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Fernsehwoche, 10. bis 16. Mai : Unter Brüdern

  • Aktualisiert am

Tanzen den letzten Tango in London: Mark Rylance und Kerry Fox in „Intimacy” Bild: Arte

Brüderlich geht es in dieser Woche im Fernsehen zu. „O Brother, Where Art Thou?“, rufen die Coen-Brüder, während Arte nicht nur Patrice Chéreaus Skandalfilm „Intimacy“ zeigt, sondern auch sein Drama „Sein Bruder“. Der Überblick von FAZ.NET.

          Brüderlich geht es in dieser Woche im Fernsehen zu. „O Brother, Where Art Thou?“, rufen die Coen-Brüder, während Arte nicht nur Patrice Chéreaus „Intimacy“ zeigt, sondern auch das Drama „Sein Bruder“. Was sonst noch läuft: der Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 10. Mai

          RBB Brandenburg, Drama, 22.20 Uhr: Alles über meine Mutter

          Verschwörung der Frauen gegen die Trübsal. Der junge Mann Estéban und seine Mutter Manuela bilden eine Einheit, die niemand trennen kann, nicht einmal die Kamera. Doch an einem Abend, an dem der Himmel, der im Melodram niemals warten kann, alle Schleusen öffnet, läuft Estéban vor ein Auto. Aber auch im Angesicht des Todes verliert der Film nie den Lebensmut. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar erweist sich neuerlich als ein Meister des Melodrams, der es nicht nötig hat, die Tragik zu erzwingen. Sie ereignet sich unabwendbar. Und die Herzenswärme, die Almodóvar für seine Figuren empfindet, kann auch den Zuschauer nicht kalt lassen.

          Sonntag, 11. Mai

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort. Außer Kontrolle

          Der notorisch langhaarige Dieter Landuris spielt den Stadtstreicher Eddi, der auf binnen 90 Minuten zu klärende Weise zu Tode kommt, der notorisch kurzhaarige Bernd Michael Lade zum 32. Male den Kommissar Kain, der einstmals Eddis Klassenkamerad war.

          Pro Sieben, Komödie, 20.15 Uhr: Glauben ist Alles!

          Ben Stiller spielt einen Rabbi, Edward Norton in seinem Regiedebüt einen katholischen Priester. Beide verlieben sich in Anna (Jenna Elfman). Stiller, der wunderbare Komödiant, darf in einer seiner Standardsituationen brillieren: als der Verblüffte, über den die Welt hinwegrollt. Nortons Priester kämpft nicht mit seinem Gott. Dem Diesseits zugewandt, unterscheiden sich seine Worte nicht merklich von der Lehre des Rabbis. Die liberale Theologie gewährt in ihren reichen New Yorker Gemeinden die Freuden des Himmels schon auf Erden, das schrankenlose Verstehen, den Genuß der schönen Welt. Diese selige Immanenz, diese ins Ewige gedehnte Gegenwart zelebriert Nortons Film auf charmanteste Art. Leider aber ist die Milch der liberalen Denkungsart eine Schrumpelbrühe, die mit der Tragödie auch die Komödie verkleinert, zu der sie sich mit der Zeit auswächst.

          RTL, Drama, 20.15 Uhr: Ein wahres Verbrechen

          „Ein wahres Verbrechen“, nach dem Roman von Andrew Klavan, ist eine der klassischen Geschichten über den Kampf gegen die Zeit: Der Farbige Frank Beachum wartet in der Todeszelle auf seine Hinrichtung, weil er eine junge Frau in einem Supermarkt ermordet haben soll. Der altgediente Reporter Steve Everett (Clint Eastwood) muß am Nachmittag davor ein letztes Interview mit Beachum führen; die „Oakland Tribune“ will ein Rührstück. Nach zunächst fahrigen Nachfragen bringen Everett zunehmend verbissene Recherchen zu der Überzeugung, daß Beachum unschuldig ist. Die tiefe unheilbare und letztlich selbstzerstörerische Zerrissenheit des Frank Everett machen ihn zu Clint Eastwoods bislang womöglich zerbrechlichster Figur und diesen Film zu dem Film, in dem er sich selbst am wenigsten schützt.

          Montag, 12. Mai

          Arte, Groteske, 20.45 Uhr: Luna Papa

          Mamlakat (Chulpan Khamatova), erfahren wir bald, ist schwanger von dem namenlosen Fremden. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder (Moritz Bleibtreu) macht sie sich auf, ihren Verführer zu finden. „Luna Papa“ spielt in einer Welt, die unserer Vorstellung weit entrückt ist, in einer Gegend, die der Regisseur Bakhtiar Khudojnazarov als „Zentralasien“ bezeichnet. Die Wirklichkeit hat Risse in diesem Film, Luken im Boden, durch die man in phantastische Abenteuer stürzen kann wie bei Karl May, Indiana Jones oder bei Scheherazade, der Erzählerin aus Tausendundeiner Nacht.

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