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Fernsehwoche, 25. bis 31. Dezember : Raus in die Kälte

  • Aktualisiert am

Besuch vom deutschen Fernsehen: „Abenteuer Weiße Wildnis” (ZDF) Bild: Susanne Lingemann

Als wäre es in unseren Gefilden nicht schon frisch genug, schicken die Fernsehsender ihre Leute zum Jahresende ins ewige Eis. Nur ein ARD-Reporter hat's besser: Er reist zur Südsee. Die Fernsehwoche.

          Als wäre es in unseren Gefilden nicht schon frisch genug, schicken die Fernsehsender ihre Leute zum Jahresende ins ewige Eis. Nur ein ARD-Reporter hat's besser: Er reist zur Südsee. Die Fernsehwoche.

          Samstag, 25. Dezember

          ARD, Diskussion, 22.30 Uhr: Spiele ohne Grenzen?

          Veteranentreffen: Elstner und Carrell

          Der dritte Teil einer Trilogie der Fernsehaufklärung des neuen „Harald Schmidt“-Redakteurs Klaus Michael Heinz. Dieses Mal machen sich elf Showmaster, die berühmten „Urgesteine der deutschen Fernsehunterhaltung“, mit Moderatorin Anne Will Gedanken über fünfzig Jahre große Show und manchmal auch über sich selbst.

          Doch die fast vollzählig versammelten Großen der Zunft, über ihr Selbstverständnis befragt, mauern und verbünden sich, öffentlich-rechtliches oder Privatfernsehen hin oder her, gemeinsam gegen Anne Will, ihre Fragen und das Konzept. Günther Jauch - neben Rudi Carrell einer der wenigen aus der Runde, der laut mitdenkt - verzichtet ohne Not auf Selbstbeweihräucherung, Wolfgang Lippert gibt auch ohne Not am Ende den Quotenossi. Karl Moik fände es gut und ehrlich, Politiker, mit denen man sich auch privat duzt, in den Shows ebenfalls zu duzen, zum Beispiel Jörg Haider. Wer sich dabei zweimal kurzweilige neunzig Minuten hindurch nicht bestens unterhält, ohne dümmer zu werden, dem ist nicht zu helfen. Zweiter Teil am 26. Dezember um 23.10 Uhr.

          RTL, Trickfilm, 20.15 Uhr: Ice Age

          Heiß her geht es in der Eiszeit, denn ein dickköpfiges Mammut zieht gegen alle guten Ratschläge nach Norden. Dabei sammelt es ein Faultier, einen Säbelzahntiger und ein Menschenbaby ein. In Chris Wedges Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2001 treffen skurrile Tiere auf langweilige Neandertaler, aber die haben sowieso nichts zu melden. Der digital animierte Film erzählt, wie auf dem Weg durch das Eis aus erbitterten Feinden Freunde werden. So ernsthaft die Geschichte im ganzen ist, so komisch sind die Details: Die treffsicheren Dialoge, die Witze und Albernheiten, die ironischen Anspielungen und der Running gag von der Eichhornratte auf der Suche nach einem Eichelversteck sorgen dafür, daß diese Eiszeit auch Kindern, die keine mehr sind, gefällt.

          Sonntag, 26. Dezember

          ARD, Dokumentation, 22 Uhr: Am Ende der Welt

          Selbstverständlich wird auch dieses Weihnachten nicht auf die an den Feiertagen so beliebten Reisedokumentationen verzichtet. Diesmal aber geht es nicht nach Rußland, weil Klaus Bednarz, der Autor dieses Zweiteilers, dort schon alles kennt. Kalt ist es aber auch dort, wo Bednarz nun unterwegs ist: In Feuerland und Patagonien, dem südlichen Ende Amerikas. Das Buch zum Film gibt es längst im Handel. Zweiter Teil am 27. Dezember um 21.45 Uhr.

          Montag, 27. Dezember

          ARD, Talkshow, 23.15 Uhr: Beckmann

          Die Kinder der achtziger Jahre sahen sie zur Weihnachtszeit - Serien wie „Patrick Pacard“, „Silas“ oder „Anna“. Heute dürfen die damals Kleinen lange wachbleiben und abends bei „Beckmann“ schauen, was die früheren Kinderstars Hendrik Martz, Silvia Seidel, Patrick Bach und Katrin Toboll so machen.

          Dienstag, 28. Dezember

          ZDF, Doku-Soap, 20.15 Uhr: Sternflüstern

          Im vergangenen Jahr zeigte das ZDF mit hohen Einschaltquoten die erste Staffel dieser Doku-Seifenoper, in der zwei deutsche Familien für mehrere Monate auf der Insel Olchon im Baikalsee leben und auch überleben mußten. In der Neuauflage verschlägt es zwei deutsche Familien auf die sibirische Halbinsel Jamal, wie beim ersten Mal ohne fließendes Wasser, ohne Strom und mit Dosenfleisch. Wem anschließend noch nicht kalt genug ist, der kann gleich im Anschluß (21 Uhr) dem ZDF-Reporter Uwe Kröger in „Abenteuer Weiße Wildnis (1)“ ins arktische Kanada folgen. Zweiter Teil am 30. Dezember um 21 Uhr.

          Mittwoch, 29. Dezember

          ARD, Reisereportage, 21.45 Uhr: Auf der Datumsgrenze durch die Südsee

          Klaus Scherer brauchte weniger Gepäck mitzunehmen als die Kollegen Kröger (siehe Dienstag) und Bednarz (siehe Sonntag): Er fröstelt nicht im ewigen Eis, sondern reist entlang der Südseeinseln Samoa, Pukapuka, Aitutaki oder Tonga, die an der Grenze zwischen den Zeitzonen liegen. Beneidenswert, der Mann!

          Donnerstag, 30. Dezember

          RTL, Trickfilm, 20.15 Uhr: Toy Story 2

          In der Fortsetzung von Richard Linklaters Erfolgsfilm ist wiederum die Welt verkehrt: Seine Helden, die Spielzeugfiguren, agieren wie lebende Wesen, deren menschliche Besitzer sind eher mechanisch gezeichnet. Freundschaft und Heldentum müssen sich im zweiten Teil bewähren. Als hätte Adam Smith nach seinen Prinzipien der Arbeitsteilung eine Rettungsexpedition zusammengestellt, kombinieren die kleinen Figuren ihre individuellen Befähigungen und schlagen sich durch alle Kalamitäten des Straßenverkehrs, die uns noch aus der ersten „Toy Story“ vertraut anmuten. Dabei gibt es Platz für Zitate aus der Filmgeschichte, eine nette Parodie auf „Krieg der Sterne“ etwa oder eine hübsche Reprise aus „Jurassic Park“, für Spott über die populären Barbiepuppen und für eine schöne Wiederaufnahme von Buzz' Identitätssuche aus dem ersten Teil.

          Freitag, 31. Dezember

          Verschiedene Sender, Shows, verschiedene Zeiten: Silvester

          Das alte Jahr verlassen und ins neue hineingleiten: Das können oder müssen die Zuschauer der ARD mit Karl Moik („Silvesterstadl“, 20.15 Uhr), des ZDF mit Dieter Thomas Heck („Das große Silvester-Hit-Festival“, 22.20 Uhr), von Sat.1 mit Hugo Egon Balder („Die Hit-Giganten - Party ohne Ende“, 22.15 Uhr), die von Pro Sieben mit Ingolf Lück („Die 100 nervigsten Sommerhits“). RTL zeigt um 22 Uhr „Highlights aus den RTL-Comedyformaten“ und um 0 Uhr allen Ernstes eine „Neujahrsansprache mit Jochen Busse“. Das geht ja prima los.

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