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Fernsehwoche, 24.-30.11. : Stefan Troller war "Unser Mann in Paris"

ARTE, Themenabend, ab 22.20 Uhr: „Unser Mann in Paris” Bild: ARTE

Höhepunkte der Fernsehwoche sind ein Stefan-Troller-Themenabend, ein Familienporträt Fatih Akins und Reportagen aus Afghanistan.

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          In der kommenden Fernsehwoche reizt das "Fenster zur Welt" seine Möglichkeiten richtig aus: Themenschwerpunkte versprechen seltene Blicke auf Afghanistan, das heutige Jugoslawien und den Jemen. Höhepunkte der Woche sind der Stefan-Troller-Themenabend auf Arte und ein Familienporträt Fatih Akins.

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Samstag, 24. November

          BR, Preisverleihung, 20.15 Uhr: Corine - Internationaler Buchpreis

          Es gibt einen neuen Buchpreis, der am Dienstag im Rahmen einer Fernseh-Gala verliehen wurde, die es allerdings erst an diesem Samstag auf den Bildschirm verschlagen wird. Moderiert wird das Ganze von Willemsen, dem Mann der neuerdings nach eigener Aussage lieber mit Buchstaben als mit Fernsehkameras zu tun hat. - Ein seltsames Unternehmen also, bei dem sich die Frage stellt: Brauchen Henning Mankell und Joanne K. Rowling noch irgendeine Form von Ehrung?

          Sonntag, 25. November

          Am Sonntag gibt es zwei Reportagen aus Afghanistan (ORB, 13.05 Uhr; ARD, 23.35 Uhr). Eine neue dreiteilige Wissenschaftsreportage klärt uns über die Entstehung unseres Planetensystems auf (ZDF, 19.30 Uhr), und ein sechzig Minuten langes Reisemagazin führt uns von nun an wöchentlich in touristisch kaum erschlossene Gebiete (VOX, 18.15 Uhr).

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort: Bestien

          Die junge Ricky Hain wurde vergewaltigt und ermordet. Vielleicht hätten ihr Vater, wenn er seine Tochter von der Disko abgeholt hätte, und ihre Freundin, wenn sie Ricky nicht im Stich gelassen hätte, die Tat verhindern können. Beide fühlen sich nun schuldig. Die Schuldgefühle von Rickys Vater gehen so weit, dass er beschließt, Selbstjustiz zu verüben.

          Montag, 26. November

          RTL II, Show, 21.15 Uhr: Die neuen Fernsehmacher

          Es ist jetzt einige Monate her, da Frank Elsner, ein Mann, der früher einmal selbst gute Show-Ideen hatte, die Zuschauer von RTL II bat, dem Sender doch ihre eigenen Ideen für eine familientaugliche Fernsehshow zuzuschicken. Denn sie wüssten ja schließlich, was sie sehen wollen. Der Vorschlag war ernst gemeint - ab heute sieht man fast täglich zur selben Sendezeit die Ergebnisse, die Elsner zusammen mit Alexandra Bechtel (der von „Big Brother“) vorstellt.

          ORB, Kurzfilme, 22.25 Uhr: Studentenfilme

          Eine Chance, ihre gelungensten Werke, Kurzfilme allesamt, einem breiteren Publikum vorzustellen, gibt der ORB einigen Filmstudenten. Florian Gallenberger bedarf dieses Forums allerdings kaum mehr. Er hat für seinen heute Abend ausgestrahlten Film „Quiero ser“ bereits 1999 den Kurzfilm-Oscar erhalten.

          Dienstag, 27. November

          ARTE, Themenabend, ab 20.45 Uhr: Jugoslawien ist ein Tollhaus

          Ein Jahr nach dem Ende der Ära Milosevic zieht ein Arte-Themenabend Bilanz. Wird es Kostunica und Djindjic gelingen, eine stabile Demokratie zu etablieren (Demokratie made in YU, ab 20.45 Uhr)? 80 DM verdienen die Bewohner des ehemaligen Jugoslawien heute durchschnittlich im Monat. Kann man angesichts dieser wirtschaftlichen Situation erfolgreich für den demokratischen Umbau werben (Hunger nach Leben, ab 21.30 Uhr)? Und wie denken die Jugendlichen in Serbien, Montenegro und im Kosovo über ihre Situation (Yugend in der Twilight-Zone, ab 22 Uhr)?

          Mittwoch, 28. November

          ARD, Dokumentarfilm, 23.30 Uhr: Wir haben vergessen zurückzukehren

          Fatih Akin, der hochgelobte Regisseur des Grimmepreis-prämierten Gangsterfilms „Kurz und schmerzlos“, hat für die ARD-Reihe „Denk ich an Deutschland“ eine Dokumentation über seine Familie gedreht. 1965 kamen seine türkischen Eltern des Geldes wegen ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland. Mit der Zeit vergaßen sie, wie Fatihs Vater im Film formuliert, „zurückzukehren“.
          Akin zeigt in seiner Dokumentation die unterschiedlichen Weltsichten der ersten und zweiten Einwanderer-Generation und besucht seine in der Türkei verbliebenen Familie. Wo fühlt er sich zu Hause? Die Frage bleibt offen.

          Donnerstag, 29. November

          ARTE, Themenabend, ab 22.20 Uhr: Unser Mann in Paris: Georg Stefan Troller

          „Heimat“ war auch für Stefan Troller, der in diesen Tage 80 Jahre alt wird, nach eigener Aussage zeitlebens ein problematischer Begriff. Troller wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmanns 1921 in Wien geboren und emigrierte - auf der Flucht vor den Nazis - 1941 in die Vereinigten Staaten. Seit 1950 lebte er in Frankreich, wo er als „Unser Mann in Paris“ durch seine WDR-Reportagen bekannt wurde. Heute sind seine Begegnungen mit Berühmtheiten der 50er und 60er Jahre echte Klassiker der Personenbeschreibung. Arte zeigt ab 0.15 Uhr Ausschnitte aus den „Pariser Journalen“ der Jahre 1964 und 1965.

          Die Sendereihe „Personenbeschreibung“, eine Fortführung und Ausweitung seiner früheren Arbeiten, rief Troller 1972 ins Leben. Auch hier näherte er sich den von ihm beschriebenen Personen - Prominenten und Nicht-Prominenten - mit einer Mischung aus Sensibilität und Unnachgiebigkeit, mit bohrenden und sehr persönlichen Fragen an. Eines seiner gelungensten Porträts - das von Ron Kovic, dem Vietnamveteranen, der mit seinem Bestseller die Vorlage für Oliver Stones Film „Geboren am 4. Juli“ lieferte - gibt es ab 23.45 Uhr zu sehen.

          Trollers „Selbstbeschreibung“ aus dem Jahr 2001 wird ab 22.20 Uhr ausgestrahlt. Es ist eine Selbstabrechnung, in der er sich all jenen gewagten Fragen aussetzt, mit denen er seine Beschreibungsobjekte früherer Jahre aus der Reserve lockte.

          Freitag, 30. November

          WDR, Themenschwerpunkt, 23 Uhr: Explosion der Stille

          Auch eine Art Themenabend: In drei neuen Filmen nähert sich der WDR den eher unbekannten Seiten des Islam. „Frei durch den Koran“ (ab 23.45 Uhr) beschäftigt sich mit marokkanischen Frauen, die für ein besseres Leben kämpfen, „Jenseits aller Worte“ (ab 0.15 Uhr) widmet sich dem Sufismus, einer eher mystischen Strömung des Islam.

          In „Explosion der Stille“ geben jemenitische Frauen einen Einblick in ihr Leben - und setzen damit ihr Ansehen in der jemenitischen Gesellschaft aufs Spiel, in der sich Frauen in der Regel nur verschleiert zeigen und in der man fürchtet, durch Filmaufnahmen sein Gesicht zu verlieren. Anders als in anderen arabischen Ländern haben Frauen im Jemen jedoch vergleichseweise umfassende Rechte: Sie dürfen studieren, wählen und für politische Ämter kandidieren.

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