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Fernsehwoche, 18.-24.6. : Jahrestage, Polizeiruf, Es war einmal in Amerika

Grund zum Feiern - Der „Polizeiruf 110” wird 30 Jahre alt Bild: ARD

Im Sommer machen auch die Fernseh-Kreativen gern Urlaub. FAZ.NET holt das Letzte aus dem Fernsehprogramm heraus.

          3 Min.

          "Polizeiruf 110" feiert seinen 30-ten Geburtstag. 10 Jahre davon wurde die Krimireihe im gesamtdeutschen Fernsehen ausgestrahlt. Vor allem in den Jahren nach dem Mauerfall verdanken wir der Sendereihe zahlreiche grandiose Lehrstücke zum Thema "Wiedervereinigung" und einige unvoreingenommene Einblicke in die ostdeutsche Provinz.

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Nicht genug feiern kann man Sergio Leones Epos "Es war einmal in Amerika", das auch am Freitag wieder nicht verpasst werden sollte. Oder haben Sie den Film schon komplett verstanden?

          Montag, 18. Juni

          ARTE, Reportage, 20.15 Uhr: Kinder malen den Krieg

          Die beeindruckende französische Reportage zeigt den Alltag von Kindern, die im Tschetschenien-Krieg schwere Traumata erlitten haben und heute in georgischen Flüchtlingslagern untergebracht sind. Ihre fürchterlichen Erinnerungen können sie Psychologen und Psychiatern meist nur in Zeichnungen mitteilen.

          ZDF, Drama, 0.00 Uhr: Wege in die Nacht

          Hilmar Thate, der sich fürs Fernsehen leider allzu rar macht, spielt in diesem TV-Drama den ehemaligen Leiter eines DDR-Betriebs, den die Wiedervereinigung zum Frührenter machte. Seinen Machtverlust versucht er dadurch auszugleichen, dass er sich des Nachts in der Berliner U-Bahn als Sicherheitschef aufspielt. Andreas Kleinerts Film wurde 2001 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Bereits 1999 wurde dem Film die Ehre zuteil, als erster deutscher die berühmte Nebenreihe „Quinzaine des réalisateurs“ in Cannes zu eröffnen.

          Dienstag, 19. Juni

          ARTE, Epos, 21.57 Uhr: Jahrestage (1+2)

          Wenige werden die Romanvorlage von Uwe Johnson mit ihren fast 2.000 Seiten bis zum Schluss gelesen, nicht jeder wird Margarethe von Trottas Fernseh-Vierteiler in der ARD gesehen haben. Die recht baldige Wiederholung auf ARTE kommt also gar nicht ungelegen. Man kann sich beim Betrachten des Films nur wundern, wie es von Trotta gelungen ist, das aufwendige Projekt in knapp 100 Tagen zu drehen. Das war wohl nur auf der Grundlage des unbeirrbaren Drehbuchs von Christoph Busch und Peter Steinbach sowie mit Hilfe eines glänzenden Ensembles möglich, in dem Suzanne von Borsody als Gesine Cresspahl herausragt.

          Wem der Sinn mehr nach Kino-Klassikern steht, der kann in „Superman“ (KABEL 1, 20.15 Uhr) Marlon Brando - als Vater von Superman - in einem etwas zu heiß gewaschenen Kostüm bewundern. „Ein Köder für die Bestie“, die Originalfassung von „Cape Fear“, mit Robert Mitchum und Gregory Peck läuft ab 22.00 Uhr im WDR.

          Mittwoch, 20. Juni

          3SAT, Reportage, 21.00 Uhr: "Bollywood" im Alpenrausch

          Sitar-Klänge im Berner Oberland: Immer häufiger werden indische Spielfilme auf Schweizer Almen gedreht. Indische Filmschaffende ziehen die Alpen den bespielbaren, aber häufig umkämpften Himalaja-Gebieten um Kaschmir vor. Die Reportage zeigt den Arbeitsalltag des Schweizers Jakob Tritten, der seit Jahren etwa 30 indische Produktionen jährlich betreut. Außerdem: Ein Besuch in Indiens Filmmetropole Bombay allias "Bollywood".

          Donnerstag, 21. Juni

          WDR, Krimi, 20.15 Uhr: Polizeiruf 110 - Der Kreuzworträtselfall

          Am Sonntag feiert die Krimireihe 30-jähriges Jubiläum. Als eine der besten Folgen aus DDR-Zeiten gilt "Der Kreuzworträtselfall" von 1988. In einem Koffer wird die Leiche des kleinen Marko gefunden. Die beiliegenden ausgefüllten Kreuzworträtsel scheinen die einzige Spur zu sein. Der Krimi basiert auf einem wahren Fall, der 1981 die DDR über Monate in Atem hielt.

          Gegen 22 Uhr laufen fast zeitgleich „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (HR, 22.15 Uhr) und „Der Tag der Heuschrecke“ (TM 3, 22.20 Uhr). Das ist pure Verschwendung.

          Freitag, 22. Juni

          Kabel 1, Epos, 22.20 Uhr: Es war einmal in Amerika

          Es gibt nicht allzu viele Film-Epen, die man immer wieder anschauen kann und in denen man immer wieder etwas Neus entdeckt. „Der Pate“ gehört dazu, „Lawrence von Arabien“ und eben auch der Film des heutigen Abends. Wer diesen Film gesehen hat, meint zu wissen, wie es im Manhattan der 20-er Jahre war. Eine der Fragen, die der Film offen lässt und die auch in langwierigen Diskussionen wohl nicht zu beantworten sein wird, lautet: Was bedeutet eigentlich das Opium-Lächeln De Niros am Schluss? Purer Rausch oder triumphiert er über seinen Widersacher James Woods?

          3SAT, Kurzfilmnacht, 23.15 Uhr: Kurzfilme von Kieslowski

          Zu den größten Filmen der Neunziger gehören sicherlich Kieslowskis „Drei Farben“. Der polnische Regisseur wäre am 27. Juni 60 geworden. 3SAT zeigt aus diesem Anlass fünf seiner Dokumentar-Kurzfilme aus den 70-er jahren.

          Samstag, 23. Juni

          Ab und zu muss man mal streng sein: Nichts Empfehlenswertes am heutigen Tag im Fernsehen. Wäre das Klassiker-Kontingent in dieser Woche nicht schon überschritten, würden wir den „Unsichtbaren Dritten“ (ARD, Thrillerkomödie, 0.45 Uhr) empfehlen.

          Sonntag, 24. Juni

          Während bei PRO 7 die Verleihung des Bundesfilmpreises, des höchst dotierten deutschen Kulturpreises, gezeigt wird, gilt es in der ARD, 30 Jahre "Polizeiruf 110" zu feiern, der eigentlich erst seit der Wiedervereinigung im Ersten zu Hause ist.

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Polizeiruf 110: Kurschatten

          In der Jubiläumsfolge verschlägt es die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler) in eine Kurklinik. Jemand aus den Reihen des Klinik-Personals bessert sich offenbar mit Erpressungen sein Gehalt auf. Eine der Erpressten wurde tot aufgefunden. Außer den beiden MDR-Ermittlern geben sich in der Jubiläumsfolge 19 ehemalige und aktuelle "Polizeiruf 110"-Kriminalisten ein Stelldichein.

          Gegen 23.00 Uhr ringen die Talk-Sendungen „Zimmer frei“ - zu Gast: Dominic Raacke - und „Gipfeltreffen“ - mit Herbert Grönemeyer und Paul Spiegel - um die besseren Quoten.

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