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Fernsehwoche, 19.1.-25.1. : Neu im TV: Genmanipulierte Kampfmaschinen und Computer-Dinos

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Jessica Alba in James Camerons „Dark Angel” Bild: Vox

Zwei internationale Erfolgsproduktionen kommen jetzt auch in die deutschen Fernsehstuben: James Camerons „Dark Angel“ und die BBC-Doku „Die Erben der Saurier“.

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          Die Quiz- und Talentshows nehmen am Wochenende überhand: „Die Show der Glücksspirale“, „Wer wird Millionär?“, „Einer gegen 100“, „Grips-Show“ - da beamt man sich schon mal gerne in das Jahr 2019 („Dark Angel“), in die „Nebel von Avalon“ oder gar in die Zeit der ersten Säugetiere („Die Erben der Saurier“).

          Samstag, 19. Januar

          VOX, Science-Fiction-Serie, 22.15 Uhr: James Camerons Dark Angel (Pilotfilm)

          Die gut aussehende Max (Jessica Alba) ist eine genmanipulierte Kampfmaschine, die als „Kind“ vor ihren Schöpfern fliehen konnte und sich im Seattle des Jahres 2019 als Fahrradkurierin durchschlägt. Noch heute sind Max ihre ehemaligen Unterdrücker auf der Spur, während sie stets auf der Suche ist nach ihren einstigen Leidensgenossen. Die von James Cameron produzierte Serie bringt es in den Vereinigten Staaten regelmäßig auf beeindruckende Einschaltquoten. Die weiteren Folgen gibt es immer dienstags auf „Vox“.

          Zu später Stunde, fast zeitglich, laufen in der ARD und bei Arte zwei interessante deutsche Filme von türkisch-stämmigen Regisseuren. In „Winterblume“ erzählt Kadir Sözen die Geschichte seines Vaters, der nach 17 Jahren Arbeit in Deutschland plötzlich abgeschoben wird und seine Familie zurück lassen muss. In „Seelenschmerz“ von Yilmaz Arslan wird die junge Hülya von ihrer Familie gegen ihren Willen zu ihrem Onkel in die Türkei geschickt. Sie wehrt sich - und landet in der Psychiatrie.

          WDR, Gastarbeiterdrama, 22.30 Uhr: Winterblume

          ARTE, Drama, 22.40 Uhr: Seelenschmerz

          Sonntag, 20. Januar

          Am Sonntag muss man sich zwischen Gehirntraining und Fantasy entscheiden. Vielleicht hebt man sich seine Aufmerksamkeit aber auch für das „Philosophische Quartett“ auf.

          RTL, Show, 20.15 Uhr: Die Grips-Show

          Jauchs RTL-Show „Der große IQ-Test“ war derart erfolgreich, dass eine Fortsetzung zu befürchten war. Einen weiteren IQ-Test konnte man schlecht präsentieren, da die meisten Deutschen ihren angeblichen IQ ja nach der ersten Show bereits kennen. So kam man auf die Idee, Günther Jauch einige Superhirne vorstellen zu lassen, die mit ihren Fähigkeiten Prominente herausfordern. Die Quintessenz ist immer die gleiche und mag auch diejenigen trösten, die sich solche Sendungen ausdenken: Man muss kein Intelligenzbolzen sein, um im Fernsehen zu reüssieren.

          SAT.1, Fantasydrama, 20.15 Uhr: Die Nebel von Avalon (1)

          Wer hätte ihm das zugetraut: Ausgerechnet die Western-Legende James Coburn sicherte sich die Filmrechte an Marion Zimmer Bradleys gewichtigem Erfolgsroman, in dem die Artus-Sage aus weiblicher Sicht erzählt wird. Für die Inszenierung zeichnet Uli Edel verantwortlich, Co-Produzent ist Bernd Eichinger. Die Hohepriesterin Viviane wird von Angelica Huston gespielt.

          ZDF, Philosophie-Talk, 22.45 Uhr: Das Philosophische Quartett

          Wie werden wohl die Schlussworte Peter Sloterdijks in dem neuen ZDF-Quartett lauten? Nach Wittgenstein: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“? Aber das würde das Sendungskonzept wohl allzu sehr untergraben, hat sich Sloterdijk doch vorgenommen, auch über unlösbar scheinende Probleme zu sprechen. Dem Karlsruher Philosophen, der in den 80er Jahren durch seine „Kritik der zynischen Vernunft“ auf sich aufmerksam machte und dessen Abrechnung mit Habermas 1999 große Beachtung fand, stehen Rüdiger Safranski - bekannt durch seine Biografien zu Heidegger und Nietzsche - und in der ersten Sendung der Alpen-Philosoph Reinhold Messner sowie Friedrich Schorlemmer zur Seite. Das Thema lautet: „Angst - oder Warum es keine Sicherheit gibt“.

          Dienstag, 22. Januar

          SAT.1, Katastrophendrama, 20.15 Uhr: Die Explosion - U-Bahn-Tickt in den Tod

          Dass Gregor Törzs („Alles Bob!“, „Gran Paradiso“) in diesem Drama eine der Hauptrollen spielt, könnte dafür sprechen, dass dieser Film besser ist als sein Titel. Ein Selbstmordattentäter hat einen Anschlag auf eine U-Bahn verübt. Sechs Menschen haben überlebt. Werden sie gemeinsam den Ausweg finden? Interessanter aber scheint die Frage: Wann wird SAT.1 endlich den Ausstieg aus dem Katastrophenfilm-Genre schaffen?

          Mittwoch, 23. Januar

          ARTE, Themenabend, 20.45 Uhr: Frauen in Afghanistan

          Unter den Taliban waren Frauen in Afghanistan fast vollkommen entrechtet. Wie haben sie das Ende der Schreckensherrschaft erlebt? Wie hat sich ihr Alltag verändert?

          ARD, Zeitgeschichte-Report, 23 Uhr: Kindertransport

          Der im Jahre 2001 mit dem Oscar ausgezeichnete Film rekonstruiert eine Rettungsaktion: 1938 und '39 gelang es den Briten, 10.000 jüdische Kinder nach England zu holen. Augen- und Zeitzeugen berichten.

          Donnerstag, 24. Januar

          PRO 7, animierte Dokumentation, 20.15 Uhr: Die Erben der Saurier

          Die überaus erfolgreiche BBC-Dokumentation „Dinosaurier - Im Reich der Giganten“, weltweit von ungefähr 400 Millionen Zuschauern gesehen, wird jetzt auch in Deutschland fortgesetzt. In zwei neuen Folgen stehen die Säugetiere im Mittelpunkt, die zunächst allerdings reichlich verspeist werden, von Riesenvögeln zum Beispiel. Auch der Urmensch tritt auf, als Komparse.

          ARTE, Großstadtballade, 20.45 Uhr: Absolute Giganten

          Floyd (Frank Giering) hat einen Bewährungsjob und wohnt in einer Hochhauswohnung. Sein Leben ist alles andere als „gigantisch“. Aber wenigstens hat er Freunde - Ricco und Walter, die ihm übel nehmen, dass er eines Tages beschließt, mit einem Frachter aus Hamburg zu verschwinden. Ein letztes Mal ziehen sie los, in eine unvergessliche Nacht, die alles umkrempelt. Sympathisches Kinodebüt von Sebastian Schipper.

          Freitag, 25. Januar

          ZDF, Reportage, 21.15 Uhr: Weg nach Wildwest

          Der Traum ist alt, abgegriffen, und doch besteht so mancher auf seiner Erfüllung: Einmal mit der Kippe im Mundwinkel und einem Pferd unterm Hintern durch die Rocky Mountains galoppieren. Die Reportage begleitet drei deutsche Soldaten auf ihrer Suche nach Freiheit. Hier wird ordentlich Lehrgeld gezahlt.

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