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Fernsehwoche, 15.-21.12. : Schneegestöber und Palmenrauschen

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Manchmal hilft eben nur die Schusswaffe: Szene aus „Liebe deine Nächste” Bild: WDR/Delphi Filmverleih

Die Träume von einer weißen Weihnachtszeit werden im Fernsehprogramm der Woche wahr. Es gibt aber auch das Kontrastprogramm.

          Die Weihnachtszeit ruft in Deutschland und anderswo die unterschiedlichsten Gefühle hervor. Da ist zum einen die eher nordisch-heidnische Verehrung für den Weihnachtsbaum und das Warten auf den Schnee. Es gibt es aber auch die Sehnsucht nach Sonne, sprich: nach wärmeren Gefilden, in denen sich im übrigen ja auch die Weihnachtsgeschichte abspielte. Das Fernsehprogramm der Woche befriedigt beide Sehnsüchte.

          Samstag, 15. Dezember

          Da an diesem Samstag im Fiction-Bereich nichts interessantes Neues läuft, kann man einmal in Ruhe bei Arte in das Grab Sethos I. herabsteigen oder mit dem NDR die D-Mark verabschieden:

          ARTE, Reportage, 20.45 Uhr: Terra X, „Operation Sethos - Mit Hightech ins Grab des Pharao“

          NDR, Themenabend, ab 23.35 Uhr: Abschied von der D-Mark - Der Euro kommt

          Sonntag, 16. Dezember

          ARTE, Themenabend, ab 20.45 Uhr: Schenken, nicht nur zur Weihnachtszeit

          Einer der wenig zwingenden Arte-Themenabende, allerdings mit grandiosem, selten zu sehenden Hauptfilm: „Madame de ...“ von Max Ophüls mit Charles Boyer und Vittorio De Sica. Ein paar Ohrringe gehen auf eine ungewöhnliche Reise.

          ZDF, Psycho-Tragikomödie, 23.30 Uhr: Don Juan De Marco

          Eigentlich soll Polizeipsychologe Mickler den als Zorro verkleideten Jüngling (Johnny Depp), der mit südländischem Akzent behauptet, Don Juan zu sein, ja therapieren. Zunehmend merkt er jedoch, dass er in Liebesdingen noch einiges von seinem Patienten lernen kann. Wer Marlon Brando, der den Mickler spielt, am Schluss des Films mit Faye Dunaway am Strand Tango tanzen sieht, wird nie wieder leugnen, dass echte Schönheit und Grazie von innen kommen - und sich von ein paar überschüssigen Pfunden nicht beeindrucken lassen.

          Montag, 17. Dezember

          WDR, Reportage, 21.05 Uhr: Der Euro ist da

          Der Euro ist da - freunden wir uns mit ihm an. Ab heute geben die Banken kleinere Summen zum Kennenlernen heraus. Der WDR veranstaltet zu diesem Anlass eine weitere Fragestunde, in der letzte Unklarheiten beseitigt werden sollen.

          ARD, Doku-Familiensaga, 20.15 Uhr: Die Manns

          Breloers vielgerühmter Dreiteiler über die Familie Mann, der kürzlich schon bei Arte lief und dem Sender die zweitbeste Einschaltquote des Jahres 2001 bescherte, wird heute, am Mittwoch und am Freitag in der ARD ausgestrahlt. Der Film ist so gut, dass man ihn auch zweimal kurz hintereinander sehen kann.

          Dienstag, 18. Dezember

          ARD, Themenabend, ab 20.45 Uhr: Anders Reisen - Tourismus heute

          Drei Dokumentationen führen den Zuschauer zu ungewöhnlichen Reisezielen - nach Burkina Faso und in die Antarktis - und zeigen die Gefahren der touristischen „Balearisierung“ auf.

          Der Countdown für die einschlägigen Weihnachtsfilme läuft:

          SAT.1, Weihnachtsmärchen, 20.15 Uhr: Das Wunder von Manhattan

          Ein kleines Mädchen hat den Glauben an den Weihnachtsmann verloren und gewinnt ihn durch Sir Richard Attenborough („Gandhi“), der überzeugend behauptet, der Santa Claus zu sein, zurück. Wenn die Darsteller nur nicht so gestriegelt wären.

          3SAT, Weihnachtskomödie, 20.15 Uhr: Oh, Palmenbaum

          Fortsetzung eines der besten deutschen Weihnachtsfilme "Single Bells" (1997). Kati (Martina Gedeck) flüchtet Weihnachten vor ihrer Familie auf Mauritius, wo sie in aller Abgeschiedenheit Jonas heiraten will. So einfach lässt sich die übliche Weihnachtsgesellschaft aber nicht abhängen und reist ihr nach.

          Mittwoch, 19. Dezember

          ARTE, Actionparodie, 22.45 Uhr: Warten auf Schnee

          Eine Actionparodie mit 60 Laiendarstellern, die ohne Gage mitspielten - was man dem Film nicht anmerkt. Die Handlung des surrealen Streifens ist kaum nacherzählbar, aber in ihrer Surrealität durchaus unterhaltsam.

          Donnerstag, 20. Dezember

          VOX, Zeichentrickmusical, 20.15 Uhr: Anastasia

          Weihnachten hat immer irgendwie auch mit Zeichentrickfilm zu tun. Dieser führt den Zuschauer in das Moskau des frühen 20. Jahrhunderts, wo Rasputin sein Unwesen treibt und die Oktoberrevolution ihren Lauf nimmt. Die historischen Fakten müssen freilich der sehr persönlichen Geschichte um eine Spieluhr weichen.

          ARTE, Märchenhafte Satire, 20.45 Uhr: Liebe deine Nächste!

          Der zynische Unternehmensberater Tristan (Moritz Bleibtreu) versucht, zwei Heilsarmistinnen herumzukriegen, die sich vorgenommen haben, ihn auf den rechten Pfad zu führen. Die Handlung hört sich ein wenig nach einer 50er-Jahre-Komödie an, man darf den Regisseur Detlev Buck aber bekanntlich nicht unterschätzen - er legt es drauf an.

          Freitag, 21. Dezember

          RTL II, Thrillergroteske, 20.15 Uhr: Fargo

          Schnee, Schnee und nochmals Schnee. In Fargo, North Dakota, gibt es absurd viel Schnee und eine Menge Verrückter obendrein, die sich wie Autohändler Jerry Luthgard mit kriminellen Mitteln bereichern wollen. Da hat Polizeichefin Marge Gunderson, gespielt von Frances McDormand, der Frau von Regisseur Joel Coen, alle Hände voll zu tun, zumal sie im Grunde mit sich selbst genug zu tun hat: Sie ist nämlich im siebten Monat schwanger. Frances McDormand erhielt für ihr grandioses Spiel in „Fargo“ den Oscar.

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