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Fernsehwoche, 14.-21.12. : Neuschnee vor Weihnachten

  • Aktualisiert am

Allein im Supermarkt: Elodie Bouchez in „Neuschnee” Bild: Arte

Wie immer vor dem Weihnachtsfest gibt auch das Fernsehen sich festlich - und zeigt etliche hochklassige Spielfilme. Die Fernsehwoche von FAZ.NET.

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          Wie immer vor dem Weihnachtsfest gibt auch das Fernsehen sich festlich - und zeigt etliche hochklassige Spielfilme. Bevor also der neue DVD-Player unterm Gabentisch steht, kann noch mal der gute alte Videorekorder zu Ehren kommen.

          Hier eine kleine Auswahl der Spielfilm-Highlights: „Hook“ (Pro Sieben, 14.12., 20.15 Uhr), „Magnolien aus Stahl“ (Kabel 1, 14.12., 20.15 Uhr), „M.A.S.H.“ (ZDF, 14.12., 23.30 Uhr), „Das Leben ist schön“ (ARD, 15.12., 23.35 Uhr), „Der Tod und das Mädchen“ (RTL 2, 19.12., 20.15 Uhr), „Ladykillers“ (MDR, 19.12., 23.05 Uhr), „Der letzte Kaiser“ (Kabel 1, 20.12., 20.15 Uhr), „Boogie Nights“ (Pro Sieben, 20.12., 22.10 Uhr), „The Big Lebowski“ (ZDF, 20.12., 22.45 Uhr).

          Und nun die ausführliche Vorschau der FAZ.NET-Fernsehwoche:

          Samstag, 14. Dezember

          ARD, Thriller, 22.10 Uhr: Ein perfekter Mord

          1998er Remake des Hitchcock-Klassikers „Bei Anruf Mord“. In der filmischen Eleganz und der visuellen Prachtentfaltung zeigt sich Andrew Davis' Neuverfilmung Hitchcocks Grandezza durchaus verpflichtet. Nicht das Rätselraten um den Täter steht im Vordergrund, sondern die psychologische Feinzeichnung der Charaktere. Die Elemente des kriminalistischen Whodunnit sind zugunsten der Reaktionsmuster des Thrillers suspendiert. Vor allem Michael Douglas brilliert im Charakterfach: wenn er mit variabler Mundführung und vielfach verstellbarem Blick agiert, einmal das Lächeln des Hais vorführend, ein andermal seinem Rivalen um so mehr mimische Anerkennung zollend, je stärker dieser ihn bedroht.

          Sat.1, Komödie, 0.25 Uhr: Last Supper - Henkersmahlzeit

          Ein 1996 gedrehter amerikanischer Film, in dem unter anderem Hollywoods Superstar Cameron Diaz mitspielt, erst jetzt in deutscher TV-Erstausstrahlung - und auch das erst nach Mitternacht. An den Kritiken kann es eigentlich nicht gelegen haben, die durchaus lobend waren, und am Plot auch nicht, der an Danny Boyles „Kleine Morde unter Freunden“ erinnert: Vier Studenten warten am Essenstisch auf ihren Mitbewohner, der eine Panne hatte und von dem Fernfahrer Zack mitgenommen wird. Den hilfsbereiten Fahrer lädt man zum Essen ein, wo er sich als stiernackiger Rassist und ausgemachter Dummkopf erweist. Zack zückt sein Kampfmesser, um seinen Ausführungen über Männlichkeit und Patriotismus Nachdruck zu verleihen. Die Studenten töten ihn in Notwehr. Die Leiche verschwindet im Gemüsegarten. Dann fasst man einen Beschluss: Dieser Mann hätte ein Hitler werden können - und es war richtig, ihn zu stoppen. Und nicht nur ihn: Fortan laden die Studenten weitere vermeintliche Feinde der Demokratie zum Dinner und versuchen ihnen ihre Überzeugungen auszureden. Gelingt das nicht, reicht man den Digestif aus der blauen Flasche. Die blaue Flasche enthält Gift. Der Film ist naiv und zuweilen grob in der Wahl seiner Mittel. Aber gerade die Naivität, der gebannte Kinderblick auf das Böse, gibt ihm seine Kraft.

          Sonntag, 15. Dezember

          ZDF, Philosophie, 22.55 Uhr: Im Glashaus - Das Philosophische Quartett

          Hoffentlich nicht aus aktuellem Anlass unterhalten sich Sloterdijk & Co. über den „Krieg der Zukunft - Zukunft des Krieges“.

          Montag, 16. Dezember

          Arte, Dokumentarfilm, 21.45 Uhr: Der Glanz von Berlin

          Den jungen Dokumentarfilmerinnen Judith Keil und Antje Kruska geht es in „Der Glanz von Berlin“ keineswegs um gewitzte Momentaufnahmen von Putzritualen. Schritt für Schritt vertiefen sie sich in die Biographien dreier Frauen, die mit Saubermachen Geld verdienen, zugleich aber von anderem träumen. Wie sie Informationen dosieren, tragikomische Momente und ausgreifende Erzählbögen rhythmisieren, ist mitreißend.

          Dienstag, 17. Dezember

          Arte, Porträt, 23 Uhr: Freddie Mercury - The Untold Story

          ... wird heute abend erzählt. Ein Jahr lang haben Rudi Dolezal und Hannes Rossacher die Dokumentation über den verstorbenen Queen-Sänger vorbereitet. Sie trafen Mercurys Familie, befragten ehemalige Mitschüler und Kommilitonen, aber auch Stars wie Phil Collins, Mick Jagger, Montserrat Caballé und natürlich seine „Queen“-Kollegen Brian May, Roger Taylor und John Deacon.

          Mittwoch, 18. Dezember

          ARD, Drama, 20.15 Uhr: Die innere Sicherheit

          Der deutsche Terrorismus aus der Sicht eines jungen Mädchens: Jeanne (Julia Hummer) ist die Tochter eines RAF-Pärchens, das in den Untergrund abgetaucht ist. Christian Petzolds Kinodebüt über ein Leben auf der Flucht erhielt 2001 den Deutschen Filmpreis in Gold. Themenabend Terrorismus im Ersten: Um 23 Uhr folgt die Doku „Black Box BRD“ (siehe unten).

          Arte, Musikfilm, 22.45 Uhr: Calle 54

          13 Musiker aus der ganzen Welt verbindet eines: der Latin-Jazz. Mit dabei sind der Grammy-Gewinner Tito Puento, Paquito D'Rivera und viele andere. Kuba, Brasilien, Spanien, USA und Argentinien - der Film unternimmt eine musikalische Reise quer durch Länder und Kontinente.

          ARD, Dokumentarfilm, 23 Uhr: Black Box BRD

          Andreas Veiels meisterhafte Dokumentation erzählt die Biografien von Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank und RAF-Opfer, und dem mutmaßlichen RAF-Mitglied Wolfgang Grams nebeneinander, ohne dass jemals ein Berührungspunkt erscheint - und doch sind beide deutsche Zwillinge: Kinder dieses Landes und seiner Werte, seiner Vergangenheit, seiner Zwänge, Karrieren und Landschaften. Zurück bleibt die Ratlosigkeit über die Konsequenz beider Wege.

          Donnerstag, 19. Dezember

          Arte, Drama, 20.45 Uhr: Die Unberührbare

          Oskar Roehlers Film über die letzten Tage im Leben seiner Mutter Gisela Elsner, die im Film den Namen Hanna Flanders trägt, hat nichts weniger im Sinn als die Rehabilitierung einer zu Unrecht geschmähten Autorin. Dieser Film will nichts korrigieren oder zurecht rücken. Was er fordert, ist nicht Gerechtigkeit, sondern etwas, das sich nicht einklagen lässt. „Die Unberührbare“ ist eine anrührende, ebenso zarte wie unbedingte Liebeserklärung, wie sie das deutsche Kino seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr hervorgebracht hat, ein irritierendes, seltsam fremdes Filmereignis, das wie aus der Zeit gefallen scheint.

          Freitag, 20. Dezember

          Arte, Drama, 20.40 Uhr: Neuschnee

          Es ist der 24. Dezember, die Menschen hasten bis zur letzten Minute vor dem Fest. Léa und Juliette sind ein Gaunerpärchen. Die eine will sich einschließen lassen und einen reichen Schatz Waren einpacken, bis die andere sie mit dem Wagen abholt. Es kommt anders. Als der Supermarkt sich geleert hat, wird Léa von einem Wachmann entdeckt. Die Versuchsanordnung des boy meets girl scheint simpel, entfaltet sich aber raffiniert und bezaubert durch die Darsteller. Als Léa agiert Elodie Bouchez, die unter anderem in Yolande Zaubermans „Clubbed to Death“ zu sehen war.

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