John Garfield von 1946. Ein Klassiker des Psychothrillers.

          SONNTAG, 3. Juni

          3SAT, Dokumentation, 11.20 Uhr: Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl (1)

          Eine hervorragende, preisgekrönte Dokumentation über die umstrittene Regisseurin, die durch die (Propaganda-) Filme "Triumph des Willens" (1934) und "Olympia" (1936) berühmt wurde. Beide zählen in Fachkreisen in filmischer Sicht immer noch zu den besten aller Zeiten. Wie aber steht es mit ihrem ideologischen Gehalt? Riefenstahl selbst, die in der Dokumentation - um die 90 Jahre alt - couragiert Rede und Antwort steht, leugnet ihr Nazi-Parteigängertum heute noch.
          Der zweite Teil folgt am 4. Juni um dieselbe Zeit.

          ARTE, Historiendrama, 22.15 Uhr: Der Glöckner von Notre Dame.

          Die wohl gelungenste Verfilmung des Hugo-Dramas mit Charles Laughton in der Titelrolle. Der Film von 1939 wurde mittlerweile sorgsam koloriert.

          HR, Stummfilmdrama, 0.30 Uhr: Der Mann, der die Ohrfeige bekam.

          Enttäuscht von Frau und Job, wird der begnadete Wissenschaftler Paul Clown Zirkus-Clown. In dem ersten MGM-Film überhaupt, von 1924, führte Victor Sjöström (= Seastrom) Regie.

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