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Fernsehserie „Danni Lowinski“ : Sie sahen es und wollten es haben

Zweimal Danni Lowinski: Annette Frier (links) spielt das Original. Amanda Walsh hat sich nach intensivem Casting als ihr amerikanisches Pendant empfohlen. Bild:

Es ist ein sensationeller Transfer: Sat.1 hat die Serie „Danni Lowinski“ an den amerikanischen Sender The CW verkauft. Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine deutsche Fernsehserie es nach Amerika schafft. Normalerweise geht die Reise in die umgekehrte Richtung.

          Amerikanische Serien, auch die mittelmäßig erfolgreichen, bestimmen das hiesige Programm, vor allem der Privatsender. Die Serie "Danni Lowinski" mit Annette Frier in der Hauptrolle bildet die Ausnahme von der Regel: Seven One International, die internationale Vermarktungstochter von Pro Sieben Sat.1, hat die Produktionsrechte an der Serie an die amerikanische CBS Television Studios verkauft. Damit werde zum ersten Mal eine deutsche Fernsehserie für den amerikanischen Markt umgesetzt, heißt es.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          CBS produziert inzwischen schon den Pilotfilm des amerikanischen Remakes. Die Hauptrolle spielt Amanda Walsh, Regie führt Richard Shepard, der für seine Arbeit an der Telenovela "Ugly Betty" einen Emmy erhielt. Die amerikanische Ausgabe von "Danni Lowinski" soll bei "The CW Television Network" laufen. The CW ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Warner Brothers und CBS, in der Rangfolge der amerikanischen Fernsehnetworks nimmt es Platz fünf ein, zu empfangen ist es im ganzen Land, in Kanada, Mexiko und Puerto Rico. Im Programm laufen Serien wie "Gossip Girl", "90210" (ein Nachfolger von "Beverly Hills 90210", das in den neunziger Jahren lief), "The Vampire Diaries", "Smallville", "Supernatural", "One Tree Hill" und die Show "America's Next Top Model".

          Doch woran liegt es, dass "Danny Lowinski" in Amerika reüssiert? Nach Ansicht von Jens Richter, dem Geschäftsführer der Seven One International, ist es zunächst "die phantastischen Idee", die der Serie zugrunde liegt. Der Autor Marc Terjung und der Produzent Markus Brunnemann hätten ein außergewöhnliches Format entwickelt: ",Danni Lowinski' ist eine Comedy im Mantel einer Drama-Serie. Hinter Drama-Serien steckt eher selten eine vollständig neue, originelle Konstellation. Bei "Danni Lowinski" gibt es sie. Hinzu kommt eine sehr klare Erzählstruktur, wie man sie für eine Drama-Serie braucht. Zudem passt "Danni Lowinski" wunderbar in die Zeit - letztes Jahr bei uns und jetzt in den Vereinigten Staaten -, schließlich kommen wir gerade erst aus einer Situation der Krise heraus." Der Charakter der Figur tue das Seine. "Danni Lowinski ist superehrlich, sie ist superinstinktiv. Dabei macht sie Fehler und nennt das Kind beim Namen, auch vor dem Richter. Sie ist keine hochnäsige, arrivierte Anwältin, sie vertritt die Underdogs."

          Also nahm Richter eine untertitelte Folge der Serie, ein Script und wurde in Amerika vorstellig. Gleich mehrere Produzenten seien interessiert gewesen. Die Leute von The CW jedoch hätten den Piloten gesehen und gesagt: "Das wollen wir haben." Dass sie die Serie gut positionieren wollten, könne man schon an der Sorgfalt beim Casting erkennen. Drei Monate habe man sich Zeit genommen, unter anderem, um Amanda Walsh für die Hauptrolle zu besetzen. "Und schon jetzt, kurz bevor die Dreharbeiten beginnen, sagen unsere amerikanischen Partner: We are over the moon. Will heißen: Wir sind überglücklich mit dem Projekt."

          Dabei schien die Serie schon bei ihrem Start in Deutschland ein Wagnis zu sein. Wir erinnern uns: Im Frühjahr des vergangenen Jahres beendete Sat.1 mit "Der letzte Bulle" und "Danni Lowinski" eine lange Durststrecke für deutsche Serien - und hatte mit beiden Stücken Erfolg.

          Und wie wird nun die amerikanische Danni Lowinski aussehen? Sie soll, nach dem jetzigen Stand der Planung, denselben Namen tragen. Die Struktur der Serie werde übernommen, sagt Jens Richter - "der Charakter der Hauptfigur und die Personenkonstellation mit der Rolle des Vaters und der besten Freundin zum Beispiel". Die Geschichten der Episoden unterschieden sich allein schon, weil sich unser Rechtssystem vom amerikanischen grundlegend unterscheide. Da die Amerikaner pro Serienstaffel zweiundzwanzig Folgen produzierten, "werden sie uns irgendwann sogar überholen", sagt Richter. Sat.1 erstellt dreizehn Folgen pro Staffel, landet also mit der im vergangenen Herbst in Arbeit gegangenen zweiten Staffel bei 26 Folgen. Im Herbst soll auch die erste Folge der amerikanischen "Danni Lowinski" laufen.

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