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Johannes B. Kerner im Gespräch : Ich bin kein Star, ich mache meinen Job

Mit ihm fängt auf Sat.1 ab dem 2. November die Woche an: Johannes B. Kerner Bild: obs

Johannes B. Kerner bekommt eine neue Show bei Sat.1. Doch er bleibt der Alte. Vom ZDF ist er ohne Groll geschieden. Im Interview spricht er über sein neues Format und darüber, wie Guido Bolten ihn mit Ausschnitten aus alten „ran“-Sendungen herumkriegte.

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          Johannes B. Kerner bekommt eine neue Show bei Sat.1. Doch er bleibt der Alte. Vom ZDF ist er ohne Groll geschieden. Im Interview spricht er über sein neues Format und darüber, wie Guido Bolten ihn mit Ausschnitten aus alten „ran“-Sendungen herumkriegte.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Hatten Sie eigentlich jemals Flucht- oder Ausstiegsgedanken?

          Fluchtgedanken nicht, Ausstiegsgedanken ja. Zur Flucht habe ich keinen Anlass, ich muss vor niemandem wegrennen. Ausstiegsgedanken hatte ich, zuletzt Anfang des Jahres.

          Das kann man sich kaum vorstellen, an Ihnen führt im deutschen Fernsehen kein Weg vorbei. Ein Leben neben dem Fernsehen für Kerner – undenkbar.

          Ich nenne es das Leben nach dem Abspann. Das gibt es bei mir jeden Tag. Aber als die Gespräche mit dem ZDF in die Sackgasse führten, gab es für mich – mit der Familie besprochen – eine klare Option aufzuhören.

          Auseinander ging es, weil Ihnen das ZDF weniger Sendungen angeboten hat, als Sie wünschten. Das ist das Gegenteil von Aussteigenwollen.

          Ich hatte hundertfünf Sendungen pro Jahr, der ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat mir erst siebzig angeboten, später noch mal leicht nachgelegt. Das hätte zur Folge gehabt, dass ich mich von einem Teil meiner Kollegen hätte trennen müssen. Das war für mich keine Option. Ich habe das auch nicht verstanden: Wir waren immer erfolgreicher, das letzte Jahr war im Markt das beste. Ich habe mir gedacht: Die lassen sich von Gründen und Hintergründen treiben, die sie mir nicht nennen. Dann kam die Option von Sat.1, und die habe ich gezogen.

          Stimmt es, dass der Sat.1-Geschäftsführer Guido Bolten Sie, nachdem Sie die 0:4-Niederlage der Bayern in Barcelona im Stadion verfolgt hatten, in einem Hotelfoyer mit alten Ausschnitten aus „ran“-Sendungen herumkriegte?

          Nicht im Foyer. Zimmer 812.

          Da wurden Sie sentimental.

          Was heißt sentimental? Guido Bolten hat das nicht schlecht gemacht. Ich bin in Barcelona im Hotel erschienen, und es war ganz unglaublich – ein Hotel, von dessen Halle aus sie jede einzelne Zimmertür sehen können. Und dann war es auch noch das Mannschaftshotel der Bayern. Ich sah Luca Toni auf dem Flur stehen, ein paar Meter weiter Franck Ribéry – also der denkbar schlechteste Ort, um sich zu einem vertraulichen Gespräch zu treffen. Guido Bolten hat aber tatsächlich alte „ran“-Bilder gezeigt und gefragt: Wäre das was?

          Mit alten „ran“-Clips hat er Sie nach zwölf ZDF-Jahren überzeugt?

          Das war der Einstieg, er hat mir erläutert, was er mit dem Sender vorhat und welche Rolle ich spielen könnte. Das war ein substantieller Vortrag, Andreas Bartl, der Holdingchef der deutschen Sender von Pro Sieben Sat.1, war auch dabei.

          Stichwort „ran“: Wieso bekommen alle, die dabei waren, einen verklärten Blick, wenn sie darauf angesprochen werden?

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