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Fernsehwoche, 24.-30.11. : Stefan Troller war "Unser Mann in Paris"

Mittwoch, 28. November

ARD, Dokumentarfilm, 23.30 Uhr: Wir haben vergessen zurückzukehren

Fatih Akin, der hochgelobte Regisseur des Grimmepreis-prämierten Gangsterfilms „Kurz und schmerzlos“, hat für die ARD-Reihe „Denk ich an Deutschland“ eine Dokumentation über seine Familie gedreht. 1965 kamen seine türkischen Eltern des Geldes wegen ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland. Mit der Zeit vergaßen sie, wie Fatihs Vater im Film formuliert, „zurückzukehren“.
Akin zeigt in seiner Dokumentation die unterschiedlichen Weltsichten der ersten und zweiten Einwanderer-Generation und besucht seine in der Türkei verbliebenen Familie. Wo fühlt er sich zu Hause? Die Frage bleibt offen.

Donnerstag, 29. November

ARTE, Themenabend, ab 22.20 Uhr: Unser Mann in Paris: Georg Stefan Troller

„Heimat“ war auch für Stefan Troller, der in diesen Tage 80 Jahre alt wird, nach eigener Aussage zeitlebens ein problematischer Begriff. Troller wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmanns 1921 in Wien geboren und emigrierte - auf der Flucht vor den Nazis - 1941 in die Vereinigten Staaten. Seit 1950 lebte er in Frankreich, wo er als „Unser Mann in Paris“ durch seine WDR-Reportagen bekannt wurde. Heute sind seine Begegnungen mit Berühmtheiten der 50er und 60er Jahre echte Klassiker der Personenbeschreibung. Arte zeigt ab 0.15 Uhr Ausschnitte aus den „Pariser Journalen“ der Jahre 1964 und 1965.

Die Sendereihe „Personenbeschreibung“, eine Fortführung und Ausweitung seiner früheren Arbeiten, rief Troller 1972 ins Leben. Auch hier näherte er sich den von ihm beschriebenen Personen - Prominenten und Nicht-Prominenten - mit einer Mischung aus Sensibilität und Unnachgiebigkeit, mit bohrenden und sehr persönlichen Fragen an. Eines seiner gelungensten Porträts - das von Ron Kovic, dem Vietnamveteranen, der mit seinem Bestseller die Vorlage für Oliver Stones Film „Geboren am 4. Juli“ lieferte - gibt es ab 23.45 Uhr zu sehen.

Trollers „Selbstbeschreibung“ aus dem Jahr 2001 wird ab 22.20 Uhr ausgestrahlt. Es ist eine Selbstabrechnung, in der er sich all jenen gewagten Fragen aussetzt, mit denen er seine Beschreibungsobjekte früherer Jahre aus der Reserve lockte.

Freitag, 30. November

WDR, Themenschwerpunkt, 23 Uhr: Explosion der Stille

Auch eine Art Themenabend: In drei neuen Filmen nähert sich der WDR den eher unbekannten Seiten des Islam. „Frei durch den Koran“ (ab 23.45 Uhr) beschäftigt sich mit marokkanischen Frauen, die für ein besseres Leben kämpfen, „Jenseits aller Worte“ (ab 0.15 Uhr) widmet sich dem Sufismus, einer eher mystischen Strömung des Islam.

In „Explosion der Stille“ geben jemenitische Frauen einen Einblick in ihr Leben - und setzen damit ihr Ansehen in der jemenitischen Gesellschaft aufs Spiel, in der sich Frauen in der Regel nur verschleiert zeigen und in der man fürchtet, durch Filmaufnahmen sein Gesicht zu verlieren. Anders als in anderen arabischen Ländern haben Frauen im Jemen jedoch vergleichseweise umfassende Rechte: Sie dürfen studieren, wählen und für politische Ämter kandidieren.

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