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Rechtsstreit : Eva Herman verliert gegen NDR

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Eva Herman am Mittwoch vor Gericht Bild: dpa

Der NDR muss die frühere „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman nicht wieder einstellen. Ein Gericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz, nach welchem Herman nicht fest angestellt, sondern freie Mitarbeiterin des Senders war.

          Die frühere „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman hat ihren eineinhalbjährigen Rechtsstreit gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) verloren. In einem Berufungsverfahren bestätigte das Hamburger Landesarbeitsgericht am Mittwoch die Entscheidung der Vorinstanz (siehe: Arbeitsgericht weist Klage von Eva Herman gegen NDR ab) und wies die Klage Hermans gegen die Auflösung ihres Arbeitsvertrags mit dem NDR zurück. Eine Revision ließ es nicht zu.

          Nach umstrittenen Äußerungen der 50-Jährigen zur NS-Zeit (Wie Eva Herman den Fernseh-Tod starb) hatte der Sender im September 2007 die Zusammenarbeit beendet. Dagegen war Herman gerichtlich vorgegangen. Ihrer Meinung nach war sie beim NDR fest angestellt, weshalb die Vertragsauflösung nicht rechtens gewesen sei. Das Gericht folgte nun jedoch der Argumentation der Gegenseite und bewertete Herman als freie Mitarbeiterin, die sich nicht auf den für Arbeitnehmer geltenden Kündigungsschutz berufen könne.

          „Eine Art Selbstorganisation“

          Herman hatte argumentiert, dass sie in die Dienstplangestaltung beim NDR fest eingebunden worden sei und gewünschte Urlaube nicht habe nehmen können. Daher sei sie faktisch eine Arbeitnehmerin gewesen. Dies sah das Gericht in der Beweisaufnahme, bei der auch die „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer, Jens Riewa und der ehemalige „Tagesschau“-Chefsprecher Jo Brauner als Zeugen aussagten, jedoch nicht bestätigt. Die Sprecher hätten ihre Dienste selbstständig „in einer Art Selbstorganisation“ untereinander abgesprochen, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Schaude. „Das ist für ein Arbeitsverhältnis absolut untypisch.“

          Überrascht über das Urteil äußerte sich Hermans Anwalt Dirk Feldmann. Er habe nicht mit einer negativen Entscheidung gerechnet, nachdem das Gericht beim vorigen Verhandlungstermin Anfang Februar noch Sympathien für die Kläger-Position habe erkennen lassen. Er werde mit seiner Mandantin nun überlegen, wie es weitergehe. Herman hat noch die Möglichkeit, eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt einzureichen und auf diesem Weg doch noch eine Revisionsverhandlung zu erzwingen. Das Verfahren sei aber sehr zeitaufwendig und die Erfolgsaussichten unklar, räumte Feldman ein. „Da muss man realistisch sein„, sagte er. Herman selbst war bei der Verhandlung anwesend, äußerte sich zu dem Urteil aber nicht.

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