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Fernsehwoche, 18. bis 24. Oktober : Sätze, wie in Stein gemeißelt

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Gewichtige Sätze: Michael Mendl als Willy Brandt, Dieter Pfaff als Genscher Bild: NDR / © NDR/Ziegler Film

Für die Höhepunkte der Fernsehwoche sorgen wieder die Frauen: Isabelle Huppert als „Klavierspielerin“, Dagmar Manzel in einem ARD-Drama, Charlotte Roche erstmals bei Pro Sieben. Oliver Storzens Willy-Brandt-Film setzt lieber auf Männer in dunklen Anzügen.

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          Für die Höhepunkte der Fernsehwoche sorgen wieder die Frauen: Isabelle Huppert als „Klavierspielerin“, Dagmar Manzel in einem ARD-Drama, Charlotte Roche erstmals bei Pro Sieben. Oliver Storzens Willy-Brandt-Film setzt lieber auf Männer in dunklen Anzügen. Der Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 18. Oktober

          ZDF, Krimi, 20.15 Uhr: Wilsberg - Letzter Ausweg: Mord

          Münster zeigt sich an diesem Wochenende als Hauptstadt des Verbrechens. Heute ermittelt Leonard Lansink als Privatdetektiv Wilsberg, morgen geht das „Tatort“-Team ins Rennen. Das Drehbuch zu dieser Wilsberg-Folge hat übrigens erstmals ein Hobbyautoren-Team geschrieben. Die sechs Schreiber haben im Internet ihre Figuren, die Strukturen, die Handlung entwickelt - dies alles im Rahmen des ZDF-Projektes „eScript“. Der in diesem Zusammenhang schnell parate Spruch von den „vielen Köchen, die den Brei verderben“, läuft hier ins Leere. Herausgekommen ist nämlich ein exakter, kurzweiliger Krimi - kein Highlight, aber gediegenes Handwerk zur besten Sendezeit.

          Sonntag, 19. Oktober

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort. 3 x schwarzer Kater

          Nach Wilsberg am Samstag ist nun das großartige Duo Axel Prahl und Jan Josef Liefers an der Reihe. Eine gelähmte Frau ist gestorben: Selbstmord, Mord oder Sterbehilfe? Der amerikanische Regisseur Buddy Giovinazzo konzentriert sich bei diesem „Tatort“ aus der deutschen Provinz auf seine Figuren, deren Darsteller die Lust an den pointenreichen Dialogen anzumerken ist. Und obwohl Giovinazzo in einigen zentralen Szenen mit angemessenem Ernst die schmale Grenze zeigt, die den Vorsatz zur Tat von der Tat noch trennt und wie es dazu kommen mag, daß einer diese Grenze überschreitet, umgibt er all dies mit einer lässigen Lakonie.

          Vox, Tragikomödie, 20.15 Uhr: Leben und Lieben in L.A.

          Dieser Ensemblefilm, den Willard Carroll 1998 geschrieben und inszeniert hat, hat immer wieder einzelne, sehr gelungene Momentaufnahmen, wenn die Darsteller eine vom Drehbuch gut getroffene Szene randvoll mit Leben füllen: wenn Angelina Jolie, die unentwegt redet und gestikuliert, plötzlich Atem holen muß, als fiele auf einmal der Schutzschild, den sie zwischen sich und die Welt hält, zu Boden; oder wenn Sean Connery, bäuchlings auf dem Bett liegend, in einem sich anbahnenden Ehestreit kurz nachdenkt und dann den Fernseher wieder anstellt, weil er den Anlaß für nichtig hält. Und der Kameramann Vilmos Zsigmond beweist mit seinem wunderbaren Licht, daß seine Liebe zum Kino und den Schauspielern ungebrochen und noch immer leidenschaftlich ist. Doch seine Bilder sind manchmal wie der gesamte Film: zu schön, um wahr zu sein.

          Sat.1, Komödie, 20.15 Uhr: Dr. T and the Women

          Dr. T, Dr. Travis Sullivan, ist Frauenarzt in Dallas, nein, er ist der Frauenarzt von Dallas, und alle seine Kundinnen sind dem wirklichen Leben nicht ausgesetzt. Die Handlung, die die Handlung lostritt, spielt sich in einer falschen Welt ab, aus der die wirkliche Welt ferngehalten wird, in einer shopping mall. Unter den fünfhundert Leuten, die durch die shopping mall spazieren, ist kein einziger Mann. Es ist nicht zu verhehlen, welchen grandiosen Spaß der Regisseur Robert Altman sich mit diesem Spätwerklein aus dem Jahr 2000 gemacht hat, in dem Purismus und Manierismus zusammenfallen. Eine Gesellschaftsschicht, der Stil alles ist, wird von ihm noch einmal stilisiert, so daß im prallen, bunten, flatternden Leben - und wie flattern und zwitschern sie so schön, Laura Dern und Tara Reid und Kate Hudson und Shelley Long - nichts Lebendiges mehr bleibt. Richard Gere fällt mit ironischer Brillanz aus seiner Paraderolle (doch welche andere spielte er je?), wenn den Frauenhelden die einzigen Frauen verlassen, die er begehrt.

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