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Fernsehwoche, 17. bis 23. Januar : Übelste Anfechtungen

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„Mein Ungeschick läßt Eure Kunst erglänzen” Bild: 3sat

Ein moderner Valmont drängt die unschuldige Marie ins Verderben. Eine junge Pariserin drängt es in die Freiheit zurück. Und in einem erfolglosen Schauspieler drängt die Kunst. Die Fernsehwoche im Überblick von FAZ.NET.

          Nicht auf den Sturm wollen wir achten beim Blick auf das Fernsehprogramm dieser Woche, wohl aber auf den Drang: Ein moderner Valmont drängt die unschuldige Marie ins Verderben, ein brasilianischer Junge drängt sich in das Leben einer verbitterten älteren Frau, junge Leute vom Wiener Nordrand drängen sich in winterlicher Lebenskälte zusammen. Eine junge Pariserin drängt es in die Freiheit zurück, und in einem erfolglosen Schauspieler drängt die Kunst. Der Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 17. Januar

          ARD, TV-Literaturverfilmung, 22.10 Uhr: Gefährliche Liebschaften

          Choderlos de Laclos' Briefroman über die Intrigen der Marquise de Merteuil und des Victomtes de Valmont aus dem Jahr 1782 zählt zu den größten Werken der französischen Literatur. In einem Fernseh-Zweiteiler setzt die Regisseurin Josée Dayan (selbst bekannt geworden mit den Verfilmungen von „Der Graf von Monte Christo“ und „Balzac“) den Historienfilmen Formans und Frears' - 1988 mit Glenn Close, John Malkovich, Michelle Pfeiffer und Keanu Reeves - eine Übersetzung des Stoffes in die 1960er entgegen. Mit ebenfalls prominenter Besetzung: Catherine Deneuve spielt die Marquise, Rupert Everett den Playboy Valmont und Nastassja Kinski die tugendhafte Marie.

          Der zweite Teil wird am selben Abend ab 23.50 Uhr gesendet.

          Sonntag, 18. Januar

          ARD, Road-Movie, 23.30 Uhr: Central Station

          Ein Junge und eine Frau von 67 Jahren treffen im Hauptbahnhof von Rio de Janeiro aufeinander. Dora, eine ehemalige Lehrerin, schreibt an einem Stand Briefe, die ihr die vielen Analphabeten der Stadt diktieren. Josué hat gerade seine Mutter verloren, ist ohne Angehörige, treibt sich herum. Er hat Dora nur einmal gesehen, doch ist sie die einzige, die er in Rio überhaupt kennt. Widerwillig nimmt sie sich seiner an: der Beginn einer komplizierten Beziehung. Walter Salles' Film "Central Station", Central do Brasil, mit dem der brasilianische Regisseur 1998 auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin den Goldenen Bären gewann, konfrontiert mit Charakterschwächen, schockiert mit unerwarteten Egoismen und bewahrt dabei die Balance zwischen elegischer und nüchterner Stimmung.

          Montag, 19. Januar

          ZDF, Gesellschaftsdrama, 00.05 Uhr: Nordrand

          Die Regisseurin Barbara Albert, selbst am Nordrand Wiens aufgewachsen, erzählt Geschichten aus diesem proletarischen Subbezirk mit dem Spitznamen "Transdanubien": Jasmin versucht, ihren Frust über die schlimmen familiären Verhältnisse mit dicken Tortenstücken und wechselnden Männerbekanntschaften zu verdrängen. Tamara allein in Wien zurückgeblieben, nachdem ihre Eltern vor kurzem in ihre Heimatstadt Sarajevo zurückgekehrt sind. Senad ist illegal aus Bosnien eingereist, und der junge Rumäne Valentin lebt von halblegalen Geschäften. Der Film blickt in eine grundsätzlich gestörte Lebenswelt dieser jungen Leute, die sich in die äußere Unabhängigkeit und vorübergehende Zweckgemeinschaften flüchten. Und ist dabei eine Liebeserklärung an die Jugend, zumindest an jenen Teil, der sich nicht früh schon selbst aufgegeben hat.

          Dienstag, 20. Januar

          Arte, Krimidrama, 22.45 Uhr: Die Polizistin

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