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Neu im ZDF: „Soko Stuttgart“ : Sieben auf einen Streich

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Die Kommissare Stoll (Peter Ketnath), Seiffert (Astrid M. Fünderich) und Badosi (Nina Gnädig, rechts) Bild: ZDF

Mit der „Soko 5113“ begann die Geschichte, 1978 in München. Nun startet mit der „Soko Stuttgart“ schon der siebte Ableger des erfolgreichen Serien-Konzepts. Das ZDF beweist, wie klug es auf einem der am härtesten umkämpften Sendeplätze agiert.

          Alle sprechen von den fabelhaften amerikanischen Serienmachern. Von der Erfolgsgeschichte von „CSI“ vor allem und den nicht minder reüssierenden Ablegern der Serie, von Miami bis New York. Das dahinter stehende Franchise-Konzept aber stammt aus Deutschland und wird seit langem erprobt, mit nicht weniger, aber weniger beachteter Durchschlagskraft. Der jüngste, siebte Ableger beweist, wie klug das ZDF auf einem der am härtesten umkämpften Sendeplätze agiert. Heute nimmt die „Soko Stuttgart“ ihre Ermittlungen auf, im von Werbung besetzten Vorabendprogramm, wo andere „Sokos“ dem Sender schon geholfen haben.

          Mit der „Soko 5113“ begann die Geschichte, 1978 in München. Es folgten Ableger in Leipzig, Kitzbühel, Köln, Wismar und Wien. Die Außenstelle Frankfurt wurde zwischenzeitlich geschlossen. In Stuttgart schlägt das ZDF nun ein neues Kapitel auf und verbindet das Aufmerksamkeitsbedürfnis einer bislang in dieser Hinsicht eher vernachlässigten Stadt mit dem Potential einer der kreativsten deutschen Filmhochschulen in Ludwigsburg. Die Förderung des Drehbuch- und Regie-Nachwuchses gehört zum Konzept der neuen Reihe, die von der Münchner Bavaria in einem neu errichteten Studiokomplex am Römercastell „industriell“ erstellt wird. Der Bavaria-Geschäftsführer Matthias Esche rechnet vor, dass 41 Folgen für nur siebzehn Millionen Euro entstehen. Ein Gewinn für das Bundesland und das ZDF. Der Produzent Oliver Vogel, gebürtiger Stuttgarter, sagt ganz offen: „Die Filmförderung des Landes hat den Ausschlag für den Aufbau der Serie und den Bau eines Studios in Stuttgart gegeben.“ Zum Dank kommen „mehr als neunzig Prozent der Drehstab-Mitarbeiter aus Stuttgart und Umgebung“.

          Ein Kommissar im Porsche

          Für die Schauspieler gilt das freilich nicht. Bis auf Benjamin Strecker wurde die Truppe aus ganz Deutschland angeworben. Geleitet wird die Soko Stuttgart von Astrid M. Fünderich, die samt Familie aus Köln nach Stuttgart zieht, um nicht pendeln zu müssen. Sie spielt Martina Seiffert, eine in sich ruhende Kriminalhauptkommissarin, der die Familie mindestens so wichtig ist wie ihr Job. Ihr zur Seite steht Peter Ketnath in der Rolle des Kriminalhauptkommissars Jo Stoll, laut Drehbuch ein „attraktiver und intelligenter Junggeselle, der auf einem Hausboot auf dem Neckar wohnt“, er fährt einen Porsche. Nina Gnädig ist mit von der Partie, die sich in der Telenovela „Verliebt in Berlin“ einst unter Wert verkaufte. Sie spielt die Kommissarin Anna Badosi, die ein Psychologie-Studium hinter sich hat. Benjamin Strecker tritt auf in der serientypischen Rolle des schüchternen IT-Spezialisten, Karl Kranzkowski gibt den selbstironischen Kriminaldirektor.

          Kommissarin mit Psychologie-Studium: Nina Gnaedig (rechts) als Anna Badosi

          Ob der Serienableger vom Reißbrett auch beim Zuschauer ankommt, steht für den ZDF-Hauptredaktionsleiter Vorabend, Klaus Bassiner, nicht zur Debatte (siehe auch das Interview „Soko“-Reihe: Gespräch mit ZDF-Redaktionschef Klaus Bassiner). Die Frage laute nur, auf welchem Platz im internen Soko-Ranking Stuttgart nun landen werde.

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