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Fernsehwoche, 1. - 7. Februar : Plantschen im Ölgemälde

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Plantschen im echten Monet: Natalia Wörner und Tim Bergmann im „Seerosenteich” (ARD) Bild: ARD/Degeto/Stephan Pflug

Kontrastprogramm in der ARD: Im Ersten gönnt sich eine erblondetete Natalia Wörner einen echten Monet. Im MDR suchen Thüringer Arbeitslose einen Job.

          Kontrastprogramm in der ARD: Im Ersten gönnt sich eine erblondetete Natalia Wörner für 22 Millionen Dollar einen echten Monet. Im regionalen MDR suchen Thüringer Arbeitslose via Doku-Soap einen neuen Job. Außerdem in der Fernsehwoche: Etliche preisgekrönte Filme. Der Überblick von FAZ.NET.

          Samstag, 1. Februar

          Arte, Drama, 22.30 Uhr: Eine Nacht im Gefängnis

          Der israelische Film von Amalia Margolin, dessen Originaltitel „Aharon Cohen's Debt“ lautet, wurde 1999 als bester Spielfilm auf dem renommierten Banff-Festival in Kanada ausgezeichnet. Ausgerechnet an seinem Geburtstag wird Aaron (Moshe Ivgi) verhaftet, angeblich wegen nicht geleisteter Unterhaltszahlungen an seine geschiedene Ehefrau. Der Film beobachtet die eigenen Verhältnisse genau und erzählt dabei lapidar von einem großen Thema: Wie ein Mensch durch pure Missachtung und die aggressive Gleichgültigkeit seiner Umwelt zu Tode kommt.

          WDR, Drama, 23.15 Uhr: Eureka
          Der Augenblick vor dem Einbruch der Gewalt ist ganz still: Die Geschwister Naoki und Kozue sitzen im Autobus ganz hinten. Niemand achtet auf den Mann, der an einer Haltestelle zusteigt und ein wenig derangiert aussieht. Kurz darauf steht der Autobus auf einem Parkplatz, und die Fahrgäste sind zu Geiseln geworden. Dann kommt die Polizei, es gibt Tote und Verwundete. Die Geiselnahme stiftet eine Schicksalsgemeinschaft unter den Überlebenden. Ein Gefühl von Normalität stellt sich aber nicht mehr ein. Shinji Aoyamas „Eureka“ ist ein dreieinhalbstündiger Film über einen Schock, der Menschen die Sprache verschlägt, und über eine Kur, die eine lange Reise durch den Süden Japans nötig macht. Die Sepiatöne lassen an die Einfärbungen des Schwarzweißbildes im frühen Kino denken, und der Reichtum der Einstellungen erinnert an eine Zeit, als sich das Kino noch an der fotografischen Erfahrung berauscht hat. Beim Filmfestival in Cannes erhielt Shinji Aoyamas Film im Jahr 2000 den Preis der internationalen Filmkritik.

          ZDF, Unterhaltung, 23.15 Uhr: Die Schöneberger-Show

          Als Gast ihrer neuen Late-Night-Show im ZDF begrüßt Barbara Schöneberger („Blondes Gift“) Anke Engelke. Glaubt man den Medienkritikern, dann sind damit die beiden großartigsten, schlagfertigsten TV-Unterhalterinnen Deutschlands 45 Minuten lang vereint. Scheitern könnten die beiden höchstens an der entsprechend hohen Erwartungshaltung.

          Sonntag, 2. Februar

          ARD, Krimi 20.15 Uhr: Polizeiruf 110. Die Schlacht

          Auch der „Polizeiruf“ hängt sich an den Napoleon-Boom an: Kommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) ermittelt in Großbeeren, wo alljährlich die Niederlage von Napoleons Armee gegen die Preußen nachgestellt wird, welche die Besetzung Berlins durch die Franzosen verhinderte. Die Schlacht allein wäre kein Fall für den „Polizeiruf“, geschähe nicht ein realer Mord. Die Geschichte, die folgt, ist vermutlich selbst für die phantasielosesten unter den Fernsehzuschauern ein wenig zu bunt geraten. Der ORB-Polizeiruf ist dort angekommen, wohin er schon beim ersten Fall mit Johanna Herz wollte: in der brandenburgisch-preußischen Folklore.

          Montag, 3. Februar

          ZDF, Drama, 20.15 Uhr: Geht nicht gibt's nicht

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