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Fernsehwoche, 17. - 23. Juli : Hinauf, hinab, entlang, hinweg

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Mit dem ZDF am Oberlauf des Brahmaputra, der in Tibet Yarlung Tsangpo genannt wird Bild: Dietmar Schulz

Camping an Strand und Stadtrand, Kämpfe mit dem inneren Schweinehund und um das Überleben der Menschheit, Bergzeitfahren und Flußläufe - die Fernsehwoche zeigt, wann es sich lohnt einzuschalten.

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          Wohnwagensiedlungen an der Nordsee und am Stadtrand von Los Angeles, Kämpfe mit dem inneren Schweinehund und um das Überleben der Menschheit, Bergzeitfahren und Flußläufe - die Fernsehwoche zeigt, wann es sich lohnt einzuschalten.

          Samstag, 17. Juli

          Phoenix, Reportage, 21.45 Uhr: Die Grillwurst-Metropole

          Man hätte zwei Sommer daraus machen können. Das aber auch im letztjährigen Jahrhundertsommer nicht alles Gold war, was glänzte, vieles nämlich auch Würstchen oder Bauchfleisch vom Grill, daran erinnert Lutz G. Wetzels Dokumentarfilm von Deutschlands größtem Campingplatz in Schillig an der Nordseeküste. Wer ihn von weitem für ein Flüchtlingslager hält, liegt nicht ganz falsch, wie die tiefen Blicke des Filmers in die Seelen der Camper belegen.

          Sonntag, 18. Juli

          Pro Sieben, Science Fiction, 20.15 Uhr: Final Fantasy - Die Mächte in dir

          "Final Fantasy" ist kein Film wie "Jurassic Park", der die Technik dort bemüht, wo natürliche Ressourcen fehlen. Er ersetzt gerade jene Bestandteile eines Films, die am leichtesten verfügbar und am schwersten zu ersetzen sind: die Schauspieler. Es ist seltsam, die Gestalten anzuschauen, die sich in diesem vor drei Jahren produzierten Film noch etwas unbeholfen bewegen, aber bisweilen von Menschen kaum mehr zu unterscheiden sind - Frankensteinsche Kreaturen der Jahrtausendwende, denen mit der Flickenhaut auch alles Rührende fehlt. Die Handlung des Films ist weniger eindrucksvoll. Sie scheint ohne Anspruch auf Originalität aus diversen Endzeit-Actionfilmen zusammengeklaubt. Interessant ist immerhin, daß gerade hier die Frage nach dem Überleben der Menschheit verhandelt wird.

          ARD, Episodenfilm, 23.30 Uhr: Short Cuts

          In "Short Cuts", Robert Altmans Meisterwerk von 1993 nach Kurzgeschichten von Raymond Carver, hat jede seiner zweiundzwanzig Hauptfiguren - gespielt von Jack Lemmon, Andie MacDowell, Tim Robbins, Jennifer Jason Leigh, Tom Waits, Matthew Modine und anderen - ihre eigene kleine Familie und Geschichte, Fragmente in der Zeit, ohne Zentrum. Einige dieser Geschichten verweben sich, andere nicht, Wege kreuzen sich, Verbindungen stellen sich her, zufällig, beiläufig, mit existentiellen, tödlichen oder ohne alle Folgen. Sämtlich ereignen sie sich in den uferlosen Vorstädten von Los Angeles, in den Segmenten von bürgerlichen Schutzzonen, heruntergekommenen Arbeitervierteln, Wohnwagensiedlungen und kleinbürgerlichen Häuserblocks. Eingerahmt von zwei Ereignissen, die überall Unruhe auslösen - dem Sprüheinsatz einer Hubschrauberphalanx gegen die Invasion einer die Ernte bedrohenden Mittelmeer-Fliege und einem Erdbeben am Ende des Films -, sind diese kurzen Momentaufnahmen Teile eines Puzzles, das sich nicht zu einer Geschichte, wohl aber zu einem variationsreichen Bild von Umständen fügt.

          Montag, 19. Juli

          ZDF, Dokumentarfilm, 23.50 Uhr: Rote Kapelle

          Vor dem sechzigsten Jahrestag des Hitler-Attentats erinnert dieser Dokumentarfilm daran, daß die Gruppe um Claus Graf Schenk von Stauffenberg nicht die einzige Widerstandsgruppe im Dritten Reich war. Eine der größten, die Rote Kapelle, wurde von Gestapo und CIA lange Zeit als kommunistisches Spionagenetz diskreditiert. Als Helmut Roloff, der Vater des Regisseurs Stefan Roloff, 2001 im Alter von 89 Jahren starb, war er einer der letzten Überlebenden der Gruppe. Autor und Regisseur Stefan Roloff hat seinen Vater während dessen letzten Lebensjahren regelmäßig interviewt und aufwendige Recherchen betrieben.

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          Efeu ist der einzige mitteleuropäische Wurzelkletterer. Neben seinem Ruf als Friedhofpflanze ist er durch seine anschmiegsame Art auch Symbol der Treue.

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