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Fernsehwoche, 10.-16.8. : Neues von Leni und Lena

  • Aktualisiert am

In den Tag hinein: Lynn (Sabine Tomiteo) und Koji (Hiroki Manu) im ZDF Bild: ZDF

Maischberger trifft Riefenstahl, Hans Meiser Gerhard Schröder - und Lena Odenthal wird vom Dienst suspendiert. Die Fernsehwoche.

          Nehmen wir einmal an, es gebe jemanden, der noch nie etwas von Elvis Presley gehört hat: Angesichts des Fernsehprogramms zu dessen 25. Todestag am 16. August müsste er den Eindruck gewinnen, Elvis sei ein mittelmäßiger Schauspieler gewesen, der gerne Schlager sang. Gezeigt werden einige seiner schlechtesten Filme („Die wilden Weiber von Tennessee“, „Kurven-Lilly“), und seine Lieder werden am Donnerstag in einem ARD-Special ausgerechnet von Schnulzensänger Helmut Lotti interpretiert. Zum Glück gibt es Alternativen.

          Samstag, 10. August

          3Sat, Dokumentation, 19.20 Uhr: MacArt oder Die Geschichte der modernen Kunst in 35 Minuten

          Nur 35 Minuten benötigt Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Michael McGlinn alias „MacArt“, um über die „documenta11“ herzufallen. Aufhorchen lässt schon seine Definition von „moderner Kunst“: „Moderne Kunst, das heißt seit hundert Jahren - und auch diesmal wieder - angestrichene Ziegen, Fettecken, Blutorgien, schwarze Vierecke auf weißem Grund. Es wird Zeit, für Aufklärung zu sorgen.“

          Pro Sieben, Highschool-Horror, 22.20 Uhr: The Faculty

          Auch in diesem Teenager-Horrorfilm aus dem Jahr 1998 kämpft Frodo-Beutlin-Darsteller Elijah Wood gegen Monster - in diesem Fall gegen Monster-Lehrer, die von gruseligen Krabbeltieren gelenkt werden. Einziges Mittel gegen die Aliens, die immer mehr Schüler und Lehrer befallen, sind Drogen; die Gegenbeweisführung wird bis zu einem gewissen Punkt zur fröhlichen Party.
          Ursprünglich sollte der Film bereits im April ausgestrahlt werden. Das Erfurt-Massaker veranlasste die Programmmacher jedoch zu einer Verschiebung.

          Sonntag, 11. August

          RTL, Reportage, 19.10 Uhr: 48 Stunden Schröder

          Was macht eigentlich Hans Meiser? Er begleitet Bundeskanzler Gerhard Schröder zwei Tage lang im kraftraubenden Wahlkampf. Nächsten Sonntag ist Herausforderer Edmund Stoiber dran.

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort. Flashback

          Die Suspendierungen häufen sich unter den „Tatort“-Kommissarinnen: Vor kurzem traf es die Bremer Hauptkommissarin Inga Lürsen, diesmal verliert Lena Odenthal das Vertrauen ihres Vorgesetzten. Eigentlich wollte Odenthal vor ihrem Urlaubsantritt nur noch schnell Geld abheben, doch wird ihre Hausbank just in diesem Moment überfallen. Odenthal wird angeschossen, fällt ins Koma und hat nach dem Erwachen trotz eines posttraumatischen Stress-Syndroms einen Verdacht: Der Täter muss sie gekannt und sich gleichzeitig von ihr erkannt gefühlt haben. Nach dem Verlassen der Klinik ermittelt die Zeugin Odenthal in Eigenregie in einem Fall, der nicht der ihre ist - und wird vom Dienst suspendiert.

          Montag, 12. August

          ARD, Dokumentation, 21.45 Uhr: Deckname Artischocke

          In den 50er Jahren führte die CIA unter dem Decknamen „Artischocke“ geheime Experimente zur Gehirnwäsche durch. Die Opfer wurden mit Drogen vollgepumpt, unter Hypnose gesetzt und sogar gefoltert. Ziel der grausamen, manchmal tödlich endenden Versuche war es, den menschlichen Willen zu brechen, um in die Lage versetzt zu werden, sowjetische Agenten zur Preisgabe geheimer Informationen zu zwingen. Einer der beteiligten Wissenschaftler war Frank Olson, der im November 1953 aus dem Fenster eines New Yorker Hotels stürzte. Die CIA sprach von Selbstmord. Doch als Olsons Sohn Eric nach mehr als 40 Jahren den Leichnam exhumieren und obduzieren ließ, erhärtete sich der Verdacht, dass Frank Olson einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.
          Die WDR-Autoren Egmont R. Koch und Michael Wech gehen in ihrer Dokumentation den Spuren des CIA-Forschers nach, der - genau wie die Hauptfigur von Hartmut Schoens gerade ausgestrahltem Psychokrimi „Gefährliche Nähe“ - lange arglos mit biologischen Waffen experimentierte, bevor ihm die gefährliche Reichweite seiner Versuche klar wurde und er sich zum Austieg entschloss.

          NDR, Dokumentation, 0 Uhr: Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl (1)

          An Leni Riefenstahl scheiden sich bis heute die Geister. In seiner preisgekrönten Dokumentation fragt Ray Müller immer wieder nach dem ideologischen Gehalt der Filme Riefenstahls, die ihm - zur Drehzeit um die 90 Jahre alt - Rede und Antwort steht.

          Mittwoch, 14. August

          Der Schauspieler Richy Müller ist heute in zwei denkbar gegensätzlichen Hauptrollen zu sehen. In der verschmusten Liebeskomödie „Tigermännchen sucht Tigerweibchen“ (ARD, 20.15 Uhr) lernt Müller über eine Kontaktanzeige die Frau fürs Leben (Aglaia Szyszkowitz) kennen. In dem Liebesdrama „Cuba Libre“ (3SAT, 22.25 Uhr) von Christian Petzold („Die innere Sicherheit“) versucht er als gescheiterter Kuba-Aussteiger, seine Liebe von einst (Catherine Flemming) zurückzugewinnen.

          Donnerstag, 15. August

          Arte, Themenabend, ab 22.55 Uhr: Leni Riefenstahl

          22.55 Uhr: Impressionen unter Wasser

          Riefenstahls erster Dokumentarfilm seit fast 50 Jahren ist ihrer großen Alters-Leidenschaft gewidmet, dem Tiefseetauchen. Einblicke in die Dreharbeiten zu dieser Dokumentation gibt es im zweiten Teil von Ray Müllers Dokumentation (siehe Montag), der am 19. August im NDR ausgestrahlt wird.

          23.40 Uhr: Sandra Maischberger im Gespräch mit Leni Riefenstahl

          0.40 Uhr: Das blaue Licht

          Berg-Drama aus dem Jahr 1932 von und mit Leni Riefenstahl.

          Freitag, 16. August

          ZDF, Drama, 22.50 Uhr: In den Tag hinein

          Lynn ist 22 Jahre alt und schlägt sich in Berlin durchs Leben. Tagsüber arbeitet sie in einer Kantine, nachts als Tänzerin in einer Disko. Ihrem Freund David passt das alles nicht. Er ist ein ehrgeiziger Hochleistungs-Schwimmer, der für die Weltmeisterschaft trainiert und Lynn kaum noch sieht. Als Lynn den seelenverwandten Japaner Koji kennenlernt, scheint David ins Hintertreffen zu geraten. Doch Lynn will die Beziehung zu David nicht aufgeben.
          Beim Filmfest Rotterdam wurde das Debüt von Regisseurin Maria Speth als bester Beitrag ausgezeichnet.

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