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Fernsehwoche, 10.9.-16.9. : Friss oder stirb: Hopkins gegen Hanks

Wieder im Programm: Schweigen der Lämmer Bild: Alamode Film

Die Fernsehwoche: Bertelsmann bietet bei RTL nur eine Wiederholung auf, diese heißt aber: „Das Schweigen der Lämmer“.

          3 Min.

          Die Fernsehwoche beginnt im großen Leichtsinn und endet mit legendärer Leidenschaft. Zwischendurch gibt es Ansehnliches.

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Die neue Staffel von „Wer wird Millionär?“ ermöglicht es den Deutschen endlich wieder, ihrem Volkssport nachzugehen - dem Quizzen, das allerdings nur halbwegs zu den Denk-Sportarten zählt.

          Montag, 10. September

          ZDF, Erotikthriller, 22.15 Uhr: The Big Easy - Der große Leichtsinn

          Wie oft lief dieser Film in den letzten Jahren wohl im Fernsehen? Es dürfte einer der meist wiederholten sein - und wird im ZDF daher am nächsten Tag gleich nochmal wiederholt. Trotzdem kann man ihn sich immer wieder anschauen und sei es nur, um an der - glänzend eingefangenen - prickelnden Atmosphäre von New Orleans teilzuhaben. Nur Ellen Barkin gibt dem Affen manchmal eine Überdosis Zucker.

          WDR, Anti-Nazi-Film, 23.15 Uhr: Das Himmler-Projekt

          Der Schauspieler Manfred Zapatka, der im Fernsehen meist als neurotischer Bösewicht besetzt wird, verliest innerhalb von drei Stunden emotionslos die wegen ihrer Unmenschlichkeit berüchtigte Posen-Rede Himmlers von 1943. Regisseuer Romuald Karmakar („Der Totmacher“) lässt die Lesung unkommentiert - ein ungewöhnliches Projekt, das dem Zuschauer Gelegenheit gibt, sich mit der Wahrnehmbarkeit des Faschismus auseinanderzusetzen.

          Dienstag, 11. September

          Zwei Filme beschäftigen sich heute mit dem am 9. September eröffneten Jüdischen Museum von Daniel Libeskind.

          ARTE, Kultur-Doku, 21.45 Uhr: Erinnerung zum Leben

          Die Dokumentation rekapituliert die Entstehungsgeschichte des Museums-Baus und widmet sich den wichtigsten Exponaten.

          ZDF, Kultur-Doku, 22.45 Uhr: Das Geheimnis des zerbrochenen Sterns

          Die ZDF-Dokumentation widmet sich in erster Linie der Geschichte einiger ausgewählter Exponate aus Privatbesitz.

          Mittwoch, 12. September

          ARD, Groteske, 20.15 Uhr: Die Hunde sind schuld

          Kann man seine Hundephobie der Liebe zuliebe ablegen? Diese Frage stellt sich, als der hundevergiftende Imbissbudenbesitzer Engelbrecht Korsinskis meint, die Frau fürs Leben gefunden zu haben - und herauskommt, dass sie Hundebesitzerin ist. In den Hauptrollen des bizarren Films, dessen Plot sich etwas albern anhört, der aber viele Spielmöglichkeiten bereit hält: Barbara Valentin und Tilo Prückner, der selbst in seinen TV-Rollen häufig Filmreife erreicht.

          Donnerstag, 13. September

          ARD, Porträt, 21.45 Uhr: Legenden: Diego Armando Maradona

          Normalerweise wird man zur Legende für das, was man mit seinen Händen geschaffen, mit seinem Mund gesprochen oder mit seinem Kopf gedacht hat. Eine Ausnahme sind die Fußballer. Sie werden zur Legende für das, was sie mit ihren Füßen getreten haben. Wobei kaum ein Fußpaar der Welt so unglaubliche Dinge vollführte wie das Diego Maradonas, der im geeigneten Moment bekanntlich auch mal die Hand zu Hilfe nehmen konnte. Eine traurige Wendung nahm die Karriere Maradonas durch seinen auffliegenden Kokain-Konsum - er wurde positiv getestet und gesperrt. Seine treuesten Fans haben es ihm schon längst verziehen - Fidel Castro beispielsweise, der Maradona nach einem seiner letzten Abstürze auf Kuba aufpeppelte.

          Freitag, 14. September

          RTL, Quiz-Show, 20.15 Uhr: Wer wird Millionär? (neue Staffel)

          Ab heute heißt es wieder zur besten Sendezeit: „Wer wird Millionär?“. Günther Jauch wird wieder auf seinem Hochsitz thronen und Grimassen schneiden, die Kandidaten werden wieder schwitzen und verzweifelt den Telefonjoker um Rat fragen. Die Konkurrenzsender aber können sich zur WWM-Sendezeit auf gehörige Quotenrückgänge gefasst machen.

          KABEL 1, Thriller, 20.15 Uhr: Beim Sterben ist jeder der Erste

          Eine fröhliche Kanufahrt endet im Grauen. Mit von der Partie: ein bartloser Burt Reynolds und ein noch milchgesichtiger Jon Voight. Dieser Film von 1971 ist alles andere als einer dieser leichtgewichtigen Burt-Reynolds-Road-Movies aus den 70er Jahren. Er ist unglaublich spannend und ungeheuer verstörend. Der Film wurde für drei Oscars nominiert.

          ARTE, Drama, 20.45 Uhr: Heidi M.

          Für die Titelrolle erhielt der ehemalige DEFA-Star Katrin Saß den Deutschen Filmpreis. Saß spielt eine Endvierzigerin, die sich im Ostberlin der 90er Jahre neu orientieren muss.

          Samstag, 15. September

          PRO 7, Kriegsdrama, 22.15 Uhr: Der Soldat James Ryan

          Fünf Oscars gab es für das Kriegsdrama Steven Spielbergs. Am D-Day, dem 6. Juni 1944, sieht es zunächst nicht gut für die Invasion der Alliierten aus: Hunderte sterben im Feuer der deutschen Wehrmacht. Einer Truppe um Captain Miller (Tom Hanks) gelingt aber schließlich der Durchbruch und das Blatt wendet sich. Um den versprengten Soldaten James Ryan (Matt Damon) zu retten, setzt Miller einige Tage später erneut sein Leben aufs Spiel.

          RTL, Psycho-Horrorthriller, 22.15 Uhr: Das Schweigen der Lämmer

          Irgendwie hat es etwas Makabres, diesen grandiosen Film im häuslichen Fernsehen anzuschauen. Auf keinen Fall sollte man ihn in Konkurrenz zu „Der Soldat James Ryan“ verstehen.

          Sonntag, 16. September

          Vox, Episches Drama, 20.15 Uhr: Legenden der Leidenschaft

          Heute gibt der wandlungsfähige Anthony Hopkins mal den gestrengen Familienvater, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mitansehen muss, wie sich seine Familie selbst zerstört. Einen Oscars gab's für die Kamera.

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