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Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer : Der Mann, der Fernsehen wie Kino macht

  • -Aktualisiert am

Ins Rampenlicht tritt Jerry Bruckheimer nur ausnahmsweise. Für gewöhnlich hält er sich im Hintergrund Bild: AP

Der Produzent Jerry Bruckheimer ist im amerikanischen Fernsehen omnipräsent. Mit „CSI“ hat er die Serienszene beherrscht. Doch nun laufen ihm andere den Rang ab. Muss er sich nun umstellen?

          Es gibt nur eine Handvoll Produzenten in Hollywood, denen die Studios und Sender blindlings vertrauen, deren Namen fast so viel Gewicht tragen wie die der großen Stars, weil sie untrennbar mit Publikumsrennern verbunden sind. Jerry Bruckheimer gehört dazu. Er produzierte Kinohits wie „Top Gun“, „Beverly Hills Cop“, „Armageddon“, „Fluch der Karibik“, machte Schauspieler wie Eddie Murphy, Tom Cruise und Will Smith zu Superstars und herrscht über ein Fernseh-Portfolio, das unter anderem die Serie „CSI“ und deren Ableger, weitere Krimiserien wie „Cold Case - Kein Opfer ist je vergessen“ und „Without a Trace - Spurlos verschwunden“ sowie die Realityshow „The Amazing Race“ umfasst.

          Die Werke des Fünfundsechzigjährigen, der als Sohn jüdischer Emigranten aus Deutschland in Detroit aufwuchs, haben bis dato mehr als dreizehn Milliarden Dollar eingespielt. Bruckheimer steht für eine Art des Filmemachens, die die neunziger Jahre dominierte - visuell überwältigende Epen. Es ist kein Zufall, dass manche meinten, Zeuge eines Jerry-Bruckheimer-Films geworden zu sein, als die Bilder von den brennenden, zusammenfallenden Twin Towers in New York im September 2001 die Welt erschütterten. So etwas hatte man bisher bloß staunend in den Kinofilmen des kleines Mannes mit dem Katzenlächeln gesehen.

          Bruckheimers beherrschte, freundliche Verbindlichkeit

          Jerry Bruckheimer begann seine Hollywood-Karriere nach einem Studium der Psychologie und einigen Jahren als Werbemanager bei der Agentur BBDO an der Seite eines alten Freundes - Don Simpson, ein lebenslustiges Großmaul aus Alaska. Gemeinsam krempelten sie in den achtziger Jahren mit temporeichen Rock-'n'-Roll-Projekten wie „Flash Dance“, „Top Gun“ und „Beverly Hills Cop“ die Filmindustrie um. Simpson wurde im Schein des Hollywood-Ruhms nur noch lauter und wilder. Mit seiner beherrschten, freundlichen Verbindlichkeit trat Bruckheimer gewissermaßen als Moderator für Simpson auf, den schöpferischen Kraftmeier. Anfang der neunziger Jahre waren sie die Goldjungs von Hollywood. Dann überspannte Simpson den Bogen, und 1996 trennte sich Bruckheimer von ihm. Wenige Wochen später war Simpson tot, gestorben an einer Kokain-Überdosis.

          Bruckheimers Trilogie vom „Fluch der Karibik” mit Jonny Depp wurde ein weltweiter Erfolg

          Fast sämtliche Bruckheimer-Produktionen, mit Ausnahme vielleicht der Filme, die er im Anschluss an den 11. September 2001 drehte, tragen eine unverkennbare Handschrift, und Bruckheimer legt Wert darauf. „Man kann den Studios den Ruhm überlassen, oder man kann ihn selbst reklamieren“, sagte er einst. Das sei eine der Lehren, die ihm Don Simpson vermittelt habe. Bruckheimer motzt altbackene Heldengeschichten mit großen Effekten und dramatischer Musik auf, um, wie er sagt, „das Publikum in Welten zu entführen, die es sonst nie kennenlernen würde.“ Und er gibt dafür gern Unsummen aus.

          Das amerikanische Kino unwiederbringlich korrumpiert?

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