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Im Fernsehen: „Burn Notice“ : Geheimagent in Nöten

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Aufgesetzt cool: Jeffrey Donovan spielt den entlassenen Agenten Michael Westen Bild: VOX/USA Network

In „Burn Notice“ macht sich ein abgebrühter amerikanischer Geheimagent an die Aufklärung seiner abrupten Entlassung. Nebenbei arbeitet er als Privatdetektiv in Miami. Ist der neueste Vox-Serienimport wirklich so cool wie er vorgibt zu sein?

          Dass das Schicksal eines Geheimagenten ganz wesentlich von seiner Ausrüstung abhängt, weiß man spätestens seit James Bond: Wohl kaum wäre der berühmte Spion im Auftrag ihrer Majestät so glorreich und unbeschadet aus allen seinen haarsträubenden Kino-Abenteuern hervorgegangen, hätte ihn Q nicht ständig mit den neuesten technischen Spielereien ausgestattet, Miss Moneypenny mit emotionalen Streicheleinheiten und sein amerikanischer Verbindungsmann Felix Leiter mit strategisch-logistischem Hintergrund-Equipment. Michael Westen, Held der neuen Vox-Serie „Burn Notice“ ist da deutlich schlechter dran: Ihm wurden sämtliche überlebensnotwendigen Arbeits-Hilfsmittel mit einem Mal entzogen – und das aus unbekanntem Grund. Urplötzlich ist seine Identität von Amtswegen ausgelöscht, sein Konto gesperrt, seine Kontaktperson unerreichbar, was während einer Auslandsmission zu gefährlichen Komplikationen führt. Mit knapper Not gelingt Michael die Rückkehr in seine Heimatstadt Miami, wo er sich mit Hilfe seiner Ex-Freundin Fiona (Gabrielle Anwar) und des abgehalfterten Ex-V-Manns Sam (Bruce Campbell) an die Aufklärung seiner abrupten Entlassung aus dem Geheimdienst macht. Dazu aber braucht es vor allem Geld, das sich der erfahrene Undercover-Spezialist in freiberuflicher Tätigkeit als Privatdetektiv verdient. Somit verzahnt sich seine eigene Suche nach der Wahrheit mit den Schicksalen jener, die seine Hilfe gebrauchen können – allen voran Michaels hypochondrische Mutter Madeline (Sharon Gless), die ihrem Sohn rund um die Uhr auf die Nerven geht.

          Keine Konkurrenz für James Bond

          „Burn Notice“, der neueste Serienimport aus den Vereinigten Staaten, präsentiert sich schon mit der zweiteiligen Pilot-Episode „Kaltgestellt“ als idealer Kandidat für das Serienprogramm des resteverwertenden RTL-Stiefbruders Vox: Die Bilder sind glanzlos und öde, der Plot ausgelutscht und von besseren Vorbildern halbherzig abgekupfert und der Protagonist in etwa so charismatisch wie eine Schaufensterpuppe mit Marken-Sonnenbrille. Jeffrey Donovan, der ihn spielt, erweckt den Eindruck, als habe er sich an der minimalistischen Coolness der Action-Ikone Jason Statham orientiert, doch bei ihm selbst wirkt der stoische, auch mimisch transportierte Zynismus nicht lässig, sondern leicht debil. An seiner Seite können auch die einst so bezaubernde, mittlerweile deutlich in die Jahre gekommene „Der Duft der Frauen“-Aktrice Gabrielle Anwar und der alte B-Film-Haudegen Bruce Campbell nicht punkten, zumal deren Figuren ohnehin kaum Handlungsrelevanz besitzen. Was bleibt, ist ein einfallsloser Mix aus „McGyver“, „Magnum“ und „Miami Vice“, bei dem die ständigen Dauereinblendungen sonnengebräunter Bikini-Schönheiten ebenso ermüden wie das unentwegte Rap-Gedudel und die pseudo-coolen Erläuterungsmonologe der Hauptfigur. Eines ist klar: Vor dieser Konkurrenz braucht sich James Bond nicht zu fürchten.

          Das Ensemble von „Burn Notice”: Sharon Gless, Bruce Campbell, Jeffrey Donovan, Gabrielle Anwar

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