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Fernsehwoche, 22.-28.10. : Themenabende und neue "Tatort"-Kommissare

  • Aktualisiert am

Mit ihnen ist nicht zu spaßen: die neuen „Tatort”-Kommissare aus Hamburg Bild: NDR/M.

Ein Höhepunkt der Fernsehwoche: Am Dienstag gewährt Arte einen umfassenden Einblick in die Krisenregion „Zentralasien“.

          3 Min.

          Die Fernsehwoche wird eingerahmt von Beiträgen über Cheerleader und Coiffeure. Dazwischen: Einfühlsame Fernseh-Dramen und Comedy vom Feinsten aus der deutschen Provinz.

          Montag, 22. Oktober

          ARTE, Doku-Soap, 20.15 Uhr: Cheerleader Stories (fünfteilig)

          Regisseurin Alice Agneskircher hat fünf junge Frauen, die unbedingt Cheerleader bei den „Berlin Thunders“ werden wollen, über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet. Das Ganze erinnert ein wenig an „Popstars“ - nur welche junge Frau will in Deutschland schon Cheerleader werden? Ein seltener Einblick, der sich angenehm von den gängigen Doku-Soaps abhebt.

          WDR, Sozialdrama, 23.15 Uhr: Kubanisch rauchen

          Zwei Wiener um die 30 wollen ein neues Leben beginnen. Sie eröffnen ein Trödelgeschäft, müssen jedoch bald feststellen, dass sie ihr altes Leben ebenso wenig wie ihren Trödel los werden. Eine stimmige Low-Budget-Produktion voller Bitternis.

          Dienstag, 23. Oktober

          ARD, Comedy, 21.30 Uhr: Familie Heinz Becker (sechs neue Folgen)

          Nach drei Jahren Fernseh-Absenz erscheint der eigenwillige Saarländer mit der festgewachsenen Kapp' und der immer griffbereiten Bierflasche wieder auf dem Bildschirm. Das Faszinierende an der Serie ist, dass jeder Zuschauer mindestens eine Person aus seinem Familien- oder Bekanntenkreis kennt, die genau so ist wie Heinz. Meistens ärgert man sich über Heinz, vor allem über seine frauen- und fremdenfeindliche Tendenzen. In erster Linie aber bestaunt man ihn als Phänomen, das beweist, wie leicht es sich mit einem geschlossenen Weltbild leben lässt. Frei nach dem Motto: „Was soll ich denn mache'? Soll ich das Ozon-Loch zuhalle'?“ Schade dass der Darsteller von Becker-Sohn Stefan zum „Tatort Saarbrücken“ abgewandert ist, aber anders als Heinz sind wir natürlich aufgeschlossen gegenüber allem Neuen.

          ARTE, Themenabend, ab 20.45 Uhr: „Pulverfass Zentralasien“

          Aus aktuellem Anlass sendet Arte eine Reihe von Beiträgen über die aktuelle Lage in Afghanistan und den angrenzenden Länder. Darüber hinaus gibt es Diskussionen mit Experten und Politikern. Ergänzt wird die Sendung durch aktuelle Berichte und Schalten zu den Korrespondenten vor Ort.

          20.45 Uhr: Einführung (Moderation: Hervé Claude)
          20.55 Uhr: Am Rande des Abgrunds? Afghanistan und seine Nachbarn
          21.35 Uhr: Diskussionsrunde
          21.55 Uhr: Saddam Hussein. Diktator, Mörder und Überlebenskünstler (Survival of Saddam)
          22.45 Uhr: Diskussionsrunde



          Donnerstag, 25. Oktober

          ARTE, Holocaust-Drama, 20.45 Uhr: Späte Reise (OmU)

          Der ehemalige Godard-Assistent Emmanuel Finkiels erzählt in seinem ersten Spielfilm von drei Frauen, die an unterschiedlichen Orten mit unerwarteten Spätfolgen des Holocaust in Berührung kommen. Das Drama erhielt im letzten Jahr zwei „Césars“.

          Anschließend: Themanabend über die französische Chanson- und Lyrik-Legende Georges Brassens, mit Dokumentationen aus den Jahren 1978 (drei Jahre vor seinem Tod) und 2001.

          Freitag, 26. Oktober

          ARTE, Drama, 20.45 Uhr: Hat er Arbeit?

          Nach dem Vorbild englischer Sozialdramen erzählt Kai Wessels die Geschichte eines jungen Paares, dessen Glück durch die plötzliche Arbeitslosigkeit Karls zerstört zu werden droht. Der Alkohol tut ein Übriges. Es zeigt sich: Man muss nicht auf die Insel schauen - die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ergibt genügend Stoff für Dramen.
          Herausragend agiert Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring, der ein wenig an den jungen Müller-Westernhagen erinnert.

          Samstag, 27. Oktober

          ARTE, Drama, 22.35 Uhr: Der Schuss

          Der Schuss hätte nicht fallen dürfen. Rita weiß, dass ihr Partner und Lebensgefährte Martin bei einem Polizeieinsatz einfach ausgerastet ist: Einer seiner Freunde wurde beim Überfall auf eine Tankstelle getötet - und Martin, der zufällig am Tatort ist, schießt auf den Mörder, obwohl sich dieser schon längst ergeben hat. Wie soll Rita reagieren? Die Vorgesetzten drängen sie zur Falschaussage; ein Reporter lässt nicht ab von ihr, um die Wahrheit zu erfahren. Eine überzeugende Darstellung von Lisa Martinek als Rita.

          Sonntag, 28. Oktober

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort: Exil

          Der Norddeutsche Rundfunk hat ein neues „Tatort“-Kommissaren-Gespann. Statt der singenden Senioren Helmut Krug und Charles Brauer ermitteln jetzt Robert Atzorn und Tilo Prückner. Statt der Schultasche trägt der bisher eher als Pädagoge „Doktor Specht“ bekannte Robert Atzorn nun als Hauptkommissar Jan Casstorff einen Stoppelbart - wie Schimmi dereinst. Darüber hinaus ist er allein erziehender Vater - hatten wir das eigentlich schon mal irgendwann beim „Tatort“? Das neue Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Härte der Polizeiarbeit zu demonstrieren.

          ARTE, Themenabend, ab 20.45 Uhr: Haare, Künstler und Coiffeure

          Den „Mann der Friseuse“ kennt man mittlerweile - der Film mit Jean Rochefort (20.45 -22.05 Uhr) in der Hauptrolle läuft nicht zum ersten Mal im deutschen Fernsehen. Aber kennen Sie auch den „Götterfriseur“ (ab 0.25 Uhr) oder den Friseur von Pablo Picasso, den heute 91 Jahre alten Eugenio Arias? Dieser war mit dem Jahrhundertgenie engstens befreundet und rekapituliert ab 22.05 Uhr den gemeinsamen Lebensweg.

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