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Im Fernsehen: „The Defenders“ : Las Vegas muss man einfach lieben

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Die Figuren basieren auf einem echten Anwaltsteam aus Las Vegas, Mark Saggese und Michael Cristalli, deren Berufsleben ein Produzent ursprünglich in eine Realityshow für den Sender Fox verwandeln wollte. Doch als Fox einen Rückzieher machte, wurde aus dem Konzept eine Gerichtsserie, die sich die Krimispezialisten von CBS („CSI“, „Navy CIS“, „Medium“) schnappten. Zum Trost drehten Belushi und O'Connell mit den beiden Vorbildern ihrer Figuren ein Werbefilmchen für deren Kanzlei, das im Lokalfernsehen von Las Vegas läuft. Und Jim Belushi hat eine neue Bühne. „Das Justizsystem“, sagt er mit übertrieben ernster Miene, „kenne ich gut. Als Jugendlicher habe ich mich hin und wieder vorm Richter verantworten müssen. Und das Argumentieren liegt mir sehr. Ich mache das ständig, vor allem mit Frauen. Meist erfolglos.“ Belushi ist in dritter Ehe verheiratet und hat mit seiner Frau Jennifer Sloan zwei Kinder im Schulalter, aus einer früheren Verbindung stammt ein weiterer Sohn.

Abermals stimmt er „Viva Las Vegas“ an

Die Belushis - es gibt einen weiteren Bruder, William, und eine Schwester, Marian - kamen als Kinder albanischer Einwanderer in Chicago zur Welt, und John war Jims Vorbild. Er folgte ihm ans Chicagoer Improvisationstheater The Second City, und nach Johns Tod gastierte er in der Comedyshow „Saturday Night Live“, mit der John zum Star geworden war. 1989 stellte Jim sogar mit Dan Aykroyd eine Fortsetzung der „Blues Brothers“ auf die Beine, jenem Comedy-Musical-Klassiker, mit dem Aykroyd und John Belushi 1980 ein Millionenpublikum ins Kino gezogen hatten. Doch an den überragenden Erfolg seines Bruders als Komödiant, Musiker und Filmstar konnte Jim Belushi nicht heranreichen.

In den Achtzigern schien ihm mit Oliver Stones „Salvador“ und Edward Zwicks „Noch mal so wie letzte Nacht“ endlich eine eigene Karriere zuteilzuwerden. Doch es folgte eine Reihe mittelmäßiger Komödien, und in den Neunzigern verbuchte die amerikanische Presse Jim Belushi schon als gefallenen Star - einen, „der entweder den schlechtesten Agenten in Hollywood hat oder einen hundsmiserablen Geschmack bei der Auswahl seiner Projekte“, wie der „Orlando Sentinel“ urteilte. Doch Belushi, der Entertainer, ließ sich nicht beirren. 2001 kam „Immer wieder Jim“, eine Serie, die sich schon kurz nach dem Start auf demselben Programmplatz wie der NBC-Publikumsliebling „Frasier“ hielt und zu ABCs meistgesehener Sitcom wurde. Nach dem Ende der Show 2009 kam CBS auf Belushi zu. Man habe verschiedene Projekte, und man denke an ihn, sagte ihm die CBS-Unterhaltungschefin Nina Tassler. Zwei Wochen später erhielt er das Manuskript zu „The Defenders“, und nun hat er erneut ein großes Publikum. Neulich beeindruckte Jim Belushi in amerikanischen Morgenfernsehen seine Gastgeber mit Yoga-Darbietungen. Die Welt ist ihm eine Bühne.

Abermals stimmt er „Viva Las Vegas“ an, diesmal summend. Er liebt die Stadt, sagt er. „Wie kann man Vegas hassen? Die Zeit verlangsamt sich, es gibt tolle Restaurants, es macht einen Riesenspaß. Und ich habe am Ende des Abends immer eine Frau in meinem Bett. Meine eigene, aber immerhin.“ Für die Serie, die in Los Angeles produziert wird, ist er hin und wieder da, und wie lange noch, weiß er nicht - die Frage, ob es eine zweite Staffel gibt, ist noch offen. Es scheint Jim Belushi nicht zu beunruhigen. Er wird sein Publikum schon finden.

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