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Volksmusik-Parodie bei Sat.1 : Schöner die Promis nie nerven

  • -Aktualisiert am

Sind inzwischen beliebter als die Rollenvorbilder: Wolfang und Anneliese alias Bastian Pastevka und Angke Engelke Bild: dpa

Als Volksmusikduo haben Wolfgang und Anneliese in den vergangenen Monaten eine beispiellose Karriere gemacht. Und das, obwohl sie gar nicht echt sind. In ihrer zweiten abendfüllenden Show bei Sat.1 parodierten Anke Engelke und Bastian Pastewka jetzt wieder die eigene Branche.

          Es kann natürlich sein, dass das ZDF bald zuschlägt. Zu „Wetten dass..?“ waren die beiden ja schon eingeladen, und eigentlich gibt es nichts, dass gegen einen regelmäßigen Auftritt im Programm spräche. Außer vielleicht den Konkurrenten Marianne und Michael, die erst vor Neid grün anlaufen würden und es anschließend mit der Angst zu tun bekämen, weil sie ihre - sowieso bereits leicht geschwächte Position im Zweiten - endgültig in Gefahr sähen. Und natürlich der klitzekleinen Tatsache, dass dieses Volksmusikduo gar nicht echt ist. Aber was heißt das heutzutage schon?

          „Wolfgang und Anneliese“ haben in den vergangenen Monaten eine beispiellose Karriere gemacht: erst die Moderation des Deutschen Fernsehpreises, dann der Auftritt bei Gottschalk und jetzt, so kurz vor dem Fest, das sie mit ihrem Hit „Es weihnachtet zur Weihnachtszeit (na klar, es ist ja Weihnachten)“ besingen, ihre zweite abendfüllende Show in Sat.1.

          Übel zerstritten neben der Kamera

          Langsam müsste das auch Anke Engelke und Bastian Pastewka ein bisschen unheimlich werden. Dass die Parodien, die sie vor zwei Jahren für die Fernseh- und Schunkelsatire „Fröhliche Weihnachten“ erfunden haben, inzwischen beliebter sind als so manches Original.

          Wolfgang (Bastian Pastevka) führt Whitney (Anke Engelke) in Versuchung

          Aber es hilft ja alles nichts: Im Jahre Null nach Horst Schlämmer, der wochenlang das ganze Land im Griff hatte, scheint sich das Publikum weiterhin lieber für Kunstfiguren als für echte Stars zu interessieren. Dabei haben sich Wolfgang und Anneliese größte Mühe gegeben, authentisch zu wirken. Sie in ihrem feschen Dirndl mit Carmen-Nebel-Gedächtnisfrisur und vorgeschobener Kauleiste, er als trotteliger Oberlippenbartträger mit Florian-Silbereisen-Tolle, beide stets gut gelaunt, so lange die Kamera an ist, und übel zerstritten, sobald sie glauben, nicht mehr im Bild zu sein.

          Die Stimmung der Premiere fehlte

          Insofern war es von Sat.1 nur konsequent, in diesem Jahr eine Fortsetzung der Weihnachtsshow ins Programm zu nehmen - auch wenn die Neuauflage nun die Schwächen der beiden Figuren offenlegte. Als groß angelegter Angriff auf die TV-Branche funktioniert die Satire natürlich noch immer: Vor weihnachtlicher Freizeitparkkulisse moderierten Wolfgang und Anneliese Einspielfilme an, für die Engelke und Pastewka noch einmal in zig andere Rollen geschlüpft waren. Engelke in die von Gregor Gysi („Sie kennen mich aus nervigen Talkshows, bei denen alle anderen abgesagt haben“), als dauergrinsende Pro-Sieben-Allzweckmoderatorin Annemarie Ochsenkross und als Stargast Whitney Houston, welche die Interpretation ihres Weihnachtssongs derart in die Länge zog, dass sie erst kurz vor dem Ende der Sendung fertig wurde. Pastewka hatte den Jogginganzugträger Ottmar Zittlau aus der „Wochenshow“ wieder ausgegraben und brachte als Gunther Emmerlich mit seinem tiefem Weihnachtsgesang das Studio zum Einsturz.

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